Wer sich heutzutage mit dem Thema Marketing und Werbung befasst, dem wird schnell klar: Eigentlich passiert Marketing heute online. Homepage, Social-Media-Auftritt, Anzeigen schalten – Marketing findet hauptsächlich im Netz statt.
Dabei hat Offline-Marketing ebenfalls einiges zu bieten und kann sich weiterhin lohnen.
Wieso eigentlich online?
Dass Marketing im Netz viele Vorteile mit sich bringt, das leuchtet ein. Es ist vor allem kostengünstig. Ein Blog- oder Newsletterbeitrag ist schnell geschrieben und versandt.
Online lässt sich sehr effektiv eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, da über das Nutzerverhalten viele Informationen vorliegen, die die Bestimmung von bestimmten Merkmalen wie Alter oder Geschlecht, aber ebenso Interessen ermöglichen.
Onlinemarketing ist interaktiv. Es ist einfach, verschiedene Aspekte zu kombinieren wie zum Beispiel Videos, Bildergalerien, Livechats oder ein Quiz. Außerdem lassen sich Erfolg und Statistiken online unkompliziert auswerten.
Mit der richtigen Aus- und Weiterbildung können viele Mitarbeiter Aufgaben im Online-Marketing übernehmen.
Vorteile der Offline-Werbung
Zu Offline-Marketing zählt alles, was das Unternehmen bewirbt und nicht im Netz passiert – Plakate, Flyer, Radiospots, Werbeartikel, Gutscheine, Zeitungsanzeigen, Aufkleber oder Briefbögen.
Der entscheidende Vorteil gegenüber digitaler Werbung: Offline-Erlebnisse sprechen mehrere Sinne an und gehen nicht im Feed unter. Ein Flyer, den jemand in die Hand nimmt, ein Werbeartikel, der täglich genutzt wird, ein Sponsor-Logo auf dem Trikot – das alles erzeugt Präsenz, die sich nicht wegklicken lässt.
Dazu kommt: Wer lokal aktiv ist, profitiert von Offline-Marketing überproportional. Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit im physischen Raum ist deutlich geringer als online – und die Zielgruppe ist oft genau die, die man ansprechen will.
Offline-Marketing bedeutet vor allem kreativ sein
Offline-Marketing muss vor allem zum Unternehmen passen und die richtige Zielgruppe ansprechen. Daher ist nicht jede Methode für alle Unternehmen gleich wirksam.
Viele Marketingmethoden sind offline recht teuer. Unternehmen sollten sich daher gut überlegen, auf welche sie zurückgreifen wollen. So können sie zum Beispiel aus den folgenden Methoden wählen:
Visitenkarten

Foto: Patrycja Cieszkowska / freeimages.com
Was erst einmal altmodisch klingt, lohnt sich aber trotzdem. Visitenkarten gehören zu jedem Event dazu, auf dem das Unternehmen präsent ist. Zum Beispiel auf Messen oder Netzwerkabenden werden die kleinen Karten gerne angefragt und verteilt.
Werbeartikel
Sie erreichen mehr Menschen als TV- oder Radiowerbung, so lautet das Ergebnis mehrerer Studien. Sie bieten vor allem den Vorteil, dass das Unternehmen lange in den Köpfen der Nutzer bleibt.
Egal ob Flaschenöffner oder Bleistiftspitzer – ein durchdachter Artikel wird unter Umständen lange benutzt und ist daher häufig im Blickfeld des Kunden. Solche Artikel können entweder auf Messen ausgeteilt oder an Bestandskunden versendet werden.
Besondere Anlässe wie Feiertage oder Geburtstage feiern einige Unternehmen zum Beispiel mit Karten und Geschenken.
Sponsoring
Unternehmen können Sponsoren werden – zum Beispiel von einem lokalen Verein. Mit einem Aufdruck auf den Trikots der Spieler laufen diese buchstäblich Werbung für das Unternehmen. Das kann viel Einfluss auf die lokale Gemeinschaft haben. Fans des Vereins werden auf das Unternehmen aufmerksam gemacht und gleichzeitig unterstützt es den Sportverein in der Region.
Messebesuche
Ob kleines oder großes Unternehmen – was bei einem Messestand zählt, ist ein durchdachter und einzigartiger Auftritt. Das bedeutet in der Praxis viel Vorbereitung. Das Gesamtbild muss stimmig sein – von der Größe des Standes über die Outfits der Beteiligten bis hin zur Platzierung der Werbeartikel und der Ansprache der Besucher.
Ein Messestand kann schnell teuer werden, daher bedarf es guter und frühzeitiger Planung, damit Unternehmen die Kosten so überschaubar wie möglich halten können.
Natürlich muss die Messe zum Unternehmen und der Dienstleistung passen. So gibt es Messen zu allen Themen – von großen Branchenmessen wie der Hannover Messe oder der Ambiente bis zu kleineren regionalen Events wie der Textilmesse in Frankfurt.
Um ausgefallene Printdokumente herzustellen wie etwa Faltkarten oder lustige Flyer, braucht es kreative Köpfe. Der Verlust ist hoch, wenn diese Artikel direkt im Müll landen.
Flyer auf der Straße zu verteilen, lohnt sich nur für Großunternehmen mit einem großen Geldbeutel oder für kleine Firmem an den richtigen Standorten, wo sich viele potentielle Kunden tummeln.
Wer Direktmarketing mit Bestands- anstatt mit Neukunden betreibt, kann die Kosten gering halten. Dann geht es allerdings weniger um die Akquise, als vielmehr um die Kundenbindung. Die Zielgruppe ist also eine andere.
Guerilla-Marketing
Hinter dem Begriff verbergen sich verschiedene Marketingformen. Ob diese wirklich in die Kategorie Marketing fallen – darüber scheiden sich die Geister.
Ein Beispiel für Guerilla-Marketing kann ein Flashmob oder eine Theateraufführung auf der Straße sein. Solche Aktionen kosten wenig, bringen aber immer etwas Risiko mit sich. Sie funktionieren nämlich nur, wenn sie witzig oder provokativ sind.
Zudem sind die Aktionen nicht immer ganz legal und mit der Stadt abgesprochen. Hier ist Vorsicht geboten.
Für diese Unternehmen lohnt sich Offline-Marketing
Unternehmen, die darauf abzielen, landesweit oder gar weltweit Kunden zu kontaktieren, für die wird es im Offline-Marketing schnell kompliziert. Eine Kampagne offline so zu gestalten, dass sie dieselbe Reichweite wie das Online-Pendant hat, das ist kaum möglich.
Für kleinere und vor allem lokale Unternehmen lohnt sich die Investition in Offline-Marketing durchaus. Das gilt vor allem, wenn sie sich die folgenden Tipps zu Herzen nehmen:
- Offline Marketing muss Teil des gesamten Marketingplans sein und zu anderen Aktivitäten passen.
- Unternehmen sollten sich ihr Marketingbudget für Offline-Aktionen im Vorfeld überlegen.
- Offline-Kampagnen müssen durchdacht und professionell gestaltet sein.
- Da die Messbarkeit des Erfolgs schwierig ist, sollten sich Unternehmen überlegen, wie sie ihn am besten nachhalten können.
- Besonders bei Werbeartikeln muss die Funktionalität des Artikels einwandfrei sein.
- Kreativität und Mut zahlen sich aus, so heben sich Aktionen von der Masse ab.
- Scheitert eine Werbeaktion, sollten Unternehmen daraus lernen, aber nicht direkt aufgeben.
- Im Zentrum der Planung muss die Frage stehen, welche Zielgruppe angesprochen werden soll.
Offline und online sind kein Widerspruch
Die wirkungsvollsten Marketingkonzepte verbinden beide Welten. Eine Messepräsenz, die auf die Website führt. Ein Flyer mit QR-Code. Sponsoring, das auf Social Media sichtbar gemacht wird. Wer Offline-Marketing als Ergänzung statt als Alternative denkt, holt das Beste aus beiden Kanälen heraus.

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