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6 Entscheidungsmethoden um Probleme zu lösen

6 Entscheidungsmethoden um Probleme zu lösen

Probleme gibt es im unternehmerischen Alltag immer und immer wieder… Das ist normal!

Wichtig ist nur, sich davon nicht unterkriegen zu lassen, sondern aktiv die Schwachstellen zu identifizieren, Lösungen zu entwickeln und dann in Aktion zu treten.

Damit euch das ein wenig leichter fällt, habe ich 6 Entscheidungsmethoden zusammengetragen, um leichter Probleme zu identifizieren und vor allem bessere Lösungen zu finden!

Fehlerbaumanalyse

Manchmal geht etwas schief, teilweise sogar ganz furchtbar schief! Der beste Weg, sich gegen solche Risiken zu wappnen, ist VORHER die Risikopotentiale im eigenen Unternehmen zu identifizieren, ihre Ursachen zu ermitteln und dann frühzeitig geeignete Sicherungsmechanismen einzubauen.

Mit Hilfe der Fehlerbaumanalyse, englisch Fault Tree Analysis (FTA), können mögliche Risiken und Probleme aufgezeigt werden,  die eine Situation oder ein System beinhalten kann. Dazu werden die möglichen Ursachen bestimmter Fehlerzustände untersucht und Systeme auf ihre Störanfälligkeit hin gecheckt.

Und so geht’s:

  • Im Rahmen der Analyse werden logische Verknüpfungen zwischen den einzelnen Teilen eines Systems erstellt und diese auf ihre Fehleranfälligkeit hin untersucht.
  • Die große Frage dahinter: was muss passieren, damit das Gesamtsystem ausfällt? Wie ist der kritische Weg, der zu einem Gesamtsystemausfall führen kann?
  • Dazu wird mittels einer Baumstruktur der kritische Weg über die vielen kleinen Faktoren aufgezeigt, welche schließlich zum „Top Event“, dem betrachteten größtmöglichen Problem, führen. Ursachen können dabei entweder alleine oder in Kombination mit anderen Ursachen auftreten und zu einem definierten Fehler führen.
  • Vorgegangen wird bei der Analyse von oben nach unten, um so bis ins letzte Detail zu prüfen, welcher (Minimal-)Faktor Auslöser für eine mögliche Katastrophe sein kann und so besonders früh Sicherheitsmaßnahmen einleiten oder installieren zu können.

Wer genauer nachlesen möchte, wie das funktioniert (inkl. einiger Beispiele), der klickt auf den Button:

Fehlerbaumanalyse

Ishikawa-Diagramm

Ganz oft scheitert die Suche nach Fehlern oder das Lösen von Problemen daran, dass die Sachlage unübersichtlich ist. Solange man die Situation nicht genau und eindeutig auseinandergepuzzelt hat ist es schwer, sich das Richtige zu tun.

Genau dabei hilft das Ishikawa-Diagramm auch bekannt als Ursache-Wirkungs-Diagramm. Die Form der Darstellung sieht dabei aus wie die Gräten eines Fisches, daher auch der oft genutzte Name Fischgräten-Diagramm.

Ishikawa-Diagramm

Ishikawa-Diagramm

Diese Technik wurde ursprünglich im Rahmen des Qualitätsmanagements zur Analyse von Qualitätsproblemen und deren Ursachen angewendet, erfunden wurde sie vom japanischen Wissenschaftler Kaoru Ishikawa.

Und so geht’s:

  1. Problemfeld definieren
  2. Fischgräten-Diagramm zeichnen
  3. Ursachen ermitteln
  4. Vollständigkeit überprüfen
  5. Gewichtung der Ursachen
  6. Überprüfung der wahrscheinlichsten Ursache

Wer genauer nachlesen möchte, wie das funktioniert, der klickt auf den Button:

Ishikawa-Diagramm

Mind-Mapping

Die Mind-Mapping-Methode kann man nicht nur einsetzen, um Ideen zu finden und Entscheidungen zu treffen, sondern auch um Probleme in den Griff zu bekommen.

Sie hilft die unterschiedlichen Aspekte eines Problems zu visualisieren und zu strukturieren, die Abhängigkeiten untereinander aufzuzeigen und Lösungsmöglichkeiten zu verdeutlichen.

Und so geht’s:

  • Das Problem definieren, zu dem ihr eine Lösung sucht, und dieses in die Mitte schreiben.
  • Von hier aus werden die Hauptpunkte des Themas als Äste eingezeichnet. Zu viele Punkte würden leicht zu Lasten der Übersichtlichkeit gehen, also besser nur maximal sechs
  • Je nach Gedankenfluss werden nun ausgehend von diesen Ästen die einzelnen Aspekte des Problems beleuchtet. Hierdurch werden Gedankengänge deutlich, ebenso Hierarchien, Verbindungen und Strukturen.
  • Die fertige Mind-Map stellt alle Aspekte des Problems mit Ihren Zusammenhängen dar, reduziert dessen Komplexität und vereinfacht so die Lösungsfindung.

PMI – Plus Minus Interesting

Die PMI-Methode dient der Gewichtung aller Vor- und Nachteile von Entscheidungen. Sie hilft die Konsequenzen einzelner Alternativen besser einzuschätzen und so Entscheidungssicherheit zu gewinnen. Außerdem zeigt sich, wo noch offene Fragen geklärt werden müssen oder Informationen fehlen.

Das alles ist auch beim Problemlösungsprozess von Bedeutung, daher darf die PMI-Methode in dieser Liste nicht fehlen :-)

Und so geht’s:

  • Das Problem definieren, zu dem eine Lösung gefunden werden soll.
  • Zuerst alle Vorteile einer möglichen Lösung auflisten (ca. 2-3 Minuten), danach alle Nachteile notieren (ebenfalls 2-3 Minuten). WICHTIG: nicht springen sondern sich jeweils auf Vor- bzw. Nachteile fokussieren.
  • Punkte die sowohl positiv als auch negativ sind werden in beide Listen aufgenommen.
  • Alle Punkte, die noch der Klärung bedürfen, unter Interesting aufschreiben. Sobald diese Punkte geklärt wurden, können sie der Plus- oder Minus-Spalte zugeordnet werden.
  • Das ungewichtete PMI gibt keine eindeutige Antwort, sondern hilft, sich über die positiven und negativen Folgen einer Lösungsmöglichkeit klar zu werden und vor allem Informationslücken und noch zu klärende Punkte zu identifizieren.

Beispiel-Vorlage:

PMI-Liste

PMI-Liste

Erst die gewichtete PMI-Liste ermöglicht eine eindeutige JA-NEIN-Entscheidung bzw. die eindeutige Entscheidung zwischen mehreren Lösungsmöglichkeiten.

Dazu werden alle in der Tabelle enthaltenen Aspekte bewertet. Dabei steht 1 für unwichtig und 6 für besonders wichtig.

Für die Auswertung werden jetzt einfach alle Werte der Plus- bzw. Minus-Spalte addiert und dann der Minus-Wert vom Plus-Wert abgezogen. Ist das Ergebnis positiv so lautet die Entscheidung JA, ist das Ergebnis negativ, so ist die Entscheidung NEIN.

Möchte man sich zwischen mehreren Alternativen entscheiden, so siegt die Variante mit der höchsten Endpunktzahl.

Beispiel-Vorlage:

PMI-Liste - gewichtet

PMI-Liste – gewichtet

Osborns Fragen

Diese Methode geht zurück auf Alex F. Osborn, den Vater des Brainstormings und einer der Gründer von BBDO.

Die von ihm entworfene Frageliste soll uns in die Lage versetzen, Probleme aus anderen Perspektiven zu betrachten und daraus neue Lösungen zu entwickeln.

Und so geht’s:

  • Zunächst muss das Thema klar formuliert werden, damit alle wissen WORÜBER eigentlich nachgedacht werden soll.
  • Jetzt kommt die Frageliste zum Einsatz. Das Problem wird dabei unter folgenden Aspekten betrachtet:
    • Put to other uses?
      Gibt es andere Verwendungs- bzw. Einsatzmöglichkeiten für die bestehende Idee, die gegebene Struktur, den aktuellen Plan, das vorhandene Produkt?
    • Adapt?
      Was ist dem vorhandenen Produkt / Plan / Gedanken ähnlich? Wo sind Parallelen zu finden? Was könnte übernommen werden?
    • Modify?
      Was könnte man verändern? Kann man Form, Farbe, Bewegung, Richtung, Geruch etc. abwandeln?
    • Magnify?
      Was kann alles vergrößert bzw. verlängert werden? Länge, Höhe, Preis, Zeitraum, Anzahl, Menge, Stabilität, Ausstattung usw.
    • Minify?
      Und jetzt andersrum: Was kann alles verkleinert bzw. verringert werden? Länge, Höhe, Preis, Zeitraum, Anzahl, Menge, Stabilität, Ausstattung usw.
    • Substitue?
      Was kann ersetzt werden bzw. welche Rahmenbedingungen können geändert werden? Was kann man austauschen? Was kann als Ersatz dienen?
    • Rearrange?
      Was kann alles umgestellt werden in Reihenfolge und / oder Struktur? Wie kann die Reihenfolge neu arrangiert werden?
    • Reverse?
      Was ist das Gegenteil? Was kann alles umgekehrt werden? Wie sieht das ganze spiegelverkehrt aus? Was passiert, wenn man die Reihenfolge umkehrt?
    • Combine?
      Was kann miteinander verbunden werden? Ideen, Personen, Produkte – was kann man zusammenstellen?
  • Wichtig ist, dass ALLE Ideen und Ansätze notiert
  • Zum Schluss werden die neu gefundenen Lösungen zusammengefasst. Diese Essenz ist die Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte.
  • Natürlich kann die Sitzung jederzeit wiederholt werden, wenn die gewünschte Lösung noch nicht dabei gewesen ist…

Mehr Details: Eine detaillierte Liste von Fragen ist als Osborn-Checkliste bekannt, sie führt anhand dieser Fragen – etwa auf Karten verteilt und zufällig gezogen – durch verschieden Aspekte der Problembetrachtung.

Stichomantie

Die Stichomantie ist zugegebenermaßen eine etwas ungewöhnliche Methode der Problemlösung, kommt sie doch eher aus der esoterischen Ecke.

Aber manchmal muss man eben andersartige Wege gehen, wenn man zu neuen Ergebnissen kommen möchte! Wir benutzen die Stichomantie als Zufallstechnik und nicht zur Wahrsagung, um unseren Denkapparat anzuregen und so vielleicht das Problem aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können.

Und so geht’s:

  • Das Problem, zu dem man einen Denkanstoß sucht, exakt formulieren.
  • Dann schnappt man sich ein Buch, relativ egal welches. Nur Text sollte drin stehen :-)
  • Jetzt schlägt man das Buch intuitiv auf und tippt mit einem spitzen Gegenstand (Stift, Brieföffner) auf eine beliebige Stelle.
  • Die markierte Textstelle als Anregung zum Weiterdenken nutzen! So kommen auch mal ganz abwegige Aspekte ins Spiel, die zu überraschenden Lösungen führen können.
  • Alternative: mit Hilfe von zwei Zufallszahlen Seite und Satz bestimmen, die man als Denkanstoß benutzt.

Mehr Informationen

Weitere Entscheidungsmethoden und ihre Anwendungsgebiete stelle ich euch in kommenden Artikeln vor. Alle bisher erschienenen Beiträge rund um das Thema findet ihr hier:

Entscheidungsmethoden

Und wer sich noch weiter mit dem Thema „Probleme lösen“ beschäftigen möchte, der klickt hier:

Der Problemlösungsprozess (PLP), einfach erklärt!

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