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Gründerfahrplan (6): Businessplan schreiben

Businessplan
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Der Businessplan zeigt es schwarz auf weiß: Kann das Geschäft funktionieren?

Es sind natürlich nur – im besten Fall getestete – Annahmen einer zukünftigen Business-Strategie. Trotzdem wird dieses Schlüsseldokument die Grundlage für alle weiteren Gespräche und Schritte sein.

Kosten und Effizienz optimieren

Hendrik Rump, Gründer von Quantumfrog, musste seinen Businessplan nach einem ersten Versuchsballon korrigieren: „Zwar haben wir Umsätze gefahren, aber leider nicht so große Umsätze, dass wir uns darauf konzentrieren konnten, das Projekt weiterzuentwickeln. Wir sind also aus Kosten– und Effizienzgründen umgeschwenkt.“

Rumps ursprüngliche Idee war es, Spieleentwicklern fertig programmierte Tools zur Verfügung zu stellen. Quasi ein Werkzeugkasten für die Software-Schmieden, die Zocker-Träume wirklich machen. Doch die dafür erforderliche Programmierarbeit erwies sich als zu kostenintensiv. Er wechselte praktisch die Seite und nutzt heute die Tools renommierter Entwickler für seine eigenen, zum Teil preisgekrönten Spiele.

Welche Meilensteine werden gesetzt?

Der junge Unternehmer aus dem niedersächsischen Oldenburg konnte also auf belastbare Zahlen zurückgreifen, um damit einen realistischen Businessplan auszuarbeiten. Der besteht im Grunde genommen aus zwei Teilen:

  • Text. Erläuterung der Geschäftsidee in Kurz- und in Langform.
  • Zahlen. Alle notwendigen Investitionen sowie laufende Ein- und Ausgaben.

Das Geschäftsmodell zeigt, wie eine Firma funktionieren wird. Im Businessplan werden nicht nur die Pläne vorgestellt, sondern auch – und das ist der Unterschied – wie bei deren Realisierung vorgegangen werden soll. Welche Meilensteine gibt es? Bis wann und mit welchen Maßnahmen sollen sie erreicht werden? Welche Risiken bestehen und wie ist das Unternehmen darauf vorbereitet?

Der Businessplan als Handbuch für die eigene Firma

Der Businessplan ist nicht nur eine Fleißarbeit. Das Verknüpfen der fertigen Idee mit realen Bedingungen ist auch eine weitere Gelegenheit, Fehler im System aufzudecken und zu eliminieren.

So gesehen schreibt jeder Gründer seinen Businessplan zunächst einmal für sich selbst. Eine Art Handbuch der eigenen Firma:

  • Planung und Kontrolle der Unternehmensziele
  • Präsentation vor Geschäftspartnern

Gleichzeitig ist der Businessplan das Schlüsseldokument für Gespräche mit

  • Kreditgebern
  • Investoren
  • potentiellen Gesellschaftern

Finanzplan zeigt, wie sich Umsätze und Gewinne entwickeln

Gerade Geldgeber haben tendenziell keine Lust, sich erst durch lange Texte zu quälen. Deswegen ist eine Kurzbeschreibung der Geschäftsidee, die „Logline“, essenziell. Leuchtet die ein, kommen die Zahlen auf den Tisch. Der Finanzplan, der zu jedem vollständigen Businessplan gehört. Er zeigt, wie viel Geld am Anfang in das Unternehmen investiert werden muss, wie sich die Umsätze und Gewinne entwickeln, wie es um die Liquidität bestellt ist und was die größten Kostentreiber sind.

Dabei muss zwingend auch der Kapitalbedarf ermittelt werden, mit dem die Anlaufphase meist überbrückt werden muss. Auch dieses Minus gehört in den Finanzplan.

Banken und Investoren haben einen untrüglichen Riecher für geschönte Zahlen

Natürlich kann niemand in die Zukunft schauen, und deswegen ist es auch schwer, einen realistischen Finanzplan aufzustellen. Vor allem die Umsätze lassen sich nur grob abschätzen.

Aber es gibt Möglichkeiten, zu vernünftigen Aussagen zu kommen. Das können die bereits erwähnten Erfahrungen aus Testverkäufen oder -interviews sein, aber auch Vergleichszahlen anderer Firmen.

Grundsätzlich gilt dabei: lieber etwas zu vorsichtig als zu optimistisch. Banken und Investoren haben meistens einen untrüglichen Riecher für geschönte Zahlen.

Externe Expertise hinzuziehen

Weil der Businessplan von vielen Gründern, die sich nicht gerade im Sektor Finanzwesen oder Buchhaltung selbstständig machen wollen, als Hürde angesehen wird, ergibt es Sinn, an dieser Stelle externe Expertise hinzuzuziehen. Auch kostenlose Angebote können helfen.

Auf der Gründerplattform von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und KfW gibt es zum Beispiel ein Businessplan-Tool, das Gründer mit einfachen Fragen durch die Kapitel führt. Finanzplan-Assistenten helfen im Zahlenteil, rasch voranzukommen. Das macht Excel-Tabellen und Formatieren in Word-Dokumenten überflüssig.

Weitere Inspirationen für Gründer

Das ganze Gründer-Interview mit Hendrik Rump findet ihr hier:

Link zum Gründer-Interview

Hier auch noch einmal der Link zum Businessplan-Tool der Gründerplattform von BMWi und KfW:

Link zum Businessplan-Tool

Im Unternehmerhandbuch gibt es natürlich ebenfalls Infos rund um den Businessplan. Wer möchte, liest gerne hier weiter:

Der Businessplan – Struktur und wichtige Fragen (1) Der Businessplan – Struktur und wichtige Fragen (2) Der Businessplan – Finanzplanung (1) Der Businessplan – Finanzplanung (2)

Wir wünschen euch viel Erfolg beim Schreiben eures Businessplans!

Der Gründerfahrplan

In Zusammenarbeit mit der gruenderplattform.de von KfW und BMWi begleitet der Gründerfahrplan Unternehmer auf dem Weg in die Selbstständigkeit. In 15 Beiträgen werden die wichtigsten Stationen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen erläutert.

Vom ersten Gedanken bis zum ersten Kunden, vom Business-Plan bis zur Gewerbeanmeldung – Step by Step in die Selbstständigkeit, wir helfen euch dabei!

Den kompletten Gründerfahrplan findet ihr hier:

Gründerfahrplan

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