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Motivation 2.0 – Digital Natives als Mitarbeiter

Digital Natives

„Land des digitalen Stillstands“ titelte die FAZ am 24. November 2014 einen Bericht über die Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland. Hintergrund: Die Nutzerzahlen verharren bei knapp 77 %. Interessant ist auch, dass rund 63 % das Internet nur wenig und ohne echtes Verständnis nutzen.

Ihnen gegenüber stehen die „Digital Natives„, junge Menschen, die nach 1980 geboren sind. Sie betrachten das Internet nicht als Hilfsmittel, sondern als Zuhause. Sie leben im Netz, und das Netz hat sie auch verändert.

Da ist es kein Wunder, dass eine Verständigung manchmal schwer fällt – gerade auch in der Arbeitswelt, wo Erfolg oder Misserfolg, oft sogar die Existenz von einer guten Verständigung abhängen.

Geboren nach 1980 – leben und lernen im Netz

Wer zwischen 1980 und 1995 geboren ist, erlebte in seiner Jugend eine Welt des Wandels. Mit PC, CD und SMS wurde digitale Technologie langsam Alltag. Erste Erfahrungen mit dem neuen Medium Internet förderten das Verständnis von Vernetzung und offener Kommunikation. Daraus bildete sich ein starkes Solidaritäts- und Gruppengefühl.

Gleichzeitig hat diese Generation – von Soziologen als Generation Y oder Millenials bezeichnet – reale Erfahrungen mit den Grenzen des Wachstums gemacht. Umweltschutz wurde allmählich ernst genommen. Mit der Dot-Com-Blase platzten zahllose Internetphantasien. Mit 9/11 starb der Traum einer Welt ohne größere Konflikte. Mit der Bankenkrise verloren viele den Glauben an unser Wirtschaftssystem. So ist diese Generation auch vorsichtig geworden, hält sich gern mehrere Optionen offen und verzichtet lieber auf materiellen Erfolg, als sich für einen Job zu opfern.

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Deutlich weiter verstärkt und zum Teil verändert haben sich diese Entwicklungen bei den Geburtsjahrgängen ab 1995. Die „Generation Z“ ist mit dem Internet aufgewachsen, empfindet es als Teil ihrer Lebenswelt. Sie ist vernetzt, oftmals weltweit, doch gleichzeitig stark individualistisch und gewohnt, sich – on- wie offline – möglichst optimal darzustellen und „Likes“ zu sammeln, Zustimmung, die sich in Zahlen messen lässt. Gleichzeitig gehören plötzliche Veränderungen und ein Leben im Hier und Jetzt zu ihrem Lebensbild. Die Welt sehen sie realistisch, denn das Smart-Phone gibt ihnen jede Art von Information an die Hand – jederzeit und überall.

Digital Natives motivieren – Möglichkeiten und Grenzen

Einerseits sind Digital Natives als Mitarbeiter sehr wertvoll. Denn sie wollen etwas erreichen, etwas sein, Leistung zeigen und sich Belohnung erarbeiten. Doch dabei wollen sie auch möglichst frei und selbstbestimmt handeln. Zu enge Richtlinien, überkommene Traditionen, als langweilig oder gar sinnfrei empfundene Arbeit lehnen sie ab. Sie achten auf eine ausgewogene Work-Life-Balance und erwarten flexible Arbeitszeitmodelle.

Digital Natives sind also leicht zu motivieren. Bieten Sie ihnen herausfordernde Aufgaben. Ein engagiertes Team ohne Hierarchie. Arbeitszeiten, die auf Familien- und Privatleben Rücksicht nehmen. Schließlich die Chance, sich selbst zu beweisen, Neues zu lernen, Anerkennung zu finden – letzteres gern auch ganz greifbar, z.B. durch eine Prämie oder die steuerlich geförderte Übernahme von Mobilfunkrechnungen. Und zeigen Sie ihnen, dass Sie danach wieder ein Projekt für sie haben. Und dann das nächste. Nur langweilig darf es nie werden. Dazu gehört auch, dass Sie als Arbeitgeber für Verständnis und Verständigung der Generationen untereinander sorgen. Die alten Hasen können und sollen ihre Erfahrung einbringen, doch Autoritätsgebaren alter Schule funktioniert nicht mehr.

Doch selbst wenn alles perfekt läuft: Erwarten Sie nicht, dass sich ein Digital Native langfristig an Ihr Unternehmen bindet. Er wird wechseln, sobald er einen Erfahrungsschritt erzielt hat und an anderer Stelle eine reizvolle Herausforderung entdeckt. Das Beste, was Sie tun können, um für einen stabilen Mitarbeiterbestand zu sorgen, ist selbst Netzwerke zu bilden und im Netzwerk ehemaliger und potenzieller Mitarbeiter präsent zu sein. So findet sich im Zeitalter einer online-gestützten Empfehlungskultur dann auch immer wieder Ersatz.

Foto: faithie / shutterstock.com

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