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Bewerben, aber richtig – mit diesen Tipps bringen Bewerber einen Fuß in die Tür

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Der Traum vom papierlosen Büro verwirklichte sich ja zuerst in den Personal-Abteilungen. Personal-Planung und –Verwaltung – das erledigt längst intelligente Software. Und das Recruiting über Online-Jobportale oder firmeneigene Karriere-Webseiten haben die klassische Bewerbungsmappe nahezu verdrängt.

Online bewerben sich die Menschen mit einem Klick mit ihrem etwa bei Xing oder LinkedIn hinterlegten Profil. Das klassische Bewerbungs-Schreiben kommt direkt als Email daher, mit Lebenslauf und Zeugnissen als Anhang. Online-Recruiting ist einfach eine effiziente Lösung.

Das Anschreiben ist die Kür der Bewerbung

Doch egal ob digital oder auf Papier: Das Anschreiben zur Bewerbung hat nicht ausgedient. Der erste Blick moderner Personaler gilt zwar zuerst dem Lebenslauf. Das ist die Pflicht. Das Anschreiben übernimmt im Recruiting-Prozess die Kür. Es garantiert  einem keine Anstellung – aber wenn’s gut ist, bringt’s einen Fuß in die Tür.

Für ein gutes Anschreiben gibt’s ein paar Do’s und Dont’s, die eine Wahrscheinlichkeit des Bewerbers auf ein Vorstellungsgespräch beeinflussen. Diese Do’s und Dont’s helfen nicht nur Bewerbern. Sie helfen auch kleineren Unternehmen ohne eine eigene Personalabteilung, eine Position optimal zu besetzen.

Der wichtigste Tipp vorneweg: Anschreiben mit Rechtschreibfehlern sortieren Personaler am schnellsten aus. 45 Prozent kennen schon bei einem einzigen Fehler keine Gnade, weitere zehn Prozent steigen spätestens beim zweiten aus.

Eine gewisse Form und erkennbares Interesse müssen sein

Auf dem Anschreiben müssen der Absender, der Empfänger und das Datum stehen. Für die richtige Zuordnung muss es eine klare Betreffzeile zu einer ausgeschriebenen Stelle enthalten – außer bei Initiativ-Bewerbungen. Diese paar Dinge sollten klar sein.

Aber beim Empfänger geht’s oft schon los. Meistens ist in Stellen-Anzeigen ja ein Ansprechpartner genannt. Wenn nicht, ist es lohnenswert, den richtigen zu recherchieren. Allein das zeigt ja schon mehr Interesse an der ausgeschriebenen Position, als ein „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Was danach kommt, der erste Satz, das ist das Gold des Anschreibens. Mit dem Klassiker „Hiermit bewerbe ich mich auf…“ wiederholt man nur, was ja schon in der Betreffzeile steht. Und die Floskel „Mit großem Interesse habe ich…“ ist jetzt zwar keine Katastrophe – aber sollte der künftige Arbeitgeber das Interesse nicht ohnehin voraussetzen dürfen? Der Einleitungs-Satz darf durchaus originell sein, aber nicht zu vermessen. Freilich, von jemandem der sich um eine Lehrstelle als Textil-Einzelhandels-Kaufmann bewirbt, kann man eventuell nicht die gleiche Exzellenz erwarten wie von einem Anwärter auf eine Assistenz-Stelle am Lehrstuhl für Fundamental-Theologie.

Wer im Anschreiben kurz erklärt, warum er sich gerade in diesem Unternehmen bewirbt, zeigt ehrliches Interesse. Manche Bewerber schreiben Serien-Texte, bei denen sie nur den Empfänger austauschen. Wahrscheinlich brauchen sie irgendeinen Job. Das ist nicht ehrenrührig. Aber wie engagiert wird so ein Bewerber dann später sein? Bewerbungen mit nicht nur oberflächlichem Unternehmens-Bezug stechen sofort aus anderen heraus.

Raus mit dem hohlen Geschwurbel

In den Hauptteil des Anschreibens gehört ein Kurzprofil des Bewerbers. Kein ausschweifender Roman, sondern eine Essenz – Länger als eine Seite darf das Anschreiben sowieso nicht sein. Hier betreiben viele Bewerber Phrasendrescherei und Platzverschwendung. Versierte Personaler haben wenig Geduld und stehen nicht auf dieses Blabla: „Ich bin teamfähig“, „Ich bin belastbar“, „Ich bin lösungsorientiert“, „Ich bin engagiert“, „Ich bin kommunikationsstark“. Raus mit diesem Schwulst von „Ich bin“-Sätzen. Selbst wenn das alles stimmt – es ist selbstverständlich.

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Der Bewerber soll lieber aufzählen, was er schon konkret geleistet hat – und dabei ganz unverblümt mit den stärksten Argumenten anfangen: „Ich habe in meiner Position als XXX in der Firma XY xx Mitarbeiter angeleitet und den Umsatz meiner Abteilung innerhalb eines Jahres um x Prozent gesteigert“ „Die Kundenzufriedenheit um x Prozent gesteigert“, „x neue Kunden gewonnen“, „den Bekanntheitsgrad um x Prozent gesteigert“, „die Fehlerquote um x Prozent gesenkt“ – DAS sind Werte. Nämlich Mehrwerte, die dem zukünftigen Arbeitgeber zeigen, dass ein Mitarbeiter mehr einbringt als kostet – und darauf kommt’s letztlich an.

Der Schluss-Satz – die psychologische Finte

Oft enden Bewerbungen mit einem Satz wie „Ich würde mich über ein Vorstellungsgespräch sehr freuen“. Das ist natürlich wahnsinnig höflich – aber falsch. Der Konjunktiv hat im Schluss-Satz nichts zu suchen. Aus mehreren Gründen.

Erstens aus einer psychologische Erkenntnis heraus: Wenn man jemanden auffordert, etwas zu kommentieren oder weiter zu empfehlen, steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass die aufgeforderte Person das tatsächlich tut. Wer also als Schluss-Satz formuliert: „Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch…“, hat einfach eine bessere Chance.

Zweitens zeugen Formulierungen ohne ein vages „hätte“, „könnte“, „würde“ von einer selbstbewussten Persönlichkeit.

Und wenn die Bewerbung tatsächlich mal auf Papier sein soll

Besonders kleinere Unternehmen haben ihre Recruiting-Prozesse womöglich noch nicht digitalisiert. Dann müssen Bewerber dann doch wieder die Bewerbungsmappe wählen und Anschreiben und Lebenslauf ausdrucken.

Für die Präsentation auf Papier sollte man ein paar Dinge beachten, die Wertschätzung signalisieren und so die Chance auf ein Vorstellungsgespräch erhöhen. Wie Du kommst gegangen, so wirst Du empfangen, besagt eine mütterliche Weisheit.

Für den gewünschten Empfang kommt’s schon aufs Papier an. Wer das billigste Kopierpapier hernimmt, riskiert die Ablage auf dem Stapel für die Absagen. Eine etwas schwerere Papier-Qualität von 100 oder gar 120 Gramm kostet nur ein paar Euro pro Paket mehr. Aber seine hochwertige Haptik nimmt der Personaler als Unterschied wahr und legt es nicht so schnell aus der Hand.

Die besten und brillantesten Druckergebnisse erzielt man mit einem Laserdrucker. Vieles findet im Unterbewusstsein statt – ein sauberes Schriftbild gehört dazu. Noch bevor ein Entscheider den Bewerber kennenlernt, hat er ein Bild von ihm vor sich – nicht bloß ein Foto.

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Foto: scyther5 / shutterstock.com

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