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Opfer bringen für den Unternehmenserfolg?

Opfer

Welche Opfer bringen sie für ihren Unternehmenserfolg? Das fragt SAGE in einer aktuellen Blogparade.

Opfer? Hm …

Ich habe darüber jetzt mindestens zwei Wochen nachgedacht und mir fällt nichts ein. Gar nichts. Ich bringe keine Opfer, zumindest empfinde ich es nicht so.

Wobei es natürlich schon einige Bereiche gibt, in denen ich vielleicht mehr investiere, als andere. Aber sind das wirklich Opfer?

Arbeitszeit

Gehen wir davon aus, dass der Durchschnittsdeutsche eine 40-Stunden-Woche hat, dann arbeite ich zu viel. Ja, das ist so. Im Jahr 2015 habe ich wöchentlich rund 6 Stunden mehr gearbeitet.

Aber ist das wirklich ein Opfer?

Ich finde nicht. Denn ich kann mir meine Arbeitszeit weitestgehend selbst einteilen. Ich kann dann arbeiten, wenn mir danach ist. Merke ich morgens, dass es mal wieder einer dieser doofen Tage ist, an denen ich nicht wirklich energiegeladen bin, dann ist es ganz allein meine Entscheidung, ob ich mich durch die Arbeit quäle oder lieber etwas anderes tue.

Ich kann mir meine Aufgaben so zurecht legen, dass sie zu meinem Biorhythmus passen. Daher quält mich meine Arbeit nicht, ich freue mich sogar darauf! Ich liebe meinen Beruf und die ständige Herausforderung hält mich wach. Ich liebe es, immer wieder etwas Neues zu entwickeln und mich regelmäßig neuen Aufgaben zu stellen.

In einem Job, der nur aus Routinen besteht würde ich eingehen. Dafür steckt wohl zu viel Unternehmergeist in mir, das kann ich einfach nicht 🙂

Freizeit

Wer mehr arbeitet hat weniger Freizeit. Ganz einfach Sache.

Da ich mehr arbeite als andere, habe ich einfach weniger Freizeit. Logisch.

Wenn ich dann aber schaue, wie oft ich pro Woche Tennis spiele, zum Yoga gehe, Freunde treffe oder auch einfach mal Zeit mit mir selbst verbringe, dann kann ich nicht wirklich feststellen, dass mir da etwas fehlt. Es ist ja auch immer eine Frage der Lebensumstände, wie viel freie Zeit man zu seiner Verfügung hat und was da alles untergebracht werden muss.

Auch in diesem Bereich kann ich daher nicht feststellen, dass ich irgendwelche Opfer bringen muss, bloß weil ich selbständig bin. Im Gegenteil, meine Flexibilität bei den Arbeitszeiten ermöglicht es mir, viele Freizeitaktivitäten zu betreiben, die Menschen mit festen Arbeitszeiten leider ausfallen lassen müssen!

Gesundheit

Ja, ich kann nicht einfach einen gelben Schein einreichen, wenn ich mal krank bin. Falle ich aus, dann steht mein Betrieb still und zwar zu 100%. Das ist ein enormes Risiko, aber kein Opfer.

Natürlich kann ich mich nicht einfach beim kleinsten Zipperlein ins Bett legen und alle Telefone ausschalten und keine Mails mehr beantworten. Ich habe ja keinen Kollegen, der dann meine Vertretung übernimmt. Und Gehalt bekomme ich dann auch nicht.

Was ich aber ganz sicher nicht tue, ist mich auch mit schwerer Grippe an den Schreibtisch setzen. Ich muss auf mich achten, wenn ich noch länge selbständig sein möchte. Ich brauche keinen Burnout, ich brauche mich in Bestform, damit mein Business läuft und dazu gehören einfach auch Pausen, um den Akku aufzutanken oder eben eine Krankheit auszukurieren.

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Mittlerweile ist es zum Glück so, dass ein großer Teil meines Einkommens nicht mehr direkt von meiner aktuell geleisteten Arbeit abhängig ist. Mein Online-Business wirft auch dann Geld ab, wenn ich im Urlaub oder eben krank bin. Außerdem habe ich mir schon vor langer Zeit ein finanzielles Polster zugelegt, das mich auffängt, wenn ich mal nicht einsatzfähig bin.

Ich achte auf mich – das gut so und erfordert mit Sicherheit keine Opfer.

Finanzen

Verdiene ich genug? Würde ich als Angestellte mehr verdienen? Diese Fragen habe ich mir im Laufe der letzten 10 Jahr immer mal wieder gestellt.

Mein Antwort: wahrscheinlich könnte ich als Angestellte in einer Unternehmensberatung deutlich mehr verdienen. Zumindest wenn ich nur das monatliche Einkommen betrachten würde.

Bringe ich also ein finanzielles Opfer für meine Selbständigkeit, weil ich weniger verdiene als ich könnte?

Das ist viel zu kurzfristig gedacht!

Ja, es würde wahrscheinlich monatlich mehr Geld auf meinem Konto landen, aber alles hat seinen Preis. Ich müsste z.B. zu festen Zeiten im Büro erscheinen und dann auch produktiv sein. Ich könnte mir mit Sicherheit nicht mehr zu 100% aussuchen, mit wem ich arbeite oder welche Kunden ich betreue. Mein Chef würde mir vorgeben, welche Aufgaben zu bearbeiten sind und (zumindest ein Stück weit) für mich die Prioritäten setzen.

Als Selbständige kann ich es mir erlauben nur mit Wunschkunden zu arbeiten. Doofe Kunden fliegen einfach raus. Außerdem kann ich ganz alleine entscheiden, was gerade wichtig ist und um welche Aufgaben ich mich später kümmere. Ich kann entscheiden, in welche Richtung sich mein Unternehmen entwickeln soll und niemand redet mir rein, wie und wann ich Dinge erledige.

Herrlich!

So zu arbeiten ist mit Sicherheit kein Opfer, sondern ein ganz ganz großer Hauptgewinn! Dafür verzichte ich gerne auf ein paar Euro, denn das ist es mir wert 🙂

Verantwortung

Wer selbständig sein will braucht Mut. Das klingt jetzt arrogant, aber ich meine es ernst. Als Unternehmer wird man nicht mehr vom Abteilungsleiter oder Betriebsrat beschützt. Man ist selbst verantwortlich. Für alles. Immer. Das ist nicht für jeden das Richtige und das muss es auch gar nicht sein.

Natürlich liege auch ich manchmal nachts wach und grüble über meine berufliche Zukunft. Ich muss mich um alles selbst kümmern, bin für alles direkt selbst verantwortlich. Das kann einem manchmal schon den Schlaf rauben.

Auf der anderen Seite habe ich dadurch die Freiheit mir mein Leben und mein Arbeiten selbst zu gestalten. Alles ist genau so, wie es für mich passend ist. Ich muss mich keinen Unternehmenszwängen beugen, weil man das ja schon immer so gemacht hat. Muss keine Rücksicht nehmen auf Kollegen, die eine andere Herangehensweise haben. Muss mich keinem Chef unterordnen, dessen Ansagen ich für falsch halte. Mir fiel es schon immer schwer, mir sagen zu lassen, wo es langgeht. Einfach nur tun, was jemand anders mir sagt? Schwierig!

Wahrscheinlich bin ich einfach zu sehr Leitwolf, als das mich die unternehmerische Verantwortung abschrecken würde. Ich genieße meine Freiheit zu entscheiden und empfinde die damit verbundene permanente Zuständigkeit auf gar keinen Fall als Opfer!

Mein Fazit

Ich bringe keine Opfer für den Unternehmenserfolg. Für mich wäre es eher ein Opfer die Selbständigkeit aufzugeben. Meine Persönlichkeit und meine Prioritäten sind wahrscheinlich einfach sehr geeignet für ein Leben als selbständiger Unternehmer 🙂

Die ist mein Beitrag zur Blogparade „Welche Opfer bringen sie für ihren Unternehmenserfolg?“ von SAGE.

Foto: flyupmike / pixabay.com

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