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Wenn Sie Ihrer Bank zu mickrig sind: Kapitalbeschaffung mit Social Lending

Social-Lending

Der Münchner Filmer, Regisseur und Schauspieler Axel Steinmüller hatte die Idee für eine Killerkomödie und schrieb das Drehbuch dazu. Als Co-Produzenten holte er den Fotografen und Kameramann Bogdan Kramliczek  mit ins Boot. Das Produzententeam verfügte über ein einigermaßen professionelles Kamera- und Licht-Equipment. Sogar prominente Schauspieler wie Michael Mendl oder Joseph Hannesschläger und eine Filmcrew waren bereit, am Wochenende ohne Gage zu drehen.

Dennoch, für unabdingbare Nebenkosten fehlte das Kapital. 25.000 Euro. Peanuts eigentlich. Bei Hollywood-Produktionen so was wie das Trinkgeld für den Kaffee-Burschen. Banken fassen solche Micker-Projekte mit ungewissem Erfolg nicht an. Also startete Kramliczek eine Sammelaktion im Internet. Dabei versprach er potenziellen Geldgebern keine Verzinsung des Kapitals, nicht einmal die Rückzahlung – dafür DVD’s, Premieren-Tickets, Komparsen-Rollen und für nicht einmal 1.000 Euro ein Product-Placement im Film Als am Ende sogar noch der Bayerische Rundfunk das Projekt mit einem Lizenzkauf unterstützte, war das Geld beisammen.

Demnächst läuft „Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste“ auf Filmfestivals an. Ein Beispiel für erfolgreiches Crowdfunding – viele Menschen zahlen wenig für das große Ganze.

Crowdfunding & Social Lending

Crowdfunding ist eine populär gewordene Methode des sogenannten Social Lending, also das Leihen oder Geben von Geld ohne Absicht von Gewinnerzielung. Viele Menschen müssen mit selbständiger Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen – für die meisten ist diese Methode des Geldeinsammelns allein keine Lösung. Was die Nachrichten seit Jahren als Finanzkrise bestimmt, äußert sich für viele Selbständige oder Gewerbetreibende als Kreditklemme. Was macht etwa ein kleiner Gastwirt mit dünner Kapitaldecke, dem die teure Kaffeemaschine durchgebrannt, die Spülmaschine abgesoffen ist oder der einfach nur in den Betrieb investieren möchte? Geht so einer um einen Kredit zur Bank, bekommt er dort allen Ernstes oft zu hören: „Können Sie sich das denn nicht irgendwo leihen?“ Das sind Kneifzangen-Kunden.

Online-Plattformen & Social Lending

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Die Antwort kann jetzt aber immer öfter lauten: Doch, das geht! Im Internet. Dort etablieren sich immer mehr Plattformen, auf denen das Social Lending erweitert wurde, nämlich um das Modell der Kredite von „Mensch zu Mensch“ – als englischer Fachbegriff „Peer to Peer“ (P2P).

Auf diesen Plattformen erläutern Kreditsuchende, wofür sie wie viel Geld brauchen – in der Regel maximal 25.000 Euro. Kreditgeber können sich aussuchen, in welche Projekte sie investieren möchten. Investments sind ab 50 Euro möglich.

Kreditgeber sind nicht nur Menschen, die Gutes tun wollen, sondern auch solche, die Banken misstrauen und wissen wollen, was mit ihrem Geld geschieht. Ein kleines aber wachsendes Segment. Die deutsche Kreditplattform Auxmoney etwa vermittelte im letzten Jahr schon ein Kreditvolumen von 67 Millionen Euro.

Basiswissen Social Lending

Für potenzielle Kreditgeber bildet die „P2P“-Finanzierung eine attraktive Form der risikoarmen Geldanlage. Die Streuung eines Investments über verschiedene Kredite schafft zusätzliche Sicherheit. Kreditnehmer können sich auf diese Art relativ günstig Kapital beschaffen.

Die Ratgeber-Plattform Konto.org erklärt ausführlich Wesen und Funktion der P2P-Kredite, deren Vorteile, Sicherheiten und Bedingungen. Wie im Bankengeschäft wird auch bei „P2P“-Krediten die Bonität des Kunden überprüft. Ein gewisses Mindesteinkommen ist Voraussetzung für die Kreditgewährung. Weil in Deutschland für das gewerbliche Ausreichen eines Kredits eine Banklizenz nötig ist, ist bei den Plattformen eine Bank als auszahlendes Institut zwischengeschaltet.

Foto: PublicDomainPictures / pixabay.com

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