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Entscheidungsmethoden – kleine Entscheidungs-Appetizer!

Entscheidungs-Appetizer

Manchmal klappt es einfach nicht so recht mit der Entscheidung. Eigentlich hat man schon eine Lösung, aber trotzdem kann man sich noch nicht zu einer finalen Entscheidung durchringen.

In solchen Situationen helfen kleine Entscheidungs-Appetizer, um Herz und Hirn in Einklang zu bringen, das Bauchgefühl zu präzisieren oder auch einfach die vermeintlich getroffene Entscheidung zu hinterfragen.

Heute stelle ich euch drei solcher kleinen Entscheidungs-Anregungs-Methoden vor. Sie sind vielleicht ein bisschen „esoterisch“, aber wenn es hilft sich zu sortieren, dann ist sowas ja auch im Geschäftsleben völlig OK, oder?

Farbwahl

Farben lösen Emotionen aus, das kennen wir alle. Bei Entscheidungen können wir Farben nutzen, um die Entscheidung begleitende Gefühle und Stimmungen zu klären.

Die Farbwahl lässt nämlich immer auch Rückschlüsse auf den inneren Status zu. Egal ob Kleidung, Wohnung oder Blumen, die Farbe sagt etwas über die Persönlichkeit der an einer Entscheidung Beteiligten aus. Sie zeigt uns die emotionalen Hintergründe und hilft so, eine gute Entscheidung zu treffen.

Vorgehen:

  • Auf jeden Fall brauchen wir Farbkarten, mindestens in Rot, Blau, Gelb und Grün.
  • Dann wird die zu klärende Frage formuliert, egal um welches Thema es geht.
  • Dabei den Blick auf den Farbkarten ruhen lassen.
  • Ganz spontan eine Farbe wählen, die sich passend anfühlt.

Deutung:

ROT
Positiv: Leidenschaft, Selbstvertrauen, Kraft, Lebenslust
Negativ: Triebhaftigkeit, Wut, Ungestüm
BLAU
Positiv: Gelassenheit, Sicherheit
Negativ: Langeweile, Naivität, Leere
GELB
Positiv: Freude, Entfaltung, Phantasie
Negativ: Oberflächlichkeit, Selbstüberschätzung
GRÜN
Positiv: Gleichgewicht, Wachstum, Hoffnung
Negativ: Unehrlichkeit, Ehrgeiz, Macht

Mehr Deutungsmöglichkeiten findet ihr hier:

Kaffeesatzlesen

Bitte? Kaffeesatzlesen? Im Unternehmerhandbuch?

Ja, warum auch nicht? Die Bilder, die unser Unterbewusstsein vorrätig hat, sind nämlich einer der größten Wissensspeicher, die uns zur Verfügung stehen! Sie zeigen uns, was in unserem Leben momentan wichtig und beachtenswert ist.

Leider können wir unser Unterbewusstsein meist nicht so auf Kommando anzapfen, wenn wir vor einer wichtigen Entscheidung stehen. Daher nutzen wir das Kaffeesatzlesen als zwar ungewöhnliche aber effektive Methode, diese unbewussten Bilder ans Tageslicht zu holen und zu schauen, was sie uns sagen wollen.

Vorgehen:

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  • Ganz wichtig: der Kaffee! Am besten ganz fein gemahlener türkischer Kaffee, damit sich auch ein schöner Kaffeesatz bildet.
  • Diesen mit kochendem Wasser in einer neuen, innen weißen Tasse aufbrühen, umrühren, ziehen lassen und dann trinken.
  • Ist nur noch der Kaffeesatz in der Tasse, diese auf eine Untertasse stülpen, damit die restliche Flüssigkeit ablaufen kann.
  • Jetzt die in der Tasse entstandenen Muster und Strukturen betrachten. Der Phantasie einfach freien Lauf lassen, nur was uns spontan dazu einfällt ist zur Deutung geeignet.

Deutungs-Anregungen:

  • Dunkler oder heller Boden? Ist alles dunkel und dicht, dann ist wohl auch in unserem Kopf noch eine Beeinträchtigung vorhanden. Sehen wir aber einen hellen Boden mit wenig Kaffeeresten, dann spricht das für Licht am Horizont, etwas klart auf, klärt sich.
  • Linien und Kaffeestraßen: parallele Linien bedeuten Fortschritt, etwas läuft gut. Läuft eine Linie (Straße) vom Grund bis an den Rand, so steht dem Erfolg nichts im Weg. Unterbrechungen stehen oft für Schwierigkeiten oder Hindernisse.
  • Buchstaben: Namen von Personen, die in nächster Zeit wichtig werden könnten
  • Blumen: zwischenmenschlicher Erfolg
  • Herz: klar, oder?
  • Stern: wünsch dir was!

Am wichtigsten ist aber, was man selbst mit den Symbolen und Mustern verbindet! Wer weiß, auf welchen verrückten Einfall man nach so einem leckeren Espresso kommt 🙂

Zahlenwerte

Unser ganzer Alltag ist voll von Zahlen. Daten, Termine, Projekt- und Unternehmenszahlen, Kurse oder Geschäftsberichte – Zahlen wohin man auch schaut!

Neben dem ganzen kaufmännischen Rechnen, um Gewinne zu ermitteln oder Deckungsbeiträge zu steigern,  haben Zahlen aber auch eine Symbolik, die das menschliche Bewusstsein intuitiv erfasst. Dieses Symbolverständnis hat der Tiefenpsychologe C.G. Jung untersucht und nachgewiesen, dass das Unbewusste in Symbolen und Bildern spricht, die nicht erlernt werden müssen, sondern in jedem Menschen bereits angelegt sind.

Jede Zahl hat dabei eine ganz eigene, individuelle Symbolik, deren Aussage wir uns bei Entscheidungen zu Nutze machen können. Da gibt es z.B. die Namenszahl (zusammengesetzt aus den Zahlenwerten der einzelnen Buchstaben des Namens) oder die Charakterzahl (aus dem Geburtsdatum ermittelt). Die sieben gilt in vielen Kulturen als Glückszahl, die dreizehn steht für das Neue, welches das bisherige sprengt. Im negativen Sinn wird die dreizehn daher auch oft als Unglückszahl gesehen, Hotels haben kein Zimmer 13 und keinen dreizehnten Stock, in Straßen fehlt diese Hausnummer.

Vorgehen:

Man braucht einen Zettel und einen Stift, die Daten, welche gedeutet werden sollen, und ggfs. eine Tabelle zur Umrechnung der Buchstaben in Zahlen.

Buchstaben-Zahlenwerte

  • Namenszahl: dazu werden alle Buchstaben des Namens in Zahlen umgewandelt. Dann wird so lange die Quersumme gebildet, bis eine einstellige Zahl heraus kommt. Die Namenszahl zeigt, was ein Mensch aus seinem Leben macht, was ihm wichtig ist und aus welchen Beweggründen heraus er agiert. (Deutung z.B. hier: Persönlichkeitszahl).
  • Charakter- oder Geburtszahl: einfach so lange die Quersumme aus allen Ziffern des Geburtsdatums bilden bis wieder nur ein einstellige Zahl heraus kommt. Auch sie sagt etwas über die Persönlichkeit der betreffenden Person aus (Deutung z.B. hier: Charakterzahl).
  • Weitere Zahlen: man kann z.B. wichtige Termine deuten, Geburtsdaten bei der Auswahl neuer Mitarbeiter errechnen oder gucken, ob der Verhandlungspartner eine Persönlichkeitszahl hat, die mit der eigenen harmoniert.
  • Deutung der Zahlen: da hilft einem gerne Google weiter 🙂

Grundsätzlich kann einem die Deutung dieser Zahlenwerte dabei helfen sein Bauchgefühl zu sortieren und den Kopf in Einklang mit dem Herz zu bringen. Gerade wenn man ein mulmiges Gefühl hat, kann diese leichte Nummern-Magie einem vielleicht einen Schubs in die richtige Richtung geben oder einen Gedanken anstoßen, der einen auf den richtigen Weg zur Entscheidung bringt.

Einfach mal ausprobieren – es kann ja nicht schaden 🙂

Weitere Entscheidungs-Appetizer

Weitere Methoden, um Entscheidungen anzuregen und zu fördern, habe ich bereits früher im Unternehmerhandbuch vorgestellt:

  • Imaginationstechnik: Bei dieser Technik geht es darum, sich das mögliche Lösungsszenario vorzustellen, um daraus den Weg dorthin abzuleiten.
  • Stichomantie: eine Zufallstechnik, um unseren Denkapparat anzuregen und so vielleicht das Problem aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können.
  • Würfeln: Manchmal ist es dann hilfreich, einfach etwas ganz anderes zu versuchen und nicht mehr den Kopf, sondern etwas ganz unwissenschaftliches zu nutzen, um zu einer Entscheidung oder Prognose zu gelangen.

Mehr Informationen

Weitere Entscheidungsmethoden und ihre Anwendungsgebiete stelle ich euch in kommenden Artikeln vor. Alle bisher erschienenen Beiträge rund um das Thema findet ihr hier:

Entscheidungsmethoden

Foto: svry / shutterstock.com

2 Kommentare

  1. Yvonne sagt

    Hallo Heike,

    damit hast du mich überrascht. Nun meine Frage an dich: Nutzt du eine Methode davon? Wenn ja, welche?

    Grüße,
    Yvonne

    • Hi Yvonne,
      ich nutze tatsächlich manchmal die Zahlenwerte – verrückt, gell?
      Erwartet man ja von einem Unternehmensberater nicht 🙂

      LG
      Heike

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