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So planen Sie die erfolgreiche Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge

Als Gloria von Thurn und Taxis im Dezember 1990 im Alter von 30 Jahren plötzlich  Witwe wurde, stand sie vor einem Berg von Problemen. Ihr Sohn Albert, Universalerbe eines Milliarden-Vermögens, war gerade mal sieben Jahre alt. Ihr verstorbener Gatte Johannes von Thurn und Taxis, obschon seit Jahren gesundheitlich nicht auf der Höhe, hatte sie erst sehr zaghaft in die Unternehmensführung eingebunden.

Nach seinem Tod zeigte sich nicht bloß, dass er seine eigene Lebenserwartung dramatisch überschätzt hatte. Auch bei der Auswahl des Managements für sein Sammelsurium an mittelständischen Betrieben hatte er keine glückliche Hand bewiesen. Statt Rendite erwirtschaftete das Haus Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. Allein um die damals 45 Millionen Mark Erbschaftssteuer zahlen zu können, musste Gloria mehr als bloß Tafelsilber verkaufen.

Gloria drohte nicht das Armenhaus. Aber es erwies sich als immens bedrohlich für das Vermögen, dass der verstorbene Fürst die Nachfolge in seinem Unternehmen nicht früher eingeleitet hatte. „Ich gebe den Stab nicht ab“, hatte er noch vier Monate vor seinem Tod in einem Interview mit dem Spiegel gesagt.

Frühzeitige Nachfolgeplanung ist existenziell bedeutsam

Eine erfolgreiche und reibungslose Unternehmensnachfolge erfordert eine jahrelange Vorbereitung. Neben Fragen zum Fortbestand von Standorten und Arbeitsplätzen stellen sich auch solche zur Finanzierung und Kaufpreisfindung, schließlich auch zur künftigen Rolle des übergebenden Unternehmers.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) empfiehlt, den Nachfolgeprozess spätestens drei Jahre vor einer geplanten Übergabe zu starten. Ungeplante und überraschende Unternehmensnachfolgen sind der worst case und existenziell bedrohlich für Unternehmen.

Dennoch gehen viele Unternehmer das Thema gar nicht oder nur unzureichend an. Es handelt sich auch um eine hochemotionale Entscheidung. Und viele wollen die Endlichkeit der eigenen Schaffenskraft und auch des eigenen Lebens nicht wahrhaben.

Übernahme-Gründer sind Mangelware

Die Zahlen sind teilweise dramatisch. Nach einer Studie der KfW stehen 620.000 kleine und mittelständische Unternehmen mit vier Millionen Beschäftigten in den Jahren 2016 bis 2018 zur Übernahme an ­­– das sind 17 Prozent der mittelständischen Betriebe in Deutschland. Doch erst rund ein Drittel der Unternehmen habe bereits den Nachfolgeprozess eingeleitet.

Gleichzeitig fehlt es schon aus demographischen Gründen an möglichen Übernahme-Gründern. Denn für beinahe die Hälfte der Unternehmen zeichnet sich keine familiäre Nachfolge ab. Und der älteren Generation der 54-70 Jährigen stehen immer weniger Menschen der 20-54 Jährigen gegenüber.

Im Jahr 2000 betrug das Verhältnis noch 1:2,8 ­– aktuell liegt es bei 1:2. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zenner kam zu dem Schluss, dass aktuell jährlich dreimal so viele Unternehmensnachfolgen anstehen wie Übernahmegründer zur Verfügung stehen.




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Die Volksbank als Partner für die Unternehmensnachfolge

Die Volksbanken haben sich als Mittelstandsbank aufgestellt. In Ihrer Webserie „Von Mittelstand zu Mittelstand“  binden sie erfolgreiche Unternehmer in ihr Beratungskonzept mit ein. Die Webserie beleuchtet in mehreren Staffeln Themen wie Digitalisierung, Wachstum oder Internationalisierung.

Die aktuelle Staffel widmet sich der Unternehmensnachfolge.

Ferdinand Kraft ist einer der Protagonisten. Er hat sein mittelständisches Unternehmen G. Kraft Maschinenbau an einen seiner Nachwuchsmanager weitergegeben, der im Unternehmen groß wurde. Jetzt führen sie das Unternehmen gemeinsam in die Zukunft.

„Vor der Geldfrage müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, beschreibt Kraft den Prozess und: „Wenn Dinge scheitern, liegt es häufig an den Älteren.“

Tatsächlich scheitern Übernahmen immer wieder daran, dass der Altunternehmer und der Gründer verschiedene Vorstellungen haben. So zeigt sich oft, dass der Übergabe-Unternehmer höchsten Wert auf die Einarbeitung des Neuen und Erhalt von Kunden- und Lieferantenbeziehungen legt, weniger auf die Modernisierung. Genau die ist aber oft dem Nachfolger extrem wichtig.

Übergabe-Unternehmer scheuen sich mitunter, Investitionen vorzunehmen, von denen sie selbst nicht mehr profitieren. Eine professionelle und kompetente Begleitung im Nachfolgeprozess soll genau solche Reibungsflächen verhindern.

Foto: Volksbanken

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Dieses Fachmagazin richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige und Existenzgründer, die nicht für jedes Thema eine Fachabteilung haben. Hier gibt es praktische Tipps zur Unternehmensführung, die selbständig umgesetzt werden können.

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