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E-Commerce erfolgreich mit stationärem Handel verknüpfen

Ladengeschäft

Immer mehr Unternehmen, die ihre Ware bislang ausschließlich online verkauft haben, eröffnen nun Ladengeschäfte in den deutschen Innenstädten. Dass diese zweigleisige Strategie Erfolg hat, glauben nicht nur die Gründer von Mymuesli, Notebooksbilliger und Chocri, sondern auch Amazon, der größte und erfolgreichste Onlineshop in Deutschland.

Wir führen auf, was Jungunternehmer beachten müssen, wenn sie sich dafür entscheiden, zwei Vertriebskanäle für ihre Produkte zu nutzen.

Die Einkaufswelt hat sich verändert – für Verbraucher ebenso wie für Unternehmen. Nicht mehr nur Kleidung, Bücher und Fernseher werden heutzutage per Mausklick direkt vor die Haustür geliefert, sondern auch Lebensmittel, Gartengeräte und Medizin. Wurde der Onlinehandel jedoch lange für das Aussterben kleiner Geschäfte vor Ort verantwortlich gemacht, sind die Fronten zwischen On- und Offline-Einkäufen längst nicht mehr verhärtet.

Glaubt man Prognosen, können Unternehmer vielmehr die Vorteile beider Geschäftsmodelle nutzen. Hierbei gilt es das Für und Wider entsprechend abzuwägen.

Vorteile beider Vertriebskanäle nutzen

Trotz erheblicher Wachstumsraten im Internethandel zahlt es sich für Unternehmen wie Mymuesli aus, ihre Produkte nicht nur über ihren Onlineshop, sondern auch über ihre Läden in Deutschland und Österreich zu vertreiben. Auch im Bereich Unterhaltungselektronik gibt es immer mehr Internetanbieter, die parallel auf den Offline-Verkauf setzen, bspw. Cyberport und Notebooksbilliger und sogar Amazon.

Die Strategie dahinter deckt sich mit einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts GfK, die hier als Pdf einsehbar ist. Demnach generieren Einkäufe, die online vorbereitet und abschließend im Geschäft getätigt werden, einen elfmal höheren Umsatz als im umgekehrten Fall.

So schätzen Verbraucher zwar aus einer rationalen Perspektive die Angebotsvielfalt und günstigen Preise im Netz, legen jedoch gleichzeitig Wert auf die haptischen und emotionalen Aspekte des stationären Einkaufs. Vor allem, wenn es sich um hochwertige Produkte handelt, die eine kompetente, ausführliche Beratung erfordern oder etwa verderbliche Lebensmittel, sitzen die Geschäfte in der Innenstadt immer noch am längeren Hebel.

Businessplan erstellen und Kosten kalkulieren

Den Schritt vom Online- zum Offlinehandel zu wagen, gilt auch deshalb als zukunftsträchtig, weil es das Überleben kleiner Onlineshops sichern könnte, die einem Marktriesen wie Amazon dauerhaft nicht gewachsen sind. Vor Ort Präsenz zu zeigen, steigert zudem den Bekanntheitsgrad der Marke; das Unternehmen macht sich auch bei einer Zielgruppe abseits von jungen, internetaffinen Verbrauchern einen Namen.

Bei aller Euphorie von Firmengründern wie Mymuesli-Mitgründer Max Wittrock für das Engagement in der realen Ladenwelt: Ein Geschäft vor Ort zu eröffnen, erfordert das nötige Kleingeld. Je nach Sortiment und Branche müssen die Betreiber der Onlineshops

  • Mitarbeiter einstellen
  • Lager- und Verkaufsräume mieten
  • Möbel und PCs kaufen
  • sich für logistische Herausforderungen wappnen und Geräte wie Hubwagen anschaffen, mit denen sich Regale, Möbel und Waren leicht transportieren und stapeln lassen.

Für Unternehmen wie Amazon dürfte die Logistik das kleinste Problem sein – wohl einer der Gründe, warum der Platzhirsch nach neuesten Zeitungsberichten in den USA über 100 Stores vor Ort eröffnen will.

Für alle Mitbewerber, deren Eigenkapital für ein zweites Standbein nicht ausreicht, heißt es zunächst einen Businessplan zu erstellen, um anschließend Investoren zu überzeugen. Je nach Umfang des Vorhabens und der benötigten Summe lohnt sich ein Antrag auf staatliche Förderung, ein klassischer Bankenkredit oder eine Finanzierung über Venture Capital.

Kategorie: Marketing & Vertrieb

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Unternehmerhandbuch

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