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Fairness – nicht einfach umzusetzen

Verteilungsgerechtigkeit

Zwei gleiche Individuen mit den absolut gleichen Eigenschaften in den in Betracht kommenden Dimensionen sollten auch gleich behandelt werden. Dies ist ein simples Prinzip und auch einfach umzusetzen.

Aber wie sieht es eigentlich mit der Aussage aus, Ungleiche ungleich zu behandeln?  Dies ist nicht mehr so klar definiert.

In diesem Beitrag geht es um die vier elementaren Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit, nach denen Güter und Rechte fair aufgeteilt werden können.

Die vier Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit

Seit jeher ist die Verteilung und die Gerechtigkeit dahinter oftmals eine Streitfrage. Die Gehälter und Löhne werden geheim gehalten. Jeder fühlt sich ungleich und unfair behandelt.

Doch es gibt eigentlich nur vier elementare Prinzipien nach denen Güter, Rechte, Geld, etc. an Individuen verteilt werden können. Diese lauten Kompensation, Belohnung, exogene Rechte und Fitness.

Kompensation

Die Kompensation versucht eine ungleiche Aufteilung in ein Gleichgewicht zu transferieren.

Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass es steuerliche Vorteile bei niedrigeren Einkommen gibt. Aber auch Menschen mit Behinderung werden durch zusätzliche Ressourcen, wie behindertengerechte Eingänge oder Parkplätze für ihre Leiden kompensiert.

Bei der Kompensation sind die Unterschiede zwischen den Individuen unfreiwillig und liegen außerhalb deren Einflussbereich.

Belohnung

Während bei der Kompensation die Unterschiede unfreiwillig sind, sind die Unterschiede bezüglich der Verteilungsgerechtigkeit „Belohnung“ in der Verantwortung der Individuen, da sie freiwillig sind.

Unter Belohnung werden meist Auszeichnungen verstanden, zum Beispiel ein Überstundengehalt für Überstunden oder ein Pokal für die besten Sportler. Doch auch frühere Fehler können eine ungleiche Aufteilung rechtfertigen. Dies bedeutet, dass Unfallfahrer einen höheren Beitrag an die Versicherung zu bezahlen haben.

Problematisch ist diese Verteilungsgerechtigkeit bezüglich Externalitäten, also ein theoretischer Versuch sich freiwillig anzustrengen und eine Behinderung außerhalb des Einflusses des Individuums.

Exogene Rechte

Exogene Rechte sind vorgegeben und außerhalb der Entscheidungskraft von Individuen.

Dies sind zum Beispiel die Grundrechte wie Redefreiheit oder das Wahlrecht. Aber auch der Besitz von Eigentum ist ein exogenes Recht.

Meist unterliegen exogene Rechte einer Rechtsordnung, welche mit staatlichem Zwang durchgesetzt werden kann. Eine Aufteilung dieser Rechte wird also von einer höheren Instanz festgelegt.

Fitness

Unter Fitness wird verstanden, jenen das Gut oder die Ressource zu geben, welche am meisten damit anfangen oder machen können. Hier wird nicht mehr auf Freiwilligkeit, Rechte oder Bedürfnisse eingegangen.

Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Verteilungsprinzip die Wohlfahrt, wobei der Gesamtnutzen für die Gesellschaft maximiert werden soll.

Fazit

Durch diese Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit kann eine faire Aufteilung der Ressourcen bestimmt werden.

Viel wichtiger jedoch ist, dass jedes Individuum versteht, weshalb es mit der Ressource belohnt oder nicht belohnt wurde. Dies klingt zwar zum Beispiel bei den Siegern oder Verlierern eines Laufes trivial, ist es aber bei Gehaltsverhandlungen nicht.

Im Wesentlichen lebt Fairness vom Abbau der asymmetrischen Informationen, sodass die Vergabe und die Prozedur transparent und offen ist und auch kommuniziert wird.

Verteilungsgerechtigkeit

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