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Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer!

Tipp für Existenzgruender

Neulich erhielt ich Post von Martin Grünstäudl von www.gruendungswissen.at. Er macht zurzeit eine Blogparade zum Thema „Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer“ und hat mich gefragt, ob ich teilnehmen möchte.

Da das Unternehmerhandbuch sich u.a. auch an Existenzgründer richtet, bin ich mal ins stille Kämmerlein gegangen und haben nachgedacht, ob es aus meiner Sicht DEN Tipp für Existenzgründer gibt…

Um es vorweg zu nehmen – DEN Tipp gibt es nicht, aber ein paar Erfahrungen aus meinen Gründungszeiten gebe ich natürlich gerne weiter.

Auf meinem Weg in die Selbständigkeit bzw. bei meinen ersten Schritten als Unternehmerin habe ich gemerkt, dass man sowohl Visionär als auch Realist sein muss, um zu überleben bzw. zu wachsen. Meiner Meinung nach sollte man ein wenig den Kopf in den Wolken haben und trotzdem mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, sonst wird es schwierig im etwas raueren Fahrwasser der Selbständigkeit nicht unter zu gehen.

Die Vision

Wer keine Vision für seine Selbständigkeit und seine Ziele mit dem eigenen Unternehmen hat, tut sich relativ schwer die Richtung und den Weg zu bestimmen, der zum Erfolg führt. Denn wenn man gar nicht weiß, wohin man eigentlich möchte, woher soll man dann wissen, wie man dorthin kommt?

Als ich mich für den Weg in die Selbständigkeit entschieden habe war ich mir zunächst gar nicht so sicher, ob dieser Weg für mich der richtige ist. Meine Eltern sind nicht selbständig und auch sonst hatte ich wenig Erfahrung mit Unternehmertum & Selbständigkeit – dachte ich. Die Alternative war damals die Suche nach einem anderen Job, aber auch damit tat ich mich schwer, denn mir war nicht genau klar, was für ein Job es denn eigentlich sein sollte.

Was mir fehlte, war einen präzise Vorstellung dessen, was ich gerne arbeiten wollte und in welcher Form diese Tätigkeit dann statt finden sollte. Mir fehlte die Vision.

Lösung? Ich habe mir Unterstützung gesucht.

Zum einen habe ich bei den Entwicklungshelfern in Düsseldorf ein sogenanntes JobLab besucht, um endlich herauszufinden, was denn wohl mein Traumberuf sein könnte. Es sollte Schluss sein mit dem Gefühl, mich immer weiter von meinen eigentlichen Fähigkeiten zu entfernen und immer mehr Dinge zu tun, die mir nicht liegen. Ich wollte endlich wieder einen Beruf, den ich um nichts in der Welt tauschen würde und nicht nur einen Arbeit, die meine Miete bezahlt. Lustigerweise war das Ergebnis dann gar nicht so überraschend, ich hatte damals nur ein wenig vergessen, was ich eigentlich gerne tue 😉

Als dann der Weg spontan frei wurde für eine neue Arbeit, habe ich lange über die Frage nachgedacht, ob ich noch mal als Angestellte arbeiten möchte oder ob ich den Schritt in die Selbständigkeit wagen sollte. Ich war unsicher und hatte keine Lust hunderte von Bewerbungen zu schreiben, aber auch großen Respekt vor einem Leben als „Einzeller“.

Und da es das erste Mal mit dem Coaching so gut funktioniert hatte, habe ich mir auch für diese Frage eine Beratung gesucht. Ich wollte sicher gehen, dass welche Richtung ich auch einschlage, ich hinter der Entscheidung mit ganzem Herzen stehen kann und die Umsetzung (Gründung oder Bewerbung) auch wirklich professionell abläuft.

Gemeinsam mit Evelyn Brock habe ich schnell heraus gefunden, dass ich schon immer selbständig gearbeitet und unternehmerisch gedacht habe und eigentlich keine Anstellung mehr möchte. Sie hat mich dann durch die Gründung begleitet und mich bei der Erarbeitung meines Business-Plans unterstützt, so dass ich gut vorbereitet am 17.05.2005 mit LORENZ consultants gestartet bin.

Mein Fazit: Bis heute stehe ich hinter meiner damaligen Entscheidung und kann mir keinen schöneren Beruf als meinen vorstellen. Das motiviert mich auch in schwierigen Zeiten, wenn es mal nicht so läuft, nicht aufzugeben und immer wieder Ideen zu entwickeln, was die nächsten Schritte auf meinem Weg sein könnten. Hätte ich keine Vision von meinem Beruf und meinem kleinen Unternehmen, dann wäre das mit Sicherheit anders!

Die Realität

Neben der Vorstellung von dem, was sein SOLL, ist es aber auch ganz wichtig das was IST im Blick zu behalten. Gerne stellt man sich die Zukunft ja in etwas bunteren Farben vor, als von vorneherein alles Grau in Grau zu malen. Aber immer wieder sehen wir Gründer, die eine wirklich gute Geschäftsidee haben und genaue Vorstellungen, wie ihr Unternehmen in ein zwei Jahren aufgestellt sein wird, leider aber völlig außer acht lassen, dass sie bis dahin von etwas leben müssen oder Steuern zu bezahlen sind.

www.blitzarchiv.de
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Mir hat bei meinem eigenen Start in die Selbständigkeit natürlich sehr geholfen, dass ich als Diplom-Kauffrau eine solide kaufmännische Ausbildung habe und sowieso einen Hang zu Zahlen und Tabellen 🙂

Denn jedes Unternehmen, egal wie groß oder klein es auch ist, braucht eine solide kaufmännische Grundlage, sonst wird aus den bunten Träumen ganz schnell ein finanzieller Horrortrip. Zahlen sind zwar oft unbequem und viele Unternehmer haben wenig Lust sich mit Ihnen auseinanderzusetzen, aber „ohne Moos nix los“, denn wir alle müssen letztendlich von unserer Arbeit leben können.

Sich das Leben schön zu rechnen bringt einen nicht weiter und die schönste Idee muss scheitern, wenn sie nicht genügend Gewinn abwirft. Ein Worst-Case-Szenario ist jedoch keine reine Schwarzmalerei: es bewahrt einen davor, von Problemen überrascht zu werden und man sollte sich damit auseinandersetzen, was im schlimmsten Fall passieren kann.

Daher mein Tipp an alle Gründer: der Business-Plan ist nicht nur ein Stück Papier, um einen Kredit oder eine Förderung zu erhalten. Man sollte sich intensiv mit den Planzahlen auseinandersetzen und jeden Wert hinterfragen:

  • Wo liegt der Mindestumsatz, den man monatlich / jährlich erreichen muss? Geht das auch bei schlechtem Wetter oder wenn der Winter mal länger dauert?
  • Wie lange reichen die Ersparnisse und möchte man sie wirklich komplett aufbrauchen? Oder ist es schon lange an der Zeit die Reißleine zu ziehen und man manövriert sich gerade in die private Insolvenz?
  • Sind die Annahmen hinter dem Business-Plan wirklich realistisch? Funktioniert das Unternehmen z.B. nur, wenn man auf Dauer 14 Std. / Tag arbeitet und will man das wirklich?

Einen Plan „passend“ zu rechnen macht überhaupt keinen Sinn – es ist euer Leben und euer Geld, was im Zweifel den Bach runter geht!!!

Und wenn man keine Ahnung hat – besser jemanden fragen, der sich mit so was auskennt 🙂

Das gilt im Übrigen auch für andere Bereiche des Unternehmertums, von denen man keine Ahnung hat…

Fazit

Es braucht die Energie einer Vision um die Realität zu meistern, aber auch die Akzeptanz der Realität um nicht von der Vision geblendet zu werden!

Mehr Informationen

Mehr Infos zum Thema „Existenzgründung“ findet ihr unter anderem hier:

Außerdem steckt natürlich unser ganzes Unternehmerhandbuch voll mit Tipps für Existenzgründer und Unternehmer 🙂

8 Kommentare

  1. Hallo Heike,

    danke für den Beitrag.

    Deine Gegenüberstellung der Vision und der Realität gefällt mir sehr gut, denn sie trifft es auf den Punkt.

    Ohne die Vision und damit die verbundene Leidenschaft für seine Arbeit funktioniert auch aus meiner Sicht die Selbstständigkeit nicht so gut. Denn durch diese Vision kämpft man sich auch lieber durch die schlechteren Zeiten durch. Diese erlebt wohl jeder Selbstständige einmal. Ich habe sie auch erlebt. Letztes Jahr habe ich alles bei mir umstrukturiert.

    Diese schlechten Erfahrungen sind meiner Meinung nach sogar wichtig, weil man dadurch noch einmal einen besseren Blick auf sein Unternehmen wirft. Dies war jedenfalls bei mir der Fall. 🙂

    Lieber Gruß
    Verena

    PS: Meinen Beitrag kennst Du ja schon. Trotzdem hier noch einmal der Link: http://medienwerk-menden.de/blogparade-frischefreie/

  2. Pingback: Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer! | Heikes Projekte

  3. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Die eigene Vision ist das, was eine Selbständigkeit ausmacht und meiner Meinung nach auch am Ende entscheidet, ob jemand erfolgreich wird oder nicht. Wer sich nur mal so selbständig macht, weil es gerade „in“ ist oder der Chef einen nervt, man aber gar nicht darauf vorbereitet ist und nicht ganz genau weiß, wo der Weg einmal hinführen soll, wird es schwer.

    Dein Beispiel zeigt aber auch, dass man den Weg der Existenzgründung nicht alleine gehen muss. Es gibt so viele Möglichkeiten und Menschen, die einem dabei helfen. Das sollte wirklich jedem Existenzgründer Mut machen auch Hilfe anzunehmen.

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