Das deutsche Arbeitsrecht regelt die vertragsmäßige abhängige Arbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das Arbeitsrecht dient zum Schutz des Arbeitnehmers, aber auch des Arbeitgebers.
Eine Ergänzung zum Arbeitsrecht ist das Sozialrecht.
Inhalt
Wann ist Arbeitsrecht für dich relevant?
Sobald du den ersten Mitarbeiter einstellst, bist du mit Arbeitsrecht konfrontiert. Als Arbeitgeber musst du Arbeitsverträge rechtssicher gestalten, Kündigungsfristen einhalten, Urlaubsansprüche korrekt berechnen und Abmahnungen formal richtig aussprechen. Fehler können teuer werden: Kündigungsschutzklagen, Abfindungen oder Nachzahlungen bei Überstunden. Je besser du die Basics kennst, desto weniger Ärger hast du später.
Das Arbeitsrecht untermauert z. B. Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge und Arbeitsverträge gesetzlich. Das Arbeitsrecht untergliedert sich in das Individualarbeitsrecht, was z. B. die Rechte und Pflichten im Arbeitsvertrag beider Partner beinhaltet und in das kollektive Arbeitsrecht, welches z. B. die Tarifverträge, die Betriebsverfassung, die Personalvertretung, das Mitbestimmungsrecht und das Streikrecht beinhaltet.
Was muss im Arbeitsvertrag stehen?
Ein rechtssicherer Arbeitsvertrag enthält mindestens:
- Probezeit (max. 6 Monate)
- Kündigungsfrist (gesetzlich mind. 4 Wochen zum 15. oder Monatsende)
- Arbeitszeit (z.B. 40 Stunden/Woche)
- Urlaubsanspruch (gesetzlich mind. 20 Tage bei 5-Tage-Woche)
- Gehalt (mind. gesetzlicher Mindestlohn)
- Arbeitsort (z.B. „Köln“ oder „mobil“)
Fehlen wichtige Punkte oder sind Klauseln unwirksam (z.B. „Überstunden mit Gehalt abgegolten“), hast du als Arbeitgeber im Streitfall das Nachsehen. Im Zweifel: Mustervertrag vom Arbeitgeberverband oder Anwalt prüfen lassen.
Streitpunkte im Arbeitsrecht
Die häufigsten Streitpunkte vor Arbeitsgerichten sind:
- Kündigungen (Kündigungsschutzklage)
- Abfindungen
- Abmahnungen
- Versetzungen
- Urlaubsansprüche
- Überstunden
- Krankheit
- Ausstehende Gehälter
Ein rechtssicherer Arbeitsvertrag hilft, viele dieser Konflikte von vornherein zu vermeiden. Aber: Selbst mit dem besten Vertrag kann es zu Streit kommen – dann entscheidet das Arbeitsgericht im Einzelfall.
Fachanwälte für Arbeitsrecht
Auf Arbeitsrecht spezialisierte Anwälte gibt es in jeder größeren Stadt. Sie sind Fachleute für alle Bereiche des Arbeitsrechts und meist auch des Sozialrechts.
Nach § 12a Arbeitsgerichtsgesetz trägt in der 1. Instanz jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten – egal wer gewinnt oder verliert. Das heißt: Selbst wenn du als Arbeitgeber den Prozess gewinnst, bleibst du auf deinen Anwaltskosten sitzen (ca. 1.500-3.000 € je nach Streitwert). Erst ab der 2. Instanz (Landesarbeitsgericht) zahlt der Verlierer die Anwaltskosten der Gegenseite (s. Arbeitsgerichtsgesetz, § 12a Kostentragungspflicht).
Die Gerichtskosten hingegen sind immer von der Partei zu tragen, die die Klage verliert. Unter Umständen fallen jedoch gar keine Gerichtskosten an. Dies ist der Fall, wenn der Rechtsstreit in der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht durch einen Vergleich beendet wird.
Streit vermeiden ist billiger als Streit gewinnen
Arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen kosten Zeit, Geld und Nerven – auch wenn du am Ende Recht bekommst. Besser: Von Anfang an rechtssichere Arbeitsverträge nutzen, Kündigungen nur mit Anwalt aussprechen und bei Konflikten frühzeitig das Gespräch suchen. Ein Vergleich ist fast immer günstiger als ein jahrelanger Rechtsstreit durch drei Instanzen.
Und wenn du unsicher bist: Lieber einmal 200 € für eine anwaltliche Beratung zahlen als später 10.000 € Abfindung.

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