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Berufliche Motivation zwischen Karriereperspektive und Kaffeeautomat

Motivation

In meinen Seminaren treffe ich immer wieder auf Unternehmer und Führungskräfte, die sich über fehlende Motivation ihrer Belegschaft beklagen.

Klar, wer morgens gerne zur Arbeit fährt, sich auf den Berufsalltag und die Atmosphäre dort freut, leistet mehr für das Unternehmen. Im Vertrieb sind die Verkaufszahlen besser, die allgemeine Arbeitseffizienz dieser Menschen ist höher, ihre Loyalität gegenüber dem Unternehmen ist größer.

Doch wie bringe ich die anderen Kolleginnen und Kollegen, die Dienst nach Vorschrift leisten oder schon innerlich gekündigt haben, wieder in die Spur der Motivierten zurück?

Bonuszahlung oder Anerkennung?

Wohlfühl-Atmosphäre am und rund um den Arbeitsplatz entsteht durch transparente Kommunikation, Anerkennung und einer angenehmen Ausstattung. Bei letzterem spielt die Büroküche mit dem Kaffeeangebot eine entscheidende Rolle – das ist eine Erkenntnis, die auch für mich zunächst verblüffend war.

Natürlich machen materielle Anreize gelegentlich einen Sinn – aber sie nutzen sich sehr schnell ab und untergraben bei gewohnheitsmäßiger Anwendung sogar die „ehrliche“ Motivation. Der Mitarbeiter fragt sich irgendwann, warum er ständig Bonuszahlungen bekommt und ob sein normales Gehalt vielleicht zu niedrig ist. Dennoch spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, für eine außergewöhnliche Leistung überraschende Benefits zu gewähren. Das kann vielleicht ein unerwarteter Zuschuss für den Sommer- oder Skiurlaub sein.




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Vorbild oder Besserwisser?

„Wie der Herr, so’s Gescherr“, lautet ein altes Sprichwort. In modernes Deutsch und auf die heutige Arbeitswelt übertragen, sagt es: Wenn der Chef nichts taugt, ist auch die Belegschaft nicht gut. Eine Führungskraft, die das vorlebt, was sie von den Mitarbeitern einfordert, steigert die Motivation. Das Gegenteil davon ist ein Unternehmer, der immer von Transparenz redet, selbst aber alles für sich behält.

Weitere Motivationshelfer neben einer offenen Kommunikation sind Karriereperspektiven und faire Jahresgespräche, in denen die Leistungen eines Mitarbeiters genauso zur Sprache kommen, wie seine Defizite. Und noch etwas weiß ich aus meinen Seminaren: Die Möglichkeit, in Abstimmung mit den privaten Anforderungen flexibel arbeiten zu können, steigert die Motivation. Ganz besonders wichtig ist eine sinnvolle und selbstbestimmte Tätigkeit.

Pappbecher oder Porzellantasse?

Die motivierende Wohlfühlatmosphäre entsteht auch durch eine Büroküche, in deren angenehmer Gestaltung sich die Belegschaft gerne aufhält. Ich rate Führungskräften und Unternehmern stets: Sparen Sie nicht an einem guten Kaffeevollautomaten, der viele Varianten anbietet. Es gibt sie für alle Belegschafts- und Abteilungsgrößen – und zwar auch zur Miete einschließlich Wartung und Service. Bei Bedarf liefern diese Firmen gerne Geschirr und Kaffeesorten mit. Die individuelle, stets frisch zubereitete Tasse Kaffee, Tee oder heiße Schokolade im „Kommunikationszentrum“ Büroküche steigert die Motivation.

Foto: Coffee Lover / shutterstock.com

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Dieses Fachmagazin richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige und Existenzgründer, die nicht für jedes Thema eine Fachabteilung haben. Hier gibt es praktische Tipps zur Unternehmensführung, die selbständig umgesetzt werden können.

2 Kommentare

  1. Gelegentliche Boni finde ich solange sinnvoll, wie sie eben wirklich gelegentlich sind – und nichts, womit man fest rechnen kann. Sonst werden Projekte irgendwann nur noch angegangen, um sich hinterher den Bonus abholen zu können, und nicht um der eigentlichen Sache willen. Und das untergräbt die Motivation auf Dauer gewaltig.

    Grundsätzliche Wertschätzung aller Mitarbeiter bringt viel mehr – du hast das ja schon mit dem Kaffeeautomaten angesprochen, geht imho aber noch sehr viel weiter: in einer Kultur des Empowerments, wo jeder Mitarbeiter Entscheidungen bezüglich seiner eigenen Arbeitsweise treffen darf, ist die Motivation höher als wenn schlicht die vorgesetzte Liste vom Vorgesetzten abgearbeitet werden muss. Schließlich wird dem Mitarbeiter dadurch signalisiert, dass man ihm durchaus zutraut, selber zu denken und sinnvoll zu handeln und nicht nur Anweisungen auszuführen. Und das wiederum spornt an und trägt dazu bei, dass jeder einzelne sich aktiv einbringt, Prozesse verbessert – weil nicht dieses erdrückende Gefühl von „Ist halt so, da kannste nix dran ändern“ da ist.

    • Hi Anne,
      Du hast natürlich völlig Recht!
      Wobei dieses selbstbestimmte arbeiten ja leider nicht in allen Branchen möglich ist…

      Viele Grüße
      Heike

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