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Schützen sie sich vor dem Daten-GAU!

Datenverlust

Führerschein und Personalausweis gelten vielen Deutschen als wahnsinnig kostbar. So etwas darf keinesfalls gestohlen werden oder verloren gehen. Manchen sind diese Urkunden so unwiederbringlich wertvoll, dass sie daheim unter Verschluss gehalten werden. In ihrer Brieftasche führen diese Menschen dann eine Kopie mit. Die Polizei kann bei der Kontrolle zwar regelmäßig nicht darüber lachen, dennoch: eine durchaus amüsante Marotte. Und man kann diese Menschen ja auch irgendwie verstehen. Wer einmal etwa sein Führerscheindokument verloren hat, weiß wie lästig die Behördengänge sind.

Bei so weit verbreitetem deutschem Sicherheitsbewusstsein ist es dagegen völlig unverständlich, wie oft Unternehmen nur unzureichend Vorsorge für den Verlust von Firmendaten treffen.

Schadsoftware auf Firmenrechnern

Nehmen wir exemplarisch den Fall eines Ingenieurbüros, das auf 620.000 Euro Schadensersatz für verlorene Daten klagte. Der halbwüchsige Sohn eines Angestellten hatte ein Computerspiel auf den Firmenrechner geladen. Das nette Programm wollte allem Anschein nach nicht bloß spielen.

Zahlreiche Gerichte bis zum Bundesgerichtshof taten sich schwer damit, den Schaden in diesem Fall zu bemessen. Der gesunde Menschenverstand tut sich schwer mit der Überlegung, wie man als Unternehmer so doof sein kann, existenziell wichtige Daten nicht als Backup zu sichern.

Pioniere der Datensicherung

Als einer der Ersten erkannte der US-Amerikaner Herman Knaust schon 1951 den Bedarf an professioneller Datensicherung. Der Pilz-Züchter hatte für seine Champignons eine aufgelassene Eisenerzmine gekauft. Weil es mehr einbrachte, lagerte er schließlich Sicherungskopien von Bank- oder Militärdaten atomschlagsicher in dem Stollen ein. Knaust konstatierte: „Dieses Unternehmen wird florieren wie aus dem Boden schießende Pilze.“

Die Firma Iron Mountain war geboren – bis auf den heutigen Tag einer der renommiertesten Dienstleister für Datensicherung und Informationsmanagement. So vertrauen 95 Prozent der Euro Stoxx 50 Unternehmen der Kompetenz aus der Eisenmine.

Millionenschäden durch Datenverlust

Wie wichtig ein professionell betriebenes Archivierungsmanagement ist, zeigt eine Untersuchung bei britischen Unternehmen. Demnach entsteht bei einem großen Datenverlust ein durchschnittlicher Schaden von 1,8 Millionen Euro (http://www.computerwoche.de/a/millionenschaeden-durch-datenverlust,1864344). Die Werte gelten als auf Deutschland übertragbar.

Dabei sind in aller Regel nicht feindselige Cyberattacken die Ursache. Bedeutender als der Datenklau ist der Daten-GAU durch fehlerhafte Bedienung oder schadhafte Hard- und Software. Auch verschlampte oder gestohlene Laptops führen zu Datenpannen. Deshalb müssen Unternehmen ihre Daten professionell sichern und archivieren können.

Gehen Daten verloren und können nicht schnellstens wiederhergestellt werden, hat das für Unternehmen in der Regel katastrophale Folgen. Wenn die Produktion deswegen stillsteht, führt das unmittelbar zu Umsatzeinbußen. Dauert ein Stillstand länger, verunsichert das Kunden und Geschäftspartner.

Schwere Datenpannen haben gezeigt, dass den betroffenen Unternehmen ein enormer Imageschaden entsteht. Wer etwa vertraut noch einem Unternehmen, das nicht gewissenhaft mit den Kreditkarten-Daten seiner Kunden umgeht?

Maßnahmen und Kommunikation, um in solchen Situationen die Kunden wieder zu besänftigen, kosten zusätzliches Geld. Auch die Mitarbeiter eines Unternehmens können direkt betroffen sein, wenn etwa wegen eines Datencrashs keine Löhne mehr ausbezahlt werden.

Ruin durch totalen Datenverlust

Im schlimmsten Fall führt der Datenverlust in den Ruin. Nach einer Schätzung der Londoner Handelskammer sind 90 Prozent der Unternehmen, die einen totalen Datenverlust erleiden, nach zwei Jahren vom Markt verschwunden. Das gilt ganz besonders für Unternehmen, deren eigentliches Kapital das gespeicherte Datenwissen ist.

Da nutzt auch meistens die Millionenklage nix mehr. Denn immer öfter gehen auch Unternehmer, die ihre Datenbestände nicht ausreichend gesichert haben, vor Gericht leer aus.

Foto: Klicker / pixelio.de

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