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Crowdfunding & Crowdinvesting – wie und warum?

Crowdfunding
Gastbeitrag von Anton Levitskij

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding ist die Möglichkeit, Projekte zu realisieren, ohne dabei auf klassische Finanzierungsmethoden wie z.B. Banken und Investoren zurückgreifen zu müssen. Beim Crowdfunding entscheidet die Masse, ob ein Projekt zustande kommt, indem eine Vielzahl von kleinen Beträgen das notwendige Startkapital bildet.

Wo liegt der Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting?

Beim Crowdfunding wird eine bestimmte Summe gespendet, wobei „spenden“ der falsche Begriff ist. Hierbei handelt es sich einfach um eine finanzielle Unterstützung. Je nach Höhe der gespendeten Summe bekommt man sogenannte „Goodies“ (zum Projekt passende Merchandise-Artikel) als Dankeschön für die Unterstützung. Unabhängig davon, ob das Projekt, das unterstützt wurde, auch in Zukunft erfolgreich sein wird.

Beim Crowdinvesting wird anstatt der „kleinen Belohnungen“ eine Beteiligung am Unternehmen angeboten. Durch die finanzielle Förderung eines Projektes wird in das Unternehmen investiert, in der Hoffnung, dass das Projekt erfolgreich abläuft und der Wert des Anteils steigt.

Lohnt sich der Aufwand für Crowdfunding bzw. Crowdinvesting?

Der Aufwand lohnt sich durchaus, Beim Crowdfunding allerdings erst ab einem Betrag von ca. 50.000,00 Euro, da sonst der Aufwand größer sein könnte, als der Erfolg, der daraus resultiert. Das Mindestkapital bei Crowdinvesting beträgt im Normalfall ebenfalls 50.000,00 Euro.

Aber warum genau 50.000,00 Euro? Das wird an einem Beispiel deutlich:

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter wird gerade Geld für ein neuartiges Facebook-Browsergame namens Dizzlike gesammelt. Ziel sind 89.000,00 Dollar sprich ca. 68.000,00 Euro. Laut Angaben des Projektleiters liegen allein die Produktionskosten für das Video derzeit bei 5.000,00 Euro. Besäße das Team nicht die nötigen Geschäftsbeziehungen, hätten sich die Produktionskosten mindestens auf das Doppelte belaufen (Kameraverleih und Crew). Hätte man nun das Ziel unter 50.000,00 Euro angesetzt, wäre daraus kein erwähnenswerter Gewinn zu verzeichnen gewesen. Das Risiko, keinen Gewinn zu erzielen oder sogar finanzielle Verluste zu erleiden, ist demnach selbstverständlich auch höher.

Doch heutzutage ist das nicht mehr wichtig. Denn Crowdfunding dient nun vorrangig einem anderen Zweck: Ursprünglich wurde das System „Crowdfunding“ entwickelt, um Projekte zu verwirklichen, für die nicht genügend Kapital zur Verfügung steht. Doch mit der Zeit wird Crowdfunding zunehmend als Marketinginstrument genutzt, um das Projekt oder das Unternehmen bekannter zu machen. Wenn das Projekt dann doch noch finanziert werden kann, stellt das einen zusätzlichen Gewinn dar.

Beim Crowdinvesting steht nach wie vor der Gewinn von beiden Seiten im Vordergrund. Hier geht es nicht primär um Bekanntheitsgrad und Reichweite sondern um die Finanzierung von Projekten, die bei Banken schwerlich einen Kredit erhalten würden.

Lohnt sich Crowdfunding generell?

Wenn man dafür wenig Geld einsetzen möchte: Nein.

Aber warum benötigt man viel Geld um Geld zu bekommen?

Für Presse/Marketing und Werbeschaltungen, die bei Crowdfunding-Projekten eingeplant werden müssen. Nach den Erfahrungen der meisten erfolgreichen Crowdfunding-Nutzer werden 5.000 bis 10.000 Euro allein für die Finanzierung von Freelancern, PR-instrumenten und Medien Agenturen ausgegeben.

Gehen wir zurück zu unserem oben genannten Beispiel „Dizzlike“: Das Team hat es ohne diese Mittel versucht, ist aber deswegen gescheitert. Das Projekt hatte bisher nur 300 Views, obwohl von verschiedenen Quellen über das Projekt berichtet wurde. Also kann man festhalten: Nur durch die große Masse kommt man zum Erfolg.

Gibt es Möglichkeiten, kostensparender erfolgreich zu sein?

Ja, die gibt es. Sie sind allerdings begrenzt. Hier ein paar Möglichkeiten:

a) Man ist bereits bekannt bzw. berühmt (wie z.B. Tim Schäfer) und hat eine gewisse Medienpräsenz, die genutzt werden kann.

WERBUNG

b) Das Produkt ist eigentlich fertig und den Leuten gefällt es auf Anhieb und wird daher verbreitet. Nochmals: Man hat beim Crowdfunding mit unfertigen Produkten kaum Chancen ohne starke PR Hilfe.

c) Die Idee trifft eine große Masse und zwar sofort, leider ist das unwahrscheinlich und daher sollte man besser nicht darauf setzten.

Die Nadel im Heuhaufen

Die Geschichte von Kickstarter ist ähnlich wie die von eBay und anderen tollen, neuen Plattformen: Sie dienen am Anfang einem bestimmten Zweck und verändern sich über die Zeit zu etwas Neuem.

Bei Kickstarter ist das genauso: Sehr viele Menschen versuchen, die skurrilsten Projekte auf Crowdfunding-Plattformen zu starten. So ist es schwierig, die wahren Schätze zu finden. Das ist vergleichbar mit der Shopping-Plattform eBay. Dort konnte man früher Schnäppchen ergattern, wofür heute ein großer Aufwand betrieben werden muss.

Zum Autor

Anton Levitskij, 29 Jahre, ist Geschäftsführer der XiLLeR GmbH und ist der Leiter des Projektes „Dizzlike – the game“. Er hat schon jahrelange Erfahrung in Sachen Game-Marketing. Innerhalb der XilleR GmbH gibt es eine Abteilung, die genau darauf spezialisiert. Sie nennt sich G.A.S. – Game Advertisement Solutions.

Weitere Infos und Pressemitteilungen sind unter http://www.dizzlike.de/?page_id=451 zu finden.

Kontaktdaten:

XiLLeR GmbH
Anton Levitskij
Röselstrasser 13
90441 Nürnberg

Telefon: +49 (0) 911/480 13 17
Telefax: +49 (0) 911/480 18 16

Online-Übersicht: http://www.xiller.de
Facebook: http://www.facebook.com/XiLLeR
Agentur: http://www.beste-medien-werbe-agentur.de/

Foto: Andrey_Popov / shutterstock.com

4 Kommentare

  1. Der dargestellte Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting ist zwar nicht vollständig falsch, aber auch nicht wirklich richtig. Prinzipiell ist Crowdinvesting nämlich eine Teilmenge von Crowdfunding. Im nicht deutschsprachigen Ausland gibt es den Begriff Crowdinvesting quais nicht. Er verbreitet sich erst seit kurzer Zeit. Dort spricht man meist vom Equity Crowdfunding oder equity-based Crowdfunding und vom lendig-based Crowdfunding. Eine kurze Einordnung des Begriffs Crowdinvesting innerhalb der populärsten Crowdfunding-Modelle kann unter
    http://blog.smallcapservice.de/07/03/2013/crowdinvesting-ein-einordnungsversuch/ eingesehen werden.

    • Hallo Tschesche,
      Danke für deine Ergänzung, deine Grafik bringt es super auf den Punkt!

      Sonnige Grüße
      Heike

    • Anton sagt

      Absolut richtig!

      Nur wollte ich die Leser nicht alles erklären, bin mir auch unsicher ob sich das hier in Deutschland auch klar korrekt durchsetzt ;).
      Grafik ist aber super!

      Beste Grüße
      Anton

  2. Pingback: Crowdfunding & Crowdinvesting – wie und warum? | Heikes Projekte

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