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Was Unternehmer beim Jahresabschluss beachten müssen

Jahresabschluss

Seit Wochen schon erfüllt der Duft von Glühwein, gebrannten Mandeln und Lebkuchen die Luft – Weihnachten steht vor der Tür. Nicht jeder aber kann die besinnliche Adventszeit unbeschwert genießen. Für viele Unternehmer ist es an der Zeit, den Jahresabschluss zu erstellen: Die Frist zur Offenlegung für das vorangegangene Bilanzgeschäftsjahr läuft zum Ende des Jahres ab. Wird diese nicht eingehalten, droht ein Ordnungsgeldverfahren.

Nicht jeder Unternehmer ist bilanzierungspflichtig

Grundsätzlich gilt: Einen Jahresabschluss müssen nur solche Unternehmen erstellen, die handels- oder steuerrechtlich zur Buchführung verpflichtet sind. Gewerbetreibende, deren Gewinn an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen eine Grenze von 50.000 Euro nicht übersteigt, sind davon regelmäßig nicht betroffen – sie können ihre Gewinnermittlung ganz einfach in Form der Einnahmen-Überschuss-Rechnung abgeben. Gleiches gilt, wenn die in diesen Jahren erzielten Umsatzerlöse unter 500.000 Euro liegen. Auch Freiberufler müssen nicht bilanzieren.

Alle anderen Kaufleute trifft die Pflicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses. Während Einzelunternehmen und kleinere Personengesellschaften in der Regel nur Bilanz und Gewinn-und-Verlustrechnung vorlegen müssen, gilt für größere Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften die Bilanzierungspflicht nach dem Publizitätsgesetz (PublG). Sie sind mit einer maximalen Frist von zwölf Monaten nach dem Ende des Geschäftsjahres zur Offenlegung verpflichtet.

Folgen der versäumten Offenlegung

Bis zum Ende des Jahres haben Unternehmer Zeit, ihren Jahresabschluss in elektronischer Form beim Bundesanzeiger einzureichen. Verstreicht die Frist, kann das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeldverfahren einleiten. Nach der Androhung eines Ordnungsgeldes haben Unternehmen weitere sechs Wochen Zeit, um ihrer Pflicht nachzukommen. Bleibt eine Reaktion aus, werden sie zur Kasse gebeten.

Bislang musste mit einem Ordnungsgeld von wenigstens 2.500 Euro gerechnet werden. Künftig aber bemisst sich die Höhe des Ordnungsgeldes an der Größe des Unternehmens: Das Mindestordnungsgeld für Kleinstgesellschaften wurde auf 500 Euro, das für kleine Gesellschaften auf 1.000 Euro gesenkt.




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Vorbereitung der Unterlagen als wichtige Grundlage

Die Erstellung des Jahresabschlusses bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Zu den wichtigsten Vorarbeiten zählen die Erfassung des Anlagevermögens und die Erfassung von Verträgen und Belegen.

Darüber hinaus sollten die Vorräte erfasst, die Einträge im Fahrtenbuch überprüft sowie Forderungen und Abschreibungen ermittelt und erfasst werden. Weiterhin ist darauf zu achten, im Voraus bezahlte Aufwendungen oder bereits verbuchte Einnahmen für das nächste Geschäftsjahr als Rechnungsabgrenzungsposten zu verbuchen. Auch empfiehlt es sich, Rückstellungen zu bilden und erwartete Verbindlichkeiten wie etwa Steuern oder drohende Verluste gewinnmindernd zu verbuchen.

Steuerliche Optimierungsmaßnahmen

Grundsätzlich gilt: Die Höhe des an das Finanzamt zu überweisenden Betrages steigt mit der Höhe des Gewinns. Aus diesem Grund sollte das Jahresergebnis stets optimiert werden. Dies lässt sich zum Beispiel durch eine vorzeitige Investition erreichen: Werden bestimmte Gegenstände ohnehin benötigt, lohnt sich die Anschaffung zu Jahresende. Auf diese Weise nämlich können der Gewinn – und damit die Abgaben – reduziert werden. Auch Rechnungen sollten noch in diesem Jahr bezahlt werden. Oftmals bietet sich die Vereinbarung von Teilzahlungen an. Einnahmen hingegen sollten grundsätzlich ins nächste Jahr verschoben werden.

Mehr Informationen und Tipps zum Jahresabschluss finden Sie in diesem E-Paper.

Foto: Lisa S. / shutterstock

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