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Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm – Förderung von Beratungen

Wirtschaftsfoerderungsprogramm

Im Folgenden möchten wir einen kurzen Überblick über die Fördermöglichkeiten im Rahmen der „RWP Umstrukturierungsberatung“ geben.

Dieses Programm fördert betriebswirtschaftliche, organisatorische und technische Beratungen für Unternehmen in NRW mit bis zu 12.000 EUR.

Die vollständige Richtlinie über das „Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm – Gewerbliche Wirtschaft einschließlich Tourismusgewerbe (RWP.NRW 2010) – Beratungen“ vom 22. Dezember 2009 mit allen Details, Ausnahmen und Besonderheiten findet sich hier.

Wer kann die Fördermittel beantragen?

Jedes Unternehmen mit Sitz in Nordrhein Westfalen kann die Beratungsförderung beantragen.

Das zu beratende Unternehmen muss lediglich folgende Voraussetzungen erfüllen, d.h. der KMU-Definition der EU entsprechen:

  • es darf nur weniger als 250 Mitarbeiter haben
  • der Jahresumsatz muss geringer als 50 Mio. EUR sein
  • die Jahresbilanzsumme muss geringer als 43 Mio. EUR sein

Außerdem muss das Unternehmen schon mehr als 5 Jahre am Markt sein und darf sich nicht in Schwierigkeiten befinden (andernfalls kommt vielleicht eine RWP Sanierungsberatung in Frage).

Freiberufler erhalten mal wieder keine Förderung, ob beratende GmbHs förderwürdig sind muss im Einzelfall mit dem zuständigen Sachbearbeiter geklärt werden.

Was ist der Inhalt der geförderten Beratung?

Gefördert werden Beratungen rund um die Themen

  • Neuausrichtung der Finanzierungsstruktur,
  • grundlegende Umstrukturierung,
  • notwendige Erschließung neuer Absatzmärkte,
  • vollständige oder teilweise Übernahme des Unternehmens durch eine Belegschaftsinitiative oder Dritte
  • und Vorhaben im Zusammenhang mit der Gewährung von Landesbürgschaften und Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW sowie im Zusammenhang mit stillen Beteiligungen, für die das Land eine Garantie übernimmt.

Grundsätzlich unterteilt sich die Beratung in die Erstellung einer Machbarkeitsstudie und danach die begleitende Umsetzungsberatung. Jede Beratungsphase darf dabei max. 5 Monate dauern.




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Wie viel Geld gibt es?

Für die Machbarkeitsstudie werden max. 5 Tage à max. 1.250 EUR / Tag (8 Std.) zu 50% bezuschusst, d.h. es gibt hierfür max. 3.125 EUR.

Bei der darauf folgenden Umsetzungsberatung werden max. 10 Tage à max. 1.250 EUR / Tag (8 Std.) zu 50% bezuschusst, d.h. es gibt hierfür max. 6.250 EUR.

Sonderfall Belegschaftsinitiativen: hier beträgt die Zuwendungshöhe sogar 80% der Beratungskosten. Die Bemessungsgrundlage beträgt hier aber nur max. 1.000 EUR pro Tagewerk, d.h. es gibt max. 12.000 EUR.

ACHTUNG: Das heißt nicht, dass der Berater nicht auch mehr als 1.250 EUR (bzw. 1.000 EUR) pro Tag berechnen darf, sondern dies gibt nur den maximalen Berechnungsrahmen vor. Auch die Dauer der Beratung wird nicht vorgegeben, lediglich das maximal bezuschusste Beratungshonorar ist begrenzt. Alles darüber hinaus muss der Unternehmer alleine bezahlen.

Wie & wo ist der Antrag zu stellen?

Anträge müssen über die NRW Bank gestellt werden. Am einfachsten geht dies online über die Homepage der NRW Bank. Hier kann man die entsprechenden Formulare herunter laden und auch die Telefonnummern und Ansprechpartner der zuständigen Beratungszentren sind hinterlegt.

Bis wann gibt es diese Förderung?

Der Durchführungserlass über das „Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm – Gewerbliche Wirtschaft einschließlich Tourismusgewerbe (RWP.NRW 2010) – Beratungen“ gilt bis zum 31. Dezember 2010.

Es lohnt sich jedoch gegen Ende der Laufzeit in der Förderdatenbank nachzuschlagen, ob die Richtlinie vielleicht verlängert wurde.

Was muss man beachten?

In jedem Fall muss der Antrag VOR dem Beginn der Beratung gestellt werden. Normalerweise erhält man dann innerhalb von 4 Wochen eine Zuwendungszusage.

Der Berater muss sich außerdem „qualifizieren“, indem er mindestens zwei Jahre entsprechende Berufserfahrung vorweist.

Auch sollte man sich frühzeitig das Formular für den Verwendungsnachweis genau anschauen und die geforderten Angaben sammeln, damit man nicht am Ende den Zuschuss riskiert.

Innerhalb eines Monats nach der Beratung müssen die Zahlungen an den Berater nachgewiesen werden. Also Kopien der Kontoauszüge erstellen und den Berater nicht via Sammelüberweisung bezahlen, da sonst dieser Nachweis schwierig ist. Zusätzlich ist ein Tätigkeitsnachweis und ein Beratungsbericht bei der NRW Bank einzureichen. Ansonsten verfällt der Anspruch auf den Zuschuss.

Fazit

Ich selbst habe dieses Fördermittel noch nicht getestet, aber es scheint, dass es sich um ein sehr interessantes Tool handelt.

Also noch schnell vor Jahresende einen Berater suchen, ein Projekt definieren und den Beratungszuschuss erhalten 😉

Mehr Informationen

Mehr Infos findet ihr in der Kategorie „Fördermittel“.

Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de




4 Kommentare

  1. 1 Anwort und 1 Ergänzung zum Thema:

    1. Nein – der oder die Berater müssen nicht aus NRW sein, wohl aber einen Nachweis liefern der die Befähigung aufzeigt – der Nachweis ist allerdings einfacher zu belegen als die Akkreditierung zum BPW in NRW.

    2. Besonders interessant ist die Tatsache das ein Unternehmen das eine eine selbstständige Filiale in NRW hat ein regional begrenztes Projekt ebenfalls fördern lassen kann. Beispiel – Unternehmen X ist in Hamburg – Filiale Y in Düsseldorf, Filiale Y führt eigenständiges Projekt durch und wird gefördert. Ergebnisse aus diesem Projekt dürfen selbstverständlich für alle anderen Standorte genutzt werden. Somit können auch Unternehmen die aussehalb von NRW sind Projekte fördern lassen.

    NRW als Bundesland hat nach meiner Meinung die zweitbeste Förderstruktur bundesweit. Und nein Bayern oder Baden Württemberg haben nicht die beste Förderstruktur.

    Gruss Klaus Schaumberger

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