Existenzgründung
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Vom Hörsaal in den Gründersessel? Worauf Gründer zu Beginn achten sollten

Gründer

Schule, Studium, Einstiegsposition, Führungsposition. Dieser doch recht stringent geplante Weg auf der Karriereleiter war lange Zeit der fast schon vorbestimmte Weg für diejenigen, die eine Hochschulzugangsberechtigung hatten. Heute zeigt sich die Hochschulszene vielseitiger. Die Zugänge sind bunter geworden, doch auch die Wege, wo es nach dem Studium hingeht, sind heute von Vielseitigkeit geprägt. Nicht selten schlagen Akademiker heute den Weg in die Selbstständigkeit ein.

Worauf Gründer gerade in der Anfangsphase achten sollten, ist Thema dieses Beitrags.

Der Arbeitsmarkt für Akademiker im Überblick

Im Jahr 2013 hatten acht Millionen Erwerbstätige (und damit jeder 5. Erwerbstätige in Deutschland) einen Hochschulabschluss. Die Arbeitslosenquote bei dieser Gruppe liegt auf einem niedrigen Niveau von 2,5 Prozent. Nach diesem ersten Einblick in den Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker, der in der gleichnamigen Broschüre der Arbeitsagentur vorgestellt wurde, soll der Fokus auf diejenigen fallen, die als Akademiker nicht in einer Festanstellung tätig sind.

Eine Grafik auf Seite 7 aus der soeben genannten Broschüre zeigt, dass Akademiker in allen Bereichen auf den Arbeitsmarkt drängen – und zwar tendenziell deutlich stärker als diejenigen mit niedrigeren Abschlüssen. Und wo bleiben die Selbstständigen? Sie arbeiten in diesen Bereichen (vgl. Abbildung 3, Seite 8):

  • 57 Prozent der in künstlerischen Berufen tätigen Akademiker (112.000 an der Zahl) arbeiten selbstständig.
  • 44 Prozent der in der Rechtsberatung tätigen Akademiker (213.000 an der Zahl) arbeiten selbstständig.
  • 43 Prozent der in der Psychologie und Psychotherapie tätigen Akademiker (89.000 an der Zahl) arbeiten selbstständig.

Keine selbstständigen Akademiker gibt es indes anscheinend in den Bereichen Naturwissenschaften sowie Verwaltung, Archiv- und Bibliothekswesen. Worauf Gründer achten sollten, damit der Start auch glückt, zeigen die folgenden Tipps.

1. Idee, Konzept, Analyse, Auswertung

Auch wenn es theoretisch und langweilig klingt, so ist es doch das Wichtigste, einen Plan davon zu haben, welche Produkte und Dienstleistungen man in welchem Vertriebs- bzw. Geschäftsmodell anbieten möchte. Dazu ist es auch nötig, den Markt durch Analysen zu erfassen, die Wettbewerbssituation zu kennen und entsprechende Ableitungen aus den theoretischen Recherchen zu treffen.

Wer sich an dieser Stelle damit schwer tut, ein Konzept zu entwerfen, dem sei gesagt: Das Erstkonzept soll eine Richtung anzeigen, die eine wichtige Orientierung in der Anfangszeit bietet. Selbstverständlich ist es erlaubt, wichtig und nötig, das Produkt- und Dienstleistungsportfolio ständig neu am Markt auszurichten und so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.




2. Die Zielgruppe erkennen und zur Kundengruppe machen

Es klingt auf den ersten Blick leichter, als es in der Praxis ist, denn wer seine Zielgruppe kennt, weiß zwar, wen er vom Produkt- und Leistungsportfolio überzeugen muss – doch die Erkenntnis darüber allein reicht noch nicht aus, um die Zielgruppe auch zur Kundengruppe zu machen. Wichtig ist zu wissen, wie die Zielgruppe einerseits auf den Unternehmer aufmerksam wird und dann in der Folge auch zum Kunden dessen werden kann.

Um auf sich aufmerksam zu machen, braucht es einen ausgeklügelten und dabei in sich stimmigen Marketing-Mix sowie die Erschließung von diversen Marketing-Kanälen, um auf vielseitige Art Kunden ansprechen zu können. In direkten Kontakt treten Gründer mit Kunden beispielsweise bei Messen. Um mit Hilfe eines kleinen Präsentes im Gedächtnis zu bleiben, können sie Werbegeschenke bei der HACH KG ordern. Grundsätzlich gilt bei der Wahl von Werbemitteln: Gründer sollten darauf achten, dass das Werbegeschenk auch zum Produkt oder zur Dienstleistung passt sowie dem Kunden einen Nutzen bietet.

3. Der Finanzplan

Natürlich können auch Gründer nicht allein von ihrer Idee leben und brauchen entweder ein Finanzpolster oder nehmen Geld auf, um die Gründungsidee in die Tat umzusetzen. Die Experten von Akademie.de raten: „Staatliche Zuschüsse zum persönlichen Lebensunterhalt (wie der Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur) oder auch betriebliche Anschub-Finanzierungen sind grundsätzlich begrüßenswert. Lassen Sie sich dadurch aber nicht dazu verführen, Ihr Hauptaugenmerk auf staatliche Förderungen zu legen: Die fortgesetzte Jagd nach zusätzlichen oder wiederholten Beihilfen lohnt sich einfach nicht – zumindest für kleinere Vorhaben.“

Anstatt sich auf die Jagd nach Zuschüssen zu begeben, sei lieber Punkt 2 stärker zu fokussieren, so die Tippgeber, denn wer sich einen soliden Kundenstamm aufbaut, wird nachhaltig Erfolge verbuchen. Daneben sei insbesondere wichtig, den finanziellen Rahmen gut durchdacht zu stecken: Dazu gehört die Kalkulation eines eigenen Gehalts ebenso wie Rücklagen für die Steuer zu bilden.

4. Netzwerken erlaubt, Nachmachen nicht

Es gehört zum guten Ton in der Gründerszene, sich auszutauschen, ohne dabei einem Dritten Ideen zu klauen. Wer sich als Gründer und Einzelspieler versteht, hat Recht mit Blick auf Strategie und Risiko, doch ein Austausch im Netzwerk ist nötig und wichtig, um das Unternehmen weiterentwickeln zu können.

Wer gemeinsam im Netzwerk interagiert, ist dem Gründer letztlich selbst überlassen. Klar ist, dass dies sowohl Mitbewerber als auch Profis anderer Unternehmensbereiche sein können. Wer sich beispielsweise mit einem Marketing-Fachmann oder einem Controller austauscht, der kann wichtige Impulse bekommen, welche weiteren Schritte nun zu nehmen sind und vielleicht wird aus einem aktiven Netzwerk später eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

5. Mut und Risikobereitschaft

Wer den Sprung vom Hörsaal in die Selbstständigkeit oder von einer Festanstellung ins Gründertum wagt, der ist mutig und in Teilen auch risikobereit. Das muss einem Gründer auch wahrlich in den Genen liegen, um erfolgreich zu sein. Wer sich indes aus einer Not heraus für die Selbstständigkeit entscheidet, der wird kaum langfristige Erfolge erzielen.

Tipp: Das Unternehmer-Mindset ist das A und O eines jeden Gründers.

Foto: TheaDesign / shutterstock.com

2 Kommentare

  1. Gemeinsam zum Erfolg sagt

    Toller Artikel, welcher mir in meiner aktuellen Situation wirklich weiterhilft.

    Ich werde deinen Blog gerne noch weiter verfolgen!

    Liebe Grüße!

    Jannik

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