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Entscheidungsmethoden – das K.o.-System

K.o.-System

Manchmal können wir uns einfach nicht entscheiden. Nicht, weil wir nicht wissen, was wir wollen, sondern weil wir zu viele Möglichkeiten haben.

Kennt jeder aus dem Supermarkt, oder? Auch im Geschäftsleben hat man manchmal einfach zu viele Möglichkeiten und kommt einfach zu keiner Entscheidung.

Die beste Autoversicherung? Die beste Software für die Buchhaltung? Der beste Bürostuhl? Unendlich viele Möglichkeiten – wie soll man sich da entscheiden? Wie unter den ganzen Alternativen das Beste herausfinden?

Man braucht eine Entscheidungsmethode, die schnell und einfach aussortiert, um dann zwischen wenigen Alternativen wählen zu können!

Das K.o.-System

Das K.o.-System spart Zeit und Energie, wenn man aus vielen Möglichkeiten die beste ermitteln will. Gerade bei Kaufentscheidungen und Investitionen kann man das K.o.-System super nutzen, um schnell heraus zu finden, welche Alternativen wirklich entscheidungsrelevant sind.

Das Prinzip dahinter: es wird aussortiert, was den eigenen Anforderungen nicht gerecht wird. In dem man Stück für Stück aussortiert, was den Kriterien nicht entspricht schrumpft die Anzahl der Alternativen, so dass man sich schneller entscheiden kann. Je mehr Kriterien man anwendet, umso übersichtlicher wird das Ganze, bis letztlich nur noch eine Variante übrig bleibt.

Aber: um die geeigneten Kriterien anzuwenden, muss man genau wissen, was man will. Die K.o.-Kriterien müssen klar und eindeutig sein, sonst kommt man nicht weiter.

Beispiel: sucht man nach einem Firmennamen so ist das Thema Markenschutz ein echtes K.o.-Kriterium. Ist der Name bereits geschützt, fliegt er natürlich raus. Zack, erledigt. Darüber muss man nicht weiter nachdenken 🙂

Vorgehen:

  • Wenn klar ist worüber entschieden werden soll, dann trägt man alle Unterlagen, die für die Entscheidung wichtig sind, zusammen und beginnt mit der Erstellung der Kriterienliste.
  • Die K.o.-Kriterien möglichst genau definieren, damit später schnell und eindeutig aussortiert werden kann. (Ein bisschen Spielraum bei den Kriterien lassen, sonst hat man nachher eine Liste mit unerfüllbaren Ansprüchen.)
  • Dann werden diese Kriterien nach Relevanz sortiert und nach dem Aufwand sie zu überprüfen. Absolute No-Go‘s nach vorne und alles, was leicht zu checken ist. Kompliziert zu überprüfende Kriterien kann man später immer noch anwenden, falls es dann noch nötig ist.
  • Jetzt einfach alle Optionen anhand der Kriterienliste überprüfen. Wer verliert, d.h. ein Kriterium nicht erfüllt, fliegt raus. (Kenn wir ja alle aus dem Sport vom Pokalsystem, gell?)
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  • Am Ende stehen auf der Liste der Alternativen nur noch Varianten, die alle Kriterien erfüllen!
  • Je nachdem, wie viele dann noch übrig sind, gibt es:
    • einen eindeutigen Sieger,
    • wenige Alternativen, zwischen denen man sich gut entscheiden kann,
    • oder es bleibt leider keine Möglichkeit übrig. Dann muss man sich überlegen, ob man einen Kompromiss eingehen oder weiter nach der idealen Lösung suchen möchte.

Weitere Methoden, um sich zwischen (vielen) Alternativen zu entscheiden

Neben diesen Methoden gibt es noch weitere Ansätze, die bei Kaufentscheidungen und Investitionen helfen können:

  • Entscheidungsmatrix (bzw. gewichtete Entscheidungsmatrix): Die Entscheidungsmatrix hilft sich anhand rationaler Kriterien zwischen mehreren Alternativen zu entscheiden. Dazu werden die einzelnen Alternativen anhand vorab definierter Kriterien bewertet und diejenige mit den meisten Punkten gewinnt.
  • Kostenvergleich: Eine einfache Rechenmethode zur Entscheidungsfindung bei der Wahl zwischen verschiedenen Alternativen. Dabei werden ganz simpel die Kosten der unterschiedlichen Varianten gegenübergestellt, die günstigste Variante gewinnt.
  • Portfolio-Methode: Hinter dieser Methode steht die Frage, wie die Relation zwischen Risiko und Gewinn optimiert werden kann. Die klassischen 4-Felder-Matrix der Boston Consulting Group dient oft als Grundlage für unternehmerische Investitionsentscheidungen.

Mehr Informationen

Weitere Entscheidungsmethoden und ihre Anwendungsgebiete stelle ich euch in kommenden Artikeln vor. Alle bisher erschienenen Beiträge rund um das Thema findet ihr hier:

Entscheidungsmethoden

Foto: Everett Collection / shutterstock.com

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