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Wertvolle Geschäftsunterlagen gehören hinter Schloss und Riegel

Geschäftstresor

Wer Millionäre beherbergt, sollte darauf gefasst sein, dass ihn dieser Umstand erhebliche Kosten verursachen kann.

Das musste etwa der Betreiber eines Luxus-Hotels in Baden-Baden in einem Fall erfahren, den das Oberlandesgericht Karlsruhe 2005 zu entscheiden hatte. Bei einem nächtlichen Einbruch in eines der Gästezimmer hatten die Täter den Zimmertresor ausgebaut und mitgenommen. Darin befanden 20.000 Mark Bargeld und zahlreiche Goldschmuckstücke des beherbergten Ehepaares im Wert von 200.000 Mark Den Goldschmuck konnte die Polizei später sicherstellen, viele Stücke waren aber stark beschädigt. Das Ehepaar verlangte rund 90.000 Euro Schadenersatz vom Hotelier.

Das Gericht erkannte, dass der Zimmertresor nicht einmal einfachsten Sicherheitsanforderungen genügte, weil er lediglich mit einer Schraube an einer Holz-Schrankwand befestigt war. Das war für die Gäste nicht erkennbar. Der Hotelier wehrte sich mit dem Argument, die Gäste hätten solche erheblichen Werte im gut gesicherten zentralen Hotel-Tresor deponieren lassen müssen.

Dem widersprach das Gericht. Als Luxus-Hotelier müsse er damit rechnen, dass Gäste regelmäßig viel Geld und wertvollen Schmuck mit sich führen. Und die Gäste dürften bei einem Hotel dieser Kategorie auch erwarten, dass ein Einbrecher sich den Zimmertresor nicht einfach unter den Arm klemmen kann. Weil es den Gästen aber zumutbar gewesen sei, Dinge von solch erheblichem Wert im zentralen Safe zu deponieren, sprach das Gericht dem Ehepaar nur die Hälfte des geforderten Schadenersatzes zu.

Nur zertifizierte Tresore bieten ausreichenden Schutz

Überall, wo es wertvolle, gefährliche oder unwiederbringliche Sachen zu schützen gilt, kommen Tresore zum Einsatz. Das kann Bargeld ebenso sein, wie wichtige oder geheime Dokumente, ebenso Betäubungsmittel, Waffen oder Schlüssel.

Für Unternehmer kommt es nicht infrage, sich für ein paar Euro eine dieser Blechkisten aus dem Baumarkt anzuschaffen. Im Betrieb braucht man einen einbruchssicheren und zertifizierten Geschäftstresor.

Experten raten, Tresore bis zu einem Gewicht von 1.000 Kilogramm im Boden oder der Wand zu verankern, um sie vor Wegnahme zu schützen. Der oben beschriebene Fall, dass Einbrecher den Tresor mitnehmen, ist nach Erkenntnissen der Polizei nämlich nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Ein fest verankerter Tresor ist für Einbrecher in der Regel ein so großes Hemmnis, dass es zu viel Zeit kosten und auch erheblichen Lärm machen würde, die Fixierung zu brechen. Als besonders sicher gelten in die Wand eingebaute Tresore, von denen nur die Tür zu sehen ist.

Nur zwei Zertifikate sind maßgeblich

Entscheidend für die Auswahl eines Tresors ist dessen Sicherheitsstufe oder Widerstandsgrad. Je länger ein Tresor einem Angriff standhält, desto höher ist der Widerstandsgrad. Beides ist an einem Sicherheitszertifikat zu erkennen, das am Tresor angebracht ist.

Allein maßgeblich sind zwei Sicherheitszertifikate. Da ist zum einen das ECB-S-Zertifikat das von der ESSA (European Security Systems Association) vergeben wird, dem europäischen Branchenverband der Hersteller von Sicherheitssystemen. Das zweite ist das VdS-Zertifikat vom deutschen Verband der Schadensversicherer. Beide Zertifikate erfüllen die Norm DIN/EN 1143-1. Deutsche Tresor-Hersteller zertifizieren in aller Regel nach ECB-S und VdS. Die Widerstandsgrade staffeln sich von 0/N bis VI  KB.

Der Versicherungsschutz entscheidet über die Tresorwahl

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In der Regel verlangen Versicherungen von Unternehmen die Anschaffung von Tresoren oder weiteren Sicherheitseinrichtungen, um den Verlust wertvoller Sachen überhaupt zu regulieren. Die Versicherungshöhe wird dabei zum entscheidenden Kriterium bei der Wahl des Tresors.

Während Hausratversicherer in privat genutzten Tresoren schon beim geringsten Widerstandsgrad den Inhalt bis zum Wert von 40.000 Euro ersetzen, weichen diese Werte bei gewerblicher Nutzung erheblich nach unten ab. Der Inhalt eines Tresors des Widerstandsgrades II ist in der Regel gewerblich bis zu 50.000 Euro versicherbar und steigt bis Widerstandsgrad VI KB auf 500.000 Euro.

Bei Installation einer vom VdS anerkannten Einbruchs-Meldeanlage (EMA) verdoppeln sich diese Werte. Das sind allerdings alles Richtwerte. Individuelle Bedingungen können die Werte mindern, in Absprache mit der Versicherung sind aber unter Umständen auch höhere Versicherungssummen denkbar.

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