Management & Controlling, Personal & Weiterbildung
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Schicken Sie Ihren Controller mal zum Pokern!

Controller

Unternehmertum ist in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit dem Pokerspiel.

Nehmen wir an, der Spieltisch stellt den Markt dar und die Karten auf der Hand des Spielers das Produkt. Das eigentliche Spielmittel ist aber nun nicht das Blatt, das der Spieler hält – sondern der Chipstapel vor dem Spieler. Das ist das verfügbare Kapital.

Je höher dieser Stapel ist, desto mehr Marktmacht repräsentiert der Spieler am Pokertisch. Völlig unabhängig von der Qualität seines Blattes kann er damit das Verhalten der anderen Spieler lenken, Druck aufbauen oder sich bequem zurücklehnen – nun gut, Letzteres sollte ein Unternehmer nie machen.

Wahrscheinlichkeitsrechnung

Die wichtigste Rechengröße für den Pokerspieler sind die Odds – die Wahrscheinlichkeiten. Die sagen ihm einerseits, mit welcher Wahrscheinlichkeit Karten aufgedeckt werden, die seine Hand zur sicheren Gewinnerhand machen.

Die für den Pokerspieler relevanten Odds sind aber mitunter völlig unabhängig von seinem Blatt. Sie sagen ihm, ob und in welcher Höhe ein Einsatz überhaupt rentabel ist. Ein guter Pokerspieler verlässt sich daher nicht auf sein Kartenglück, sondern behält stets Einsatz und Kosten unter Kontrolle.

Lohnt sich der Kapitaleinsatz?

Das Gleiche gilt für den Unternehmer. Egal, ob er mit Schuhen oder Eisenbahnschienen auf dem Markt operiert. Das Produkt ist zweitrangig.

Er muss viel mehr stets Kosten und Kapitaleinsatz unter Kontrolle behalten. Er muss abwägen können, wo Kapitaleinsatz Profit verspricht und wann er möglicherweise für die Katz ist. Deshalb ist im Unternehmen das weitsichtige Controlling so wichtig.

Seinen Markt kennen!

Weil aber auch beim Poker das Spielblatt nicht völlig egal ist, sollte auch das Controlling nicht völlig aus den Augen verlieren, mit welchem Produkt sein Unternehmen spielt und auf welchem Markt es auftritt. Das ist etwa sehr wichtig, wenn sowohl Produkt, als auch Kundschaft hochsensibel sind.

Ein fiktives Beispiel: ein Controller bei Ferrari entdeckt, dass es der günstige Lichtschalter aus dem Konzernregal genauso tut, wie ein extra designter. Wieder was gespart. Aber jemand, der 200.000 Euro für seinen Boliden ausgibt, akzeptiert vielleicht keinen Lichtschalter aus dem Fiat Panda…

Personal-Controlling

Immer wichtiger wird in Unternehmen auch das relativ neue Personal-Controlling. Das heißt nicht, dass sie ständig ihren Angestellten auf die Finger schauen. Personal-Controlling analysiert auch nur zum einen Kosten und Einsatz von Mitarbeitern.

Strategisches Personal-Controlling befasst sich zudem mit „weichen“ Faktoren wie Motivation, Fähigkeiten und Potentialen von Mitarbeitern. Auch ein schlechtes Betriebsklima und unzufriedenes Personal kann rausgeschmissen Geld sein und am Chipstapel nagen.

Controlling braucht Kompetenz

Weil das Feld sehr komplex ist, braucht nachhaltiges, erfolgreiches Controlling Ausbildung.

Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es oft an der nötigen (Wo-)Manpower oder Budget für den Aufbau eines guten Controlling-Systems. Dann kann es angebracht sein, sich diese Kompetenz in der Form von Consulting ins Haus zu holen. Der Aufwand dafür ist oft sehr viel geringer, als wenn Sie als Unternehmer Geld versenken, weil Mittel oder Personal falsch eingesetzt werden.

Glück brauchen sie als Unternehmer immer – aber Unternehmertum sollte nicht zum Glücksspiel werden.

Foto: Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

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