Recht & Steuern
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Rauchverbot in der Gastronomie – gestalten statt protestieren

Rauchverbot in der Gastronomie

Seitdem am 1. Mai 2013 in Nordrhein-Westfalen das Gesetz zum absoluten Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft trat, sind viele Wirte auf dem höchsten Wipfel der Palme.

Da gibt’s Demonstrationen noch und nöcher, Unterschriftenlisten werden herumgereicht, Petitionen eingereicht. In Zeitungen beklagen sich Wirte über leere Lokale – und halten damit erst recht Gäste fern. Wer sucht schon eine Wirtschaft auf, von der er weiß, dass nix los ist?

So mancher richtig wütende Kneipen-Wirt ließ sich gar damit zitieren, seine Gäste weiterrauchen zu lassen. Super Idee. Genauso gut könnte er dem Finanzamt schriftlich mitteilen, fortan Steuern zu hinterziehen. Wer dermaßen öffentlich erklärt, sich nicht an Gesetze halten zu wollen, darf von behördlichem Besuch nicht überrascht sein. Das ist nicht der Weg.

Das Rauchverbot als Chance betrachten

Robert Z. kennt das mit dem Rauchverbot. Er betreibt eine Gastwirtschaft am Rande der Münchner Innenstadt. Bayerns Kneipen sind schon seit August 2010 per Gesetz qualmfrei.

Vor dem absoluten Rauchverbot war Robert Z.’s Gasthaus eine kleine Goldgrube. Seit dem Inkrafttreten schürft er zusätzlich noch ein paar Diamanten.

Robert Z. hat das Gesetz nicht als Wettbewerbshemmnis begriffen, sondern als Chance: „Ich bin Wirt. Ich serviere Getränke, in der Hauptsache Bier. Und bayerische Küche. Ich will den Erfolg meines Gasthauses nicht vom Wohl der Tabakindustrie abhängig machen.“

Genau, die Küche. Die wurde in Z.’s Gasthaus durch das Rauchverbot erst richtig wertvoll. Mit Hilfe seiner Brauerei investierte Z. in der vorhandenen Küche und der angeschlossenen Infrastruktur noch zusätzlich in Hotel und Gastronomiebedarf.

Dadurch konnte er sein Gasthaus noch stärker als zuvor als Speiselokal aufstellen. Eine Investition, die sich längst rentiert hat.

Robert Z.: „Früher war die Küche fast nur zum Mittagstisch ausgelastet. Seit dem Rauchverbot kehren besonders samstags und sonntags auch Familien ein. Und abends kamen plötzlich Gäste zum Essen, die ich vorher nie oder nur selten gesehen habe.“

Robert Z.’s Erfolgsrezept: Gute bayerische Küche, ein uriges Ambiente – und qualmfreie Luft.

Und was ist mit den Rauchern? „Meine Stammgäste kommen, weil sie die Atmosphäre des Lokals schätzen, Freunde treffen, Unterhaltung finden. Wer das sucht, bleibt wegen eines Rauchverbots nicht lange daheim.“ sagt Robert Z..

Wer rauchen will, geht halt auf eine Zigarette raus. Gewöhnungssache. Selbst auf dem Oktoberfest mit Millionen von Gästen klappte die Umsetzung des Rauchverbots ohne Raufereien.

Freilich, nicht jeder Gastronom hat die Möglichkeiten wie der Münchner. Doch auch Wirte kleiner Bierkneipen können etwas für zusätzliche Attraktivität ihrer Lokale tun, besonders jetzt im Sommer im Außenbereich.

Man kann etwa Salate oder kleine Snacks anbieten und damit werben. Manchmal reicht dafür schon die überschaubare Investition in Gerätschaften zum Frischhalten und Kühlen von Lebensmitteln.

Fest steht jedenfalls: Das Gesetz ist da. Und es wird bleiben. Wer sich nicht daran hält, geht. Protest ist hier reine Zeitverschwendung.

Eine gesunde Wirtshauskultur ist uns in Deutschland wichtig und wertvoll. Der DEHOGA-Bundesverband und seine Landesverbände geben Wirten wertvolle Tipps, wie sie die Zukunft ihrer Lokale trotz Rauchverbot gestalten können.

3 Kommentare

  1. Avatar

    Oje… dann wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis Österreich auch ein generelles Rauchverbot einführt. Wir machen ja eh fast alles nach.. Wie überleb ich das nur…

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