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Schönere Texte mit dem schnellen Online-Service für Korrektorat und Lektorat

Lektorat & Korrektorat

Eine lokal populäre Facebook-Gruppe am Niederrhein nutzen heimische Geschäftsleute auch gerne für Marketing-Zwecke. Jüngst erschien dort das Posting einer Bäckerei. Hier der Wortlaut:

„Wir möchten unsre Kuntschaft freundlich daraufhin weisen das der Verkauf von frischen Brötchen und Teilchen und Cafe trotz der Baustelle vor unsrer Tür weiter läuft.“

Der Post verfehlte seine Wirkung als kostenlose Werbung nicht völlig – die meisten Antworten aber waren hämisch, etwa so: „Wenn Ihr so backt wie Ihr schreibt, dann lieber nicht.“

Nun hallen solche unbeholfenen Botschaften auf Facebook nicht lange nach. Schlimmer ist das, wenn derartige sprachliche Patzer auf der Unternehmens-Webseite landen – oder gar in teuer produzierten Broschüren. Gehen Sie nicht davon aus, dass sich dann noch jemand die Mühe macht, das zu kommentieren. Der potentielle Kunde schließt von so einem Auftritt sofort auf die Kompetenz des Unternehmens und wendet sich mit Grausen ab.

Das geschriebene Wort ist immer noch einer der Hauptträger von Botschaften in vielen Medien. Nun ist nicht jeder Mensch ein Literat oder begnadeter Werbetexter – deshalb sollte man so etwas ohnehin besser Profis überlassen. Doch wer immer ab und an eigene Texte zu werblichen Zwecken öffentlich macht, sollte beherzigen: Korrektorat und stilistische Kontrolle sind keine Option, sondern Pflicht. Das ist kein Eingeständnis einer eigenen Rechtschreib-Schwäche – Profis machen das auch so, bevor sie einen Text freigeben. Gerade bei eigenen Texten nämlich ist man betriebsblind und überliest Fehler, die man in fremden Texten sofort entdecken würde.

Mittlerweile gibt es im Internet einige professionelle Anbieter für das Korrektorat und Lektorat von Texten, bei denen man die Korrektur online durchführen lassen kann. Das Korrektorat ist eine reine Rechtschreib- und Grammatik-Prüfung. Das Lektorat soll darüberhinaus auch stilistische Unebenheiten glätten.

Das Unternehmerhandbuch testete den Internet-Service von Punkt & Komma. Das Unternehmen wirbt mit einem Team von Lektoren mit geistes- und /oder sprachwissenschaftlichem Studienabschluss und jahrelanger Erfahrung. Das Versprechen: „Wir machen Ihre Texte druckreif!“ Wir testeten dieses Versprechen mit einem bislang noch nicht publizierten Text aus dem Stehsatz vom Unternehmerhandbuch.

Anwendung und Preise

Der Service von Punkt & Komma verdient das Prädikat „Barrierefrei“. Erst für eine tatsächliche Bearbeitung muss man sich als Kunde registrieren. Auch ohne Registrierung kann man im Textfenster auf der Startseite einfach den zu bearbeitenden Text hochladen und die Option „Korrektorat“ oder „Lektorat“ wählen. Der Preis erscheint sofort. Die Kosten richten sich also allein nach dem Textvolumen, nicht nach dem tatsächlich entstehenden Aufwand. Das macht den Service absolut kostentransparent.

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Für unseren Text mit 553 Wörtern (etwa zwei Seiten) warf der Rechner einen Betrag von 12,17 Euro für das Korrektorat und 32,85 Euro für das Lektorat aus. Das entspricht 2,2/5,9 Cent pro Wort. Das ist zwar allein für das Korrektorat schon mehr, als manche Agenturen ihren Autoren fürs Texten zahlen. Aber für das Lohndumping im Internet kann Punkt & Komma schließlich nichts. Solide Leistung hat ihren Preis. Dieser ist angemessen. Jeder Tennislehrer ruft mehr auf – und Texte brauchen schließlich auch Fitness. Die Preise sind zudem gestaffelt und bei großen Textdateien (bis über 50.000 Wörter) sinkt der Wortpreis bis auf 1,76/3,96 Cent.

Punkt & Komma verspricht, einen Auftrag regelmäßig am gleichen Tag zu erledigen. Versprechen gehalten: Unser Text war an einem Freitagnachmittag nach zwei Stunden wieder da.

Die Korrekturleistung

Unser hochgeladener Text enthielt sämtliche Fehler, die einem beim Texten unterlaufen können. Flüchtige Rechtschreibfehler, falsch gesetzte oder vergessene Kommas, klein geschriebene Wörter, die eigentlich groß sein müssten. Selbst die Korrektur-Funktion von Word entdeckt manche Fehler nicht. Zum Beispiel dann, wenn ein klein geschriebenes Wort mitten im Satz orthographisch an sich richtig geschrieben ist. Regelmäßig fallen auch Wörter aus Versehen aus einem Text heraus, oder überzählige bleiben stehen, weil man während des Schreibens Satzteile löscht, umformuliert oder verschiebt. Die Korrektorin, die sich mit ihrem Namen vorstellt hat alle Fehler zuverlässig entdeckt und beseitigt – auch solche, die wir nicht gesehen hatten. Alle Korrekturen sind dokumentiert. Eine tadellose Leistung.

Die Lektorat-Leistung

Das Lektorat soll Texte stilistisch optimieren. Dass unser Text bisher nicht auf dem Unternehmerhandbuch publiziert wurde, hat Gründe. Er ist nicht inakzeptabel, weist aber erhebliche stilistische Schwächen auf: Lange Satzungetüme, gestelzte unnatürliche und passive Ausdrucksweise. Der Text verfolgt zwar eine konsequente Dramaturgie – aber ihm fehlt der gewisse Drive, die Spannung. Viele Durchschnittsleser würden schon nach wenigen Zeilen aussteigen. Einige Barrieren hat die Lektorin von Punkt & Komma beseitigt. Aus einem langen Satz zwei sinnvolle kurze zu machen, verbessert schon wesentlich Lesefluss und Textverständnis.

Grobe Fehler aber ließ das Lektorat unbeanstandet – und unverändert. Leider gleich im ersten Satz. Und der entscheidet so oft darüber, ob jemand überhaupt weiterliest. In unserem Text „werden Einkäufe getätigt“. Welcher Mensch bitte „tätigt Einkäufe“, statt einfach einzukaufen? So unbeholfen verschwurbelt drückt sich nur ein unerfahrener Autor aus, der jetzt mal ganz elegant schreiben möchte. Ein professioneller Lektor sollte hier wenigstens einen Verbesserungsvorschlag machen. Auch altmodische Plattitüden wie „alles unter einen Hut bekommen“ sollten eine stilistische Notiz wert sein. Nur an einer Stelle macht die Lektorin den Vorschlag, den Begriff „Hintergrundprozesse“ durch die Wendung „im Hintergrund ablaufende Prozesse“ zu ersetzen. Am schlimmsten ist aber, dass ganze Absätze im Passiv stehen blieben – und nach wie vor sprachlich statisch auf den Vokabeln „wurde“, „wird“ „werden“ aufgebaut waren. Solche Passagen sind es, die einem Text seinen gesamten Schwung nehmen.

Freilich, wesentliche stilistische Eingriffe in einen Text müssten die Lektorats-Leistung womöglich verteuern. Wenn der Mut zum Umschreiben fehlt, sollte der Lektor in seinem Feedback auf augenscheinliche Defizite aufmerksam machen. So aber bleibt der Kunde im Glauben zurück, jetzt einen wirklich guten Text zu haben. Uneingeschränkt druckreif war unser Text nach dem Lektorat aber nicht.

Unser Fazit: Für stilistische Exzellenz vertraut man halt besser von Anfang an einem versierten Autor, statt einem nachträglichen schnellen Online-Lektorat!

Foto: Florian Klauer / unsplash.com

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