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Unternehmensberater haben ein schwieriges Image

Unternehmensberater

Mitarbeiter von beratenen Unternehmen sind zuweilen der Meinung, dass das vom Unternehmensberater erstellte Konzept lediglich eine reine Zusammenfassung bereits vorhandener Änderungsvorschläge ist. Zudem trägt der Unternehmensberater meist keine Ergebnisverantwortung.

Anders ist dies z.B. beim Interim Management. Hier wird der Manager auf Zeit sehr wohl an den von ihm erzielten Ergebnissen gemessen und trägt die Verantwortung für seine Empfehlungen und Handlungen.

Und dann ist es keiner gewesen…

Ein weiterer Vorwurf lautet, dass die Unternehmensführung die Änderungsvorschläge einer Unternehmensberatung gern als Vorwand verwendet, um unpopuläre Ideen umzusetzen und somit die eigenen Verantwortung abzugeben. Diese Verantwortungsverschiebung ist für beide Seiten günstig, denn die Unternehmensführung entzieht sich gegen Bezahlung ihrer eigentlichen Aufgabe (Entscheidungsfindung) und der Unternehmensberater wird großzügig für die Übernahme einer Verantwortung entlohnt, für die sie nie zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Der entscheidende Punkt hierbei ist nämlich, dass eine „Produkthaftung“ für Beratungsleistungen nur insofern besteht, als dass nachweislich falsche Auskünfte zu Schäden führen. Der Unternehmensberater ist im Normalfall nicht oder nur geringfügig an der Umsetzung der erarbeiteten Lösungswege beteiligt. Daher kann er für Ausführungsfehler in der Umsetzung ebenso wenig haftbar gemacht werden, wie für Ratschläge oder Konzeptionen, die auf Fehl-oder Falschinformationen des Auftraggebers (Unternehmensführung) basieren.

Inside einer Unternehmensberatung




Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass jeder Unternehmensberater nur über einen begrenzten Satz an Methoden verfügt und dadurch Gefahr läuft, nur ein einziges Konzept auf all seine Kunden / Auftraggeber anzuwenden.

Verstärkt wird diese Befürchtung durch gewisse Praktiken der Beratungsunternehmen bei der Personalführung. Einmal durch das „Up-or-Out-Konzept“ ihrer internen Karrierewege, welches die Berater zwingt, finanziell erfolgreiche Projekte vorzuweisen – tiefe Analysen, Denkpausen und kreative Arbeit können so auf der Strecke bleiben. Dann das „Alumni-Netzwerk“ von ehemaligen Mitarbeitern des Beratungsunternehmens, das ganz bewusst geknüpft wird, um alte Kunden zu binden und Neukunden zu finden. Außerdem gibt es auch noch die gängige und durchaus übliche Praxis der Einstellung von Absolventen ohne tiefgehende Berufserfahrung, um diese früh auf das eigene Beratungskonzept einzuschwören.

Dieses Image und die damit verbundenen Vorbehalte gegenüber Beratern sind schwierig, wenn sich die Unternehmensführung gerne externe Kompetenz und Spezialisten-Wissen hinzu holen möchte. Dabei kann ein guter Unternehmensberater wichtige Impulse geben und Lösungsvorschläge erarbeiten, die die interne Mannschaft z.B. im Stress des Tagesgeschäfts oder aus Betriebsblindheit einfach übersieht.

Foto: Namning / shutterstock.com

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