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Arbeitgebersiegel: die Fünf-Sterne-Bosse

Arbeitgebersiegel

Die Zeiten, in denen Fachkräfte den Unternehmen auf der Suche nach einem Job vergeblich die Türen einlaufen, sind Geschichte. Spezialisten sind begehrt, können ihrerseits hohe Anforderungen an den Arbeitsplatz stellen. Arbeitgebersiegel geben einen schnellen Überblick, was Bewerber erwartet.

Qualitätssiegel sind ein boomendes Geschäft

Qualitätssiegel sind aus der modernen Medienwelt kaum noch wegzudenken. Gerade in der Printwelt werden sie mittlerweile so inflationär verwendet, dass ein Insider-Witz lautet: „Wir sind gerade als beste Web-Agentur unserer Stadt ausgezeichnet worden – Unterkategorie unsere Straße, ungerade Hausnummern von 1 bis 3.“

Siegel sind ein Geschäft. Verlage lassen es sich gut bezahlen, dass Unternehmen sich mit ihnen aus Marketingzwecken schmücken. Fraglich ist dabei leider nur allzu oft, wie zuverlässig wirklich hingeschaut wurde bei der Beurteilung. Nicht allzu oft bekommt der eine gute Bewertung, der später auch bereit ist, dieses Siegel für seine Marketingzwecke gegen Gebühr nutzen zu wollen. Deswegen sind Siegel, die auf tatsächlichen Erfahrungen beruhen, sehr viel aussagekräftiger als redaktionell vergebene Bewertungen.

Mehr als 200 verschiedene Arbeitgeberzertifikate

Das System dahinter ist gelerntes Internet. Nutzer schreiben über ihre Erfahrungen mit dem jeweiligen Arbeitgeber und vergeben ihren Erfahrungen entsprechend Punkte.

Mittlerweile gibt es mehr als 200 verschiedene Arbeitgebersiegel von etwa 120 verschiedenen Anbietern. So haben Bewerber schon im Vorfeld viele Möglichkeiten sich anonym zum Beispiel darüber informieren, wie das jeweilige Unternehmen sich bei der Personal-Akquise verhält.

Denkbare Kriterien:

  • Prozessdauer: Wie lange dauert das Bewerbungsverfahren bis zur finalen Entscheidung des Unternehmens?
  • Reaktionsgeschwindigkeit: Wie schnell reagiert der Arbeitgeber auf die Bewerbung und Nachfragen zur Bewerbung?
  • Wohlfühlfaktor: Wie empfinden die Kandidaten den Umgang und die Kommunikation mit dem Unternehmen während des Bewerbungsprozesses?

Echte Erfahrungsberichte sorgen für belastbare Bewertungen

Hat es einen wie auch immer abgeschlossenen Bewerbungsvorgang gegeben, kann der eigene Erfahrungsbericht mit anderen Nutzern geteilt werden. Entscheidend dabei: Bei der Arbeitgeberbewertung muss sichergestellt sein, dass tatsächlich nur geprüfte Nutzer echte Erfahrungen teilen können. Sonst stünden einem Missbrauch Tür und Angel offen.

Um ein Siegel zu bekommen, ist in der Regel eine bestimmte Anzahl von positiven Bewertungen erforderlich. So entsteht trotz möglicher Ausschläge nach oben oder nach unten ein relativ zuverlässiges Bild eines Arbeitgebers.

Expertensiegel für Einzelaspekte

Es gibt aber nicht nur Arbeitgebersiegel für ein faires Recruiting-Verfahren. Andere Zertifikate sind zum Beispiel das Ergebnis von Wettbewerben, an denen Firmen sich freiwillig beteiligen. In diesem Fall werden die eingereichten Ergebnisse von einer Experten-Jury ausgewertet. Es können aber auch nur Einzelaspekte wie Nachhaltigkeit oder Familienfreundlichkeit genauer unter die Lupe genommen werden.

Bedeutung von Arbeitgebersiegeln nimmt weiter zu

Eine Studie zur Bedeutung von Arbeitgebersiegeln kommt zu dem Schluss, dass diese in Zukunft für die Arbeitgeberwahl von Studenten immer wichtiger werden. Gerade Berufsanfänger haben kaum andere Vergleichsmöglichkeiten. Wer dagegen schon länger im Job steht, hat demnach offenbar andere und belastbare Quellen, aus denen er sich über potentielle Arbeitgeber informiert.

Arbeitgebersiegel

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Kategorie: Personal & Weiterbildung

von

Holger Schöttelndreier

Freier Journalist und Autor. Jahrelange Erfahrung in Führungspositionen (Print und Online). U. a. Büroleiter BILD, Chefreporter Hamburger Morgenpost, Ressortleitung und Chefredaktion TV Hören + Sehen, Chefredakteur WOM Magazin, Objektleiter Wirtschaftsmedien online Heinrich Bauer Verlag.

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