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Gewerbliche Ermittlungen mit Hilfe einer Detektei

gewerbliche Ermittlungen

Als Unternehmen sieht man sich einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt und so manches Mal muss man sich gegen unlautere Methoden der Mitbewerber wehren, beispielsweise Ausspionieren, Verletzung des Urheberrechts oder sogar Sabotage. Dazu kommen nicht selten interne Probleme, die sich etwa durch das Fehlverhalten von Mitarbeitern ergeben.

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer hat unerlaubt einen zweiten Job und kann deshalb die von ihm erwartete Leistung aufgrund von Überforderung nicht mehr erbringen, meldet sich unberechtigter Weise krank und fährt in dieser Zeit in den Urlaub oder schadet dem Unternehmen durch ausgeführte Schwarzarbeit.

Was zählt zu den gewerblichen Ermittlungen einer Detektei?

Um solche Vergehen untersuchen zu lassen und aufzudecken, kann man als Unternehmer beispielsweise eine Detektei mit gewerblichen Ermittlungen beauftragen. In diesem Fall ist zunächst zu klären, ob es sich auch tatsächlich um solche handelt.

Unter dem Begriff gewerbliche Ermittlungen subsumieren Detekteien in der Regel Ermittlungen zu

  • Schwarzarbeit,
  • nicht genehmigten Nebentätigkeiten,
  • Diebstahl durch Mitarbeiter,
  • Lohnfortzahlungs- und Versicherungsbetrug,
  • Vergehen in den Bereichen Computerkriminalität,
  • Betriebsspionage,
  • Bedrohung,
  • Erpressung oder
  • Sabotage.

Zudem führen die Detekteien Personal- und Bewerberüberprüfungen im Rahmen gewerblicher Ermittlungen durch, klären im Auftrag von Unternehmen den Verbleib von Schuldnern, untersuchen Verletzungen des Urheber- und Patentrechts und spüren auf Wunsch in den Unternehmensräumen installierte, unerlaubte Überwachungstechnik auf.

Beweiskräftige Recherche durch Experten

Es ist leider erwiesen, dass Mitbewerber und auch Mitarbeiter extrem einfallsreich sind, wenn es um die Verschleierung von illegalen Machenschaften wie Betriebsspionage, Versicherungs- oder Lohnfortzahlungsbetrug geht. Die Beweispflicht liegt in solchen Fällen beim geschädigten Unternehmen.

Um gerichtverwertbare Beweismittel vorweisen zu können, reicht es nicht, einfach ein paar Bilder zu schießen oder eine beteiligte Person auszufragen. Hier werden geschulte Detektive benötigt, die etwas von Observation, Recherche, Protokollierung sowie Dokumentation verstehen.

Erfahrene Detektive sind in der Lage, beweiskräftig darzulegen, ob eventuell das schuldhafte Verhalten eines Mitarbeiters zu einem Schaden für das Unternehmen geführt hat oder ob es andere Verursacher oder Gründe gibt. Eine gewerbliche Ermittlung im Auftrag eines Unternehmens sollte daher stets von einer Detektei durchgeführt werden, die sich auf diesen Bereich der Ermittlungsarbeit spezialisiert hat und über entsprechende Referenzen verfügt.

Rechtskenntnisse sind Pflicht

Wenn ein Unternehmen eine Detektei mit Ermittlungen im gewerblichen Umfeld beauftragt, muss darauf geachtet werden, dass sie beziehungsweise ihre Mitarbeiter nicht nur Kenntnisse in der Ermittlungsarbeit vorweisen können, sondern auch über ein fundiertes Wissen bezüglich des deutschen Rechtssystems verfügen.

Bei der Wahl der Detektei sollte die Ausbildung der Detektive eine wichtige Rolle spielen. Nichts wäre kontraproduktiver, als wenn ein Privatermittler während seiner Arbeit geltendes Recht brechen würde und dadurch das bisher gesammelte Beweismaterial eventuell nicht mehr gerichtsverwertbar wäre.

Die Mitarbeiter einer Detektei müssen wissen, dass alle illegalen Methoden der Beweissicherung (etwa durch Diebstahl, nicht autorisierte Gesprächsmitschnitte oder Einbruch) zu unterlassen sind. Im Idealfall ist die Detektei Mitglied im Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) und die Mitarbeiter der Detektei haben beispielsweise eine Ausbildung nach den Vorgaben der Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD).

Kosten für gewerbliche Ermittlungen mithilfe einer Detektei

Die Frage der Kosten, die im Rahmen einer solchen Ermittlung entstehen, ist auch für ein Unternehmen von Bedeutung. In der Regel gibt es ein Erstgespräch mit der ausgewählten Detektei, in der zunächst allgemeine Dinge besprochen werden, unter anderem auch die Kosten. Diese richten sich normalerweise nach dem notwendigen Aufwand, also etwa

  • Zeitaufwand,
  • Anzahl des benötigten Personals,
  • Einsatz von Technik,
  • Anzahl und gefahrene Kilometer der Fahrzeuge.

Damit man hier als Auftraggeber keine unliebsamen Überraschungen erlebt, bieten die meisten Detekteien an, mit dem Auftraggeber vor notwendigen Sonderausgaben Kontakt aufzunehmen und zu klären, ob diese Kosten in Ordnung gehen. Auf diese Weise behält das beauftragende Unternehmen die Kosten immer im Blick und kann bei Bedarf einschreiten.

Die Kosten für gewerbliche Ermittlungen sollten im abzuschließenden Vertag zwischen Unternehmen und Detektei schriftlich fixiert werden, auf diese Weise entsteht für beide Seiten mehr Rechtssicherheit.

Diskretion ist oberstes Gebot

Als Unternehmen eine Ermittlung gegen einen Mitarbeiter, Geschäftspartner oder Konkurrenten anzustrengen ist eine heikle Angelegenheit. Häufig stehen am Beginn lediglich Verdachtsmomente, die zu Ermittlungen durch eine Detektei führen. Um die Verdächtige Person nicht aufzuschrecken und einer eventuellen Vernichtung von Beweisen entgegenzuwirken, muss die Detektei ihre Ermittlungen möglichst diskret durchführen.

Ist die verdächtige Person unschuldig und die Arbeit der Detektei bleibt nicht verborgen, kann das für den Mitarbeiter und auch das Unternehmen sehr unangenehm werden. Letztlich geht es um den Ruf beider Seiten. Daher sollte die überführte Person erst bei nachweisbarer Schuld mit den Ermittlungsergebnissen der Detektei konfrontiert werden.

Zudem ist es sinnvoll, die zuständigen Strafverfolgungsbehörden einzuschalten, vor allem, wenn es sich tatsächlich um eine rechtswidrige Straftat handelt. Die Detektei kann das beauftragende Unternehmen bezüglich der besten Vorgehensweise beraten.

Detektei als Zeuge für Ermittlungsergebnisse

Sind die durch ein Unternehmen beauftragten gewerblichen Ermittlungen mithilfe der Detektei abgeschlossen, die Verdächtigen überführt und angeklagt, ist die Arbeit der beteiligten Detektive noch nicht abgeschlossen.

Eine weitere Aufgabe der Detektei-Mitarbeiter besteht nämlich darin, ihre Ermittlungserkenntnisse bei Bedarf im Rahmen einer Gerichtsverhandlung darzulegen und so als Zeugen zu fungieren. Aufgrund des von ihnen gesammelten Beweismaterials und durch ihre Aussage tragen sie letztlich zur Überführung der Verdächtigen bei.

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