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Betriebsinterne Logistik: Lager mieten, kaufen oder bauen?

Lager mieten, kaufen oder bauen?

Hat der Kunde im Onlineshop seine Bestellung abgeschickt, wird die Ware im besten Fall noch am selben Tag versandt, denn eine übermäßige Wartezeit mindert die Zufriedenheit des Kunden – und damit die Reputation des Unternehmens.

Just-in-Time-Logistik und die zunehmende Globalisierung von Warenströmen führen dazu, dass immer mehr Unternehmen Lagerung und Transport ihrer Waren an externe Dienstleister abgeben, um sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren zu können. Eine betriebsinterne Logistik hat jedoch auch Vorteile – sei es, weil eine gestiegene Nachfrage den Ausbau bestehender Kapazitäten erforderlich macht; sei es, weil ein Start-up sein erstes Lager realisieren will.

Zur Auswahl stehen diese Möglichkeiten: das Lager mieten, kaufen oder bauen.

Standort, Lagertyp und Finanzierung: Die Entscheidungskriterien

Im Grunde sind bei der Anschaffung einer Lagerhalle ähnliche Aspekte zu beachten wie bei anderen Gewerbeimmobilien. Beispielsweise sind Grundstücke am Stadtrand beziehungsweise außerhalb der Stadt meistens günstiger als solche in guter Stadtlage. Bei der Planung eines Lagers sind darüber hinaus einige Besonderheiten zu beachten.

Wichtig ist ein zentraler Standort, damit Lieferanten, Geschäftspartner und B2B-Kunden kurze Fahrwege haben. Optimal ist ein Standort mit guter Anbindung an Autobahn, Schienen und im besten Fall an einen Hafen und/oder Flughafen. Zu berücksichtigen ist auch der Anfahrtsweg für Mitarbeiter und externe Fachkräfte: Das Lager sollte für sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein und über ausreichend Parkplätze verfügen. In einem Gewerbepark, in dem gleich mehrere Firmen ansässig sind, sind diese Voraussetzungen in der Regel erfüllt.

Um die laufenden Betriebskosten zu minimieren, ist eine vorausschauende, detaillierte Kalkulation wichtig, die Fläche und Höhe der geplanten Räumlichkeiten, Größe, Mengen und Eigenschaften der zu lagernden Güter, deren Gefährlichkeitsgrad sowie besondere Lageranforderungen wie Kühlung bzw. Beheizung berücksichtigt.

Wichtig ist auch die Wahl der richtigen Lager- und Fördertechnik. Hand- und E-Hubwagen beispielsweise, die von B2B-Händlern wie Jungheinrich beziehbar sind, eignen sich für fast alle Regalsysteme. Hingegen können Stapler und andere Flurförderzeuge mit größeren Abmessungen nur bei entsprechend breiten Regalabständen unfallfrei manövrieren.

Um Planungsfehler zu vermeiden, kann die Beratung durch einen Experten für Lagerlogistik durchaus sinnvoll sein.

Mieten: Minimales Risiko

PRO:

  • Bei einer gemieteten Lagerhalle ist das finanzielle Risiko minimal. In der Budgetplanung zu berücksichtigen sind lediglich die regelmäßig zu zahlende Miete sowie die Kaution, erstere ist sogar von der Steuer absetzbar. Hinzu kommt, dass sich ein Mietvertrag vergleichsweise leicht kündigen lässt.
  • Da vor allem Start-ups nur schwer einen Baukredit erhalten, ist es für sie gegebenenfalls sinnvoller, erst einmal Lagerräume zu mieten. Entwickeln sich Unternehmen und Branche in den folgenden Jahren positiv, kann der Kauf oder Bau eines Lagers immer noch angegangen werden.

CONTRA:




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  • Branchenübergreifend nimmt die Zahl der gewerblich nutzbaren Grundstücke ab, dementsprechend steigen die Gewerbemieten. Zudem sind Mietimmobilien standardisiert; bauliche Veränderungen sind oft sehr teuer und werden nicht in jedem Fall vom Vermieter genehmigt. Hinzu kommt, dass die Abhängigkeit vom Vermieter eine langfristige Planung erschwert.

Kaufen: Langfristige Investition

PRO:

  • Der Eigentümer einer Lagerhalle braucht keine Mietpreissteigerungen zu kalkulieren und kann daher langfristig und sicher planen.
  • Da die Bank die Lagerhalle als Kreditsicherheit betrachtet – sie gehört zum Anlagevermögen –, stehen bei einem Kaufvorhaben die Aussichten besser, einen Kredit zu erhalten. Da der Kauf einer Gewerbeimmobilie als Betriebsausgabe zählt, kann solch eine Investition von der Steuer abgeschrieben werden.

CONTRA:

  • Demgegenüber stehen die hohen Investitionskosten und das damit verbundene finanzielle Risiko. Denn ist das benötige Kapital nicht vorhanden, schlägt die Anschaffung von Lagerräumen automatisch als Verschuldung zu Buche.

Bauen: Größtmögliche Flexibilität

PRO:

  • Der Eigentümer genießt maximale Freiheit bei der Planung. Standort, Fläche, Ausstattung und weitere Aspekte einer Lagerhalle lassen sich – unter Berücksichtigung der Marktgegebenheit – weitgehend individuell festlegen. Dies minimiert Wahrscheinlichkeit, später kostspielige Erweiterungen und Umbauten vornehmen zu müssen.
  • Um Kosten zu sparen, können Neubau-Lagerhallen auch als Gemeinschaftsprojekt mit potenziellen Geschäftspartnern aus der näheren Umgebung realisiert werden, auch eine teilweise Untervermietung ist möglich.

CONTRA:

  • Eine neugebaute Lagerhalle bedarf einer detaillierten Planung sowie eines erheblichen Material-, Kosten- und Zeitaufwands.

Foto: Zbysiu Rodak / unsplash.com




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Dieses Fachmagazin richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige und Existenzgründer, die nicht für jedes Thema eine Fachabteilung haben. Hier gibt es praktische Tipps zur Unternehmensführung, die selbständig umgesetzt werden können.

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