Finanzen & Buchhaltung
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Buchhaltung Basics

Buchhaltung

Wer selbständig ist kommt um ein Thema auf gar keinen Fall herum: die Buchhaltung!

Von vielen gehasst und verflucht ist die Buchhaltung ein ewiger Wegbegleiter jedes Unternehmers. Das Finanzamt möchte Informationen haben und die Bank ebenfalls. Aber auch der Unternehmer selbst kann aus den Zahlen der Buchhaltung wichtige Informationen über den Status seines Betriebs erhalten. Zudem sind buchhalterische Auswertungen oft wichtige Grundlagen für anstehende Entscheidungen für die Unternehmensführung.

Daher sollte sich wirklich JEDER Selbständige immer mal wieder mit seinen Zahlen auseinandersetzen und zumindest die Basics der Buchhaltung verstehen.

Hier also die Grundlagen der Buchhaltung inklusive Beispielen.

Doppelte Buchführung – schon mal gehört?

Wenn nicht, kein Problem – hier die Kurzfassung: bei der doppelten Buchführung werden alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens sortiert, mit Belegen erfasst und auf mindestens zwei Konten verbucht.

Die doppelte Buchführung ist für Unternehmen vorgeschrieben, die einfache Buchführung darf nur von Kleinunternehmern angewandt werden, die mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ihren Jahresabschluss machen.

Mit Konto ist bei der doppelten Buchführung nicht das Girokonto gemeint, sondern anhand eines Kontenplans werden alle Vorgänge inhaltlich getrennt auf unterschiedliche Buchungskonten erfasst, um später einen Überblick über die Zahlen des Unternehmens erhalten zu können.

Die Erfassung der Geschäftsvorfälle wird immer auf mindestens zwei Konten gebucht, daher der Begriff „Doppelte Buchführung“. Jede Buchung benötigt mindestens ein SOLL- und ein HABEN-Konto, das bei der Buchung genutzt wird.

Was ist ein Kontenrahmen?

Der Kontenrahmen ist ein systematisches Verzeichnis aller Konten für die Buchführung in einem Wirtschaftszweig. Er dient als Richtlinie und Empfehlung für die Aufstellung eines konkreten Kontenplans in einem Unternehmen. Damit sollen einheitliche Buchungen von gleichen Geschäftsvorfällen erreicht und zwischenbetriebliche Vergleiche ermöglicht werden.

Wikipedia

Aus diesen Standardkontenrahmen sucht sich das Unternehmen dann die Konten heraus, die es für die eigene Buchhaltung benötigt. So entsteht der individuelle Kontenplan des Unternehmens, der für die Erfassung der Geschäftsvorfälle genutzt wird.

Was heißt SOLL und HABEN?

Hinter diesen ganzen Buchungen auf die unterschiedlichen Konten steht (zumindest gedanklich) immer ein T-Konto. Das sieht so aus:

T-Konto

T-Konto

In diesen Rahmen trägt man dann den Anfangsbestand und die einzelnen Geschäftsvorfälle ein, summiert beide Seiten auf und erhält so den Endbestand des Kontos z.B. zum Jahresende.

Die Standard-Formulierung der Buchungssätze lautet immer: SOLL an HABEN. Das heißt also, dass das Konto, welches auf der SOLL-Seite bebucht wird, vorne steht und das Konto, welches auf der HABEN-Seite bebucht wird, hinten.

Und woher weiß ich, welches Konto im SOLL und welches im HABEN bebucht wird?

Das kommt darauf an, wo das Konto in der Bilanz steht. Super Antwort, gell?

Hier der grundlegende Aufbau einer Bilanz:

Bilanz

Bilanz




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Die Bilanz enthält links das Vermögen des Unternehmens und rechts das Kapital. Das Vermögen setzt sich zusammen aus Anlage- und Umlaufvermögen, das Kapital aus Eigen- und Fremdkapital.

Oder wie mein Freund Marco von unmus es so schön ausdrückt: Links steht was Du hast und rechts wer es bezahlt hat 🙂

Merksatz: Erhöht sich das Konto, so steht es im Buchungssatz auf der Seite, auf der das Konto in der Bilanz steht. Vermindert sich das Konto, so steht das im Buchungssatz auf der gegenüberliegenden Seite, auf der es sich in der Bilanz befindet.

Hier wird es total gut erklärt:

Beispiel: Ich hebe 250 EUR bei der Bank ab und tue diese in die Kasse.

  • Bank und Kasse stehen beide auf der linken Seite der Bilanz.
  • Bei der Bank vermindert sich der Bestand und bei der Kasse vermehrt er sich.
  • Also: der Betrag wird bei der Kasse ebenfalls links (im SOLL) eingetragen, bei der Bank wird der Betrag rechts (im HABEN) eingetragen.
  • Buchungssatz: Kasse 250 EUR (SOLL) an Bank 250 EUR (HABEN)

Bestandskonten und Erfolgskonten

Bestandskonten nennt man Konten, welche aus der Bilanz hervorgehen. Bestandskonten sind also Konten, die sich auf die Bestände in der Bilanz beziehen. Ihre Anfangswerte bilden die Eröffnungsbilanz, aus ihren Schlusswerten ergibt sich am Ende des betrachteten Zeitraums die Schlussbilanz. Je nachdem, ob sie auf der AKTIV- oder PASSIV-Seite der Bilanz stehen, nennt man sie auch Aktiv- oder Passiv-Konto.

Beispiele für Bestandskonten:

  • Aktiv-Konten: Kasse, Bank, Maschinen
  • Passiv-Konten: Verbindlichkeiten ggü. Lieferanten, Darlehen

Auf Erfolgskonten werden Geschäftsvorfälle festgehalten, die den Erfolg (Gewinn und Verlust) eines Unternehmens betreffen. Daher ihr Name Erfolgskonten; es handelt sich dabei um Konten wie z.B.: Steuern, Miete, Zinserträge oder Löhne. Ihre Schlusswerte fließen nicht direkt in die Bilanz ein, sondern über den Umweg GuV-Konto. Sie werden zum Geschäftsjahresende über das Gewinn-und-Verlust-Konto abgeschlossen. Es gibt für jede Aufwandsart und Ertragsart ein eigenes Erfolgskonto. Sie haben keinen Anfangsbestand zu Geschäftsjahresbeginn, sondern starten jeweils bei Null.

Beispiele für Erfolgskonten:

  • Ertragskonten: Umsatzerlöse, Zinserträge
  • Aufwandskonten: Miete, Steuern

So – das war es jetzt erst einmal mit den Basics der Buchhaltung. In weiteren Beiträgen zeige ich euch dann verschiedene Buchungssätze im Detail.

Wer sich für die anderen Teile des Grundkurses Buchhaltung interessiert klickt hier:

Grundkurs Buchhaltung

Foto: Jiri Hera / shutterstock.com




7 Kommentare

  1. Andreas Stecker sagt

    Als selbstständiger, ich kann diesem Artikel zustimmen. Man soll sich mit seinen Zahlen auseinandersetzen und die Basics der Buchhaltung verstehen lernen. So kann man Erfolgreich sein. Danke für den Artikel!

    • Hahahaha – Du bist einfach herrlich!
      Und nur für Dich werde ich eine ganze Serie zu dem Thema schreiben 🙂

      LG
      Heike

      • Na das ist doch total cool, diese Buchführung. Es gibt nur eine Systematik, Soll an Haben. Und wenn man dazu noch die spezifische Natur von Bilanz, Bestands- und Erfolgskonten begriffen hat, kann man damit alles andere, was darauf aufbaut, sinnlich herleiten.

      • Ja, wenn man das mal verstanden hat, dann ist es einfach 🙂
        ABER: viele Erklärungen sind so voll von Fachbegriffen, dass man es nicht leicht hat. Ich versuche das ganze so zu vermitteln, dass es nicht so weh tut beim lesen … Hoffentlich klappt es!

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