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Schlüsseldienste – so wehren sie sich gegen Abzock-Konkurrenz und schaffen Vertrauen

Schlüsseldienste

Schlüsseldienste und Bestattungsunternehmer haben einiges gemeinsam. Keiner nimmt ihre Dienste freiwillig in Anspruch und in der Regel tut es jeder bloß einmal – aber wenigstens haben Bestatter keinen schlechten Ruf.

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Abzocker nutzen mit phantastisch hohen Anfahrtskosten die Notlage von Menschen aus, die sich ausgeschlossen haben. Die Unverschämtesten zerstören bei ihrer Arbeit auch noch Schlösser und Türen – und haben gleich überteuerten Ersatz dabei.

Ehrliche Anbieter haben einen so schlechten Ruf nicht verdient. Für sie sind solche Abzocker keine Mitbewerber, sondern Schädlinge, die eine ganze Branche in den Dreck ziehen.

Mindestens zwei höchstrichterliche Urteile erleichtern seriösen Handwerksbetrieben, mit Abmahnungen oder Klagen gegen die Schmutz-Konkurrenz vorzugehen – zum Beispiel gegen den Trick mit den horrenden Anfahrtskosten. Um Verbraucher zu schützen hat das OLG Hamm entschieden, dass es eine wettbewerbswidrige Irreführung darstelle, wenn ein Schlüsseldienst in einem örtlichen Telefonbuch mit seiner Leistung werbe, ohne in dem Ort eine eigene Niederlassung zu unterhalten. Denn ein kurzer Anfahrtsweg sei für den Verbraucher in der Regel ein erhebliches Entscheidungskriterium für die Auswahl eines Schlüsseldienstes.

In der Konsequenz heißt das: Wenn ein Anbieter in Werbe-Medien oder Branchenverzeichnissen als Schlüsseldienst in Köln auftritt, muss er dort auch eine Niederlassung unterhalten – oder darauf hinweisen, dass er nicht am Ort ansässig ist.

Freilich sind die Telefonbuch-Inserate als Grundlage dieser einschlägigen Urteile heute beinahe gegenstandslos. Wer einen Schlüsseldienst benötigt, hat oft wenigstens noch ein Smartphone zur Hand und wird online suchen. Ein seriöser Anbieter sollte daher unbedingt im Netz präsent sein und seine Internetseite nutzen, sich von Abzockern abzugrenzen.

Seriöse Handwerker zeigen, dass sie bei unehrlichen Geschäftsmethoden nicht mitmachen. Sie klären im Internet über Arbeitsweise, Preiskalkulation und auch Verbraucher-Rechte auf. Das schafft schon beim ersten Kontakt Vertrauen. Die Industrie- und  Handelskammer Frankfurt hat eine Checkliste für Verbraucher entwickelt, die Schlüsseldienste auch auf ihre Internetseite übernehmen können.

Seriöse Handwerker nutzen auch keine Notlage aus. Wenn wirklich eine vorliegt – zum Beispiel weil ein hilfloses Baby im Haus eingesperrt ist – sind Polizei oder Feuerwehr eventuell der schnellere und günstigere Ansprechpartner. Bei Auto-Öffnungen kann sich die Mitgliedschaft in einem Automobilclub bezahlt machen.

Seriöse Anbieter legen Wert auf Kunden, von denen sie weiterempfohlen werden – keine, die man abzocken kann, weil man sie ja eh bloß einmal sieht.

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Kategorie: Recht & Steuern

von

Markus van Appeldorn

Markus van Appeldorn (Jahrgang 1968) hat Rechtswissenschaften in Saarbrücken studiert. Nach langjähriger redaktioneller Tätigkeit, unter anderem bei der BILD-Zeitung, ist er als freier Journalist tätig. Einen seiner Schwerpunkte bilden Rechts- und Wirtschaftsthemen. Sie erreichen ihn unter markus.van.appeldorn@gmx.de.

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