
Wer ausländische Fachkräfte beschäftigt, steht oft vor einer praktischen Frage: Wo wohnen die Mitarbeiter? Gerade in Branchen wie Bau, Handwerk oder Logistik ist die Unterkunftsfrage kein Randthema, sondern Teil der Personalplanung.
Wer hier nachlässig agiert, riskiert nicht nur unzufriedene Mitarbeiter, sondern auch rechtliche Probleme.
Inhalt
- Unterkunft als Teil des Arbeitsverhältnisses
- Anmeldung und Meldepflicht nicht vergessen
- Wo finden Arbeitgeber passende Unterkünfte?
- Kosten und steuerliche Behandlung
- Rechtliche Haftung bei Mängeln
- Was tun bei kurzfristigen Projekten?
- Unterkunft als Teil der Mitarbeiterbindung
- Checkliste: Das solltest du regeln
- Unterkunft ist Arbeitgeberverantwortung
Unterkunft als Teil des Arbeitsverhältnisses
Wenn du als Arbeitgeber eine Mitarbeiterunterkunft stellst oder vermittelst, bist du nicht automatisch Vermieter – aber du trägst Verantwortung. Das gilt besonders, wenn die Unterkunft Teil des Arbeitsvertrags ist oder vom Lohn abgezogen wird.
Wichtige Punkte:
- Die Unterkunft muss den gesetzlichen Mindeststandards entsprechen (ausreichend Wohnfläche, Heizung, Sanitär)
- Bei Abzug vom Lohn gelten Höchstgrenzen – der sogenannte Sachbezugswert ist gesetzlich geregelt
- Überbelegung, fehlende Hygiene oder mangelnde Sicherheit können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben
Viele Arbeitgeber unterschätzen, dass auch bei kurzfristigen Unterkünften (z. B. für Montagearbeiten) Meldepflichten und arbeitsschutzrechtliche Anforderungen gelten.
Anmeldung und Meldepflicht nicht vergessen
Ausländische Mitarbeiter müssen sich innerhalb von zwei Wochen nach Einzug beim Einwohnermeldeamt anmelden. Das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht – und du als Arbeitgeber solltest das aktiv ansprechen.
Warum das wichtig ist:
- Ohne Anmeldung drohen Bußgelder
- Die Anmeldung ist Voraussetzung für Krankenversicherung, Steuernummer und andere behördliche Vorgänge
- Für EU-Bürger reicht die Anmeldung, für Drittstaatsangehörige kommen weitere aufenthaltsrechtliche Pflichten hinzu
Wenn du Mitarbeiter aus dem Ausland rekrutierst, gehört die Unterkunftsfrage von Anfang an in die Planung. Wer hier improvisiert, verliert Zeit und Geld.
Wo finden Arbeitgeber passende Unterkünfte?
Die Suche nach geeigneten Mitarbeiterunterkünften läuft oft über spezialisierte Portale. Plattformen, die gezielt Unterkünfte für Arbeitnehmer vermitteln, bieten den Vorteil, dass sie auf die Bedürfnisse von Arbeitgebern und mobilen Mitarbeitern zugeschnitten sind: kurzfristige Buchungen, Mehrbettzimmer, oft mit Küchennutzung. Für Projekte in Ballungsräumen wie Hamburg gibt es entsprechende regionale Angebote.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest:
- Ist die Unterkunft verkehrsgünstig zur Baustelle oder zum Betrieb?
- Gibt es klare Mietverträge oder Buchungsbestätigungen?
- Sind Nebenkosten transparent geregelt?
- Wie sieht es mit Sauberkeit und Ausstattung aus?
Gerade bei längeren Projekten lohnt es sich, die Unterkunft vorher zu besichtigen oder sich Referenzen geben zu lassen.
Kosten und steuerliche Behandlung
Wenn du die Mitarbeiterunterkunft als Arbeitgeber stellst, musst du klären, ob und wie du die Kosten steuerlich geltend machen kannst. Die Unterkunft kann als Betriebsausgabe abgesetzt werden, wenn sie betrieblich veranlasst ist.
Aber Achtung: Wenn die Unterkunft dem Mitarbeiter als geldwerter Vorteil zufließt, musst du das in der Lohnabrechnung berücksichtigen. Das passiert, wenn du die Unterkunft kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung stellst.
Die Höhe des Sachbezugswerts ist gesetzlich festgelegt und wird jährlich angepasst. Wer hier unsauber arbeitet, läuft Gefahr, dass das Finanzamt oder die Rentenversicherung nachfordert.
Rechtliche Haftung bei Mängeln
Wenn die Unterkunft Mängel hat, kann das auf dich als Arbeitgeber zurückfallen – vor allem, wenn du die Unterkunft aktiv vermittelt oder als Teil des Arbeitsvertrags angeboten hast.
Risiken:
- Arbeitsrechtliche Ansprüche (z. B. Minderung der Unterkunftskosten)
- Haftung bei Unfällen durch bauliche Mängel
- Imageschaden, wenn Mitarbeiter sich beschweren oder abspringen
Wenn du Unterkünfte von Dritten anmietest, solltest du dir schriftlich bestätigen lassen, dass die Unterkunft den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Was tun bei kurzfristigen Projekten?
Für kurzfristige Einsätze (z. B. Montagebau, Saisonarbeit) brauchst du flexible Lösungen. Hier bieten sich Monteurzimmer oder Pensionen an, die auf solche Anfragen spezialisiert sind.
Praxistipp: Kläre im Vorfeld, ob die Unterkunft auch für Gruppen geeignet ist und ob es Stornierungsmöglichkeiten gibt. Gerade bei wetterabhängigen Projekten kann das entscheidend sein.
Unterkunft als Teil der Mitarbeiterbindung
Wer gute Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen will, sollte die Unterkunftsfrage nicht als lästige Pflicht sehen, sondern als Teil des Angebots. Eine saubere, gut erreichbare Mitarbeiterunterkunft macht den Unterschied zwischen einem Mitarbeiter, der bleibt, und einem, der nach wenigen Wochen wieder geht.
Was Mitarbeiter erwarten:
- Privatsphäre (zumindest ein eigenes Bett, besser ein Einzelzimmer)
- Funktionierende Sanitäranlagen
- Kochmöglichkeit oder Zugang zu Einkaufsmöglichkeiten
- WLAN (klingt banal, ist aber für ausländische Mitarbeiter oft wichtig)
Wer hier investiert, spart sich später Fluktuation und schlechte Bewertungen auf Arbeitgeberportalen.
Checkliste: Das solltest du regeln
Bevor du Mitarbeiter in eine Unterkunft schickst, solltest du folgende Punkte abhaken:
- Mietvertrag oder Buchungsbestätigung liegt vor
- Unterkunft entspricht gesetzlichen Mindeststandards
- Anmeldung beim Einwohnermeldeamt ist organisiert
- Kosten sind transparent (inkl. Nebenkosten, Kaution)
- Steuerliche Behandlung ist mit dem Steuerberater geklärt
- Mitarbeiter wurden über ihre Pflichten informiert (Anmeldung, Hausordnung)
Wer diese Punkte im Vorfeld klärt, vermeidet die meisten Probleme.
Unterkunft ist Arbeitgeberverantwortung
Die Unterkunftsfrage ist kein nice-to-have, sondern Teil deiner Fürsorgepflicht als Arbeitgeber. Wer ausländische Fachkräfte beschäftigt, muss sich damit beschäftigen – oder riskiert rechtliche, finanzielle und praktische Probleme.
Die gute Nachricht: Mit klarer Planung und den richtigen Partnern ist das Thema gut steuerbar. Und am Ende profitieren beide Seiten – du als Arbeitgeber und deine Mitarbeiter.

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