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Betrug im Unternehmen: Es sind nicht immer Mitarbeiter

Betrug

Über Wochen verschwindet Geld aus der Kasse. Eine solche Situation ist ärgerlich – für alle Beteiligten. Der Verdacht fällt seitens der Unternehmensleitung meist sehr schnell auf die Mitarbeiter.

Ein Mitarbeiter hat Geld gestohlen – dieser Vorwurf belastet das Vertrauensverhältnis nicht nur zwischen dem Beschuldigten und seinem Vorgesetzten. Oft leidet darunter generell das Vertrauen innerhalb der Belegschaft. Greift vielleicht noch jemand in die Kasse? Betrug durch Mitarbeiter ist kein Kavaliersdelikt und führt zur Kündigung.

Aber: Geld verschwindet nicht ausschließlich durch Beschäftigte des Unternehmens. Firmen unterschätzen mitunter Risiken, die im täglichen Geschäftsbetrieb auf sie lauern. Dabei geht es nicht ausschließlich um Gefahren aus dem Netz.

Hier drei weitere Situationen, die Betrüger gerne ausnutzen, um Geld zu erbeuten!

Betrug durch Unternehmen: Wenn Türöffner teuer werden

Diese Situation kommt immer wieder vor: Der Chef geht nach einem langen Arbeitstag nach Hause – lässt aber den Schlüssel für die Büroräume auf dem Schreibtisch liegen. Zum Glück hat die Sekretärin einen Zweitschlüssel. Dumm, wenn diese grad im Urlaub ist.

Was bleibt in einer solchen Situation anderes übrig als der Anruf bei einem Schlüsseldienst?

In der Praxis keine große Sache, kann die Türöffnung jedoch schnell teuer werden. Auch Unternehmer sind nicht davor gefeit, an Schlüsseldienst-Betrug zu geraten. Was bei einem seriösen Türöffner 100 Euro bis 150 Euro kostet, wird bei Betrügern mit der dreifachen Summe abgerechnet.

Dabei wird die Rechnung künstlich nach oben getrieben, etwa durch:

  • horrend hohe Fahrtpauschalen
  • Sondergebühren.

Besonders ärgerlich sind Schlüsseldienste, welche bei der Türöffnung ein Schlachtfeld hinterlassen. Betroffene Unternehmer müssen sich dann nicht nur mit der Rechnung des Schlüsseldiensts herumärgern, auch das beschädigte Schloss und die Tür müssen bezahlt werden.

Wie aber einen seriösen Schlüsseldienst erkennen?

  • Preis vorab erfragen: Auch wenn Unternehmer in Not schnell wieder ins Büro wollen – keine Auftragsvergabe, ohne die ungefähren Kosten zu kennen. Rückt der Türöffner an, die vereinbarten Konditionen – am besten im Beisein eines Mitarbeiters – noch einmal bestätigen. Besonders die Anfahrtskosten sind ein möglicher Preistreiber und müssen in jedem Fall klar sein.
  • Mehrere Nummern/Adressen: Ist ein Schlüsseldienst im Branchenverzeichnis unter verschiedenen Einträgen oder Domains und Telefonnummer zu finden, sollten sie hellhörig werden. Diese Masche taucht in Zusammenhang mit Betrug durch Schlüsseldienste immer wieder auf.
  • Rechnung muss sein: Horrende Beträge für den Schlüsseldienst gehen oft mit der Tatsache einher, dass versucht wird sich um ein Ausstellen der Rechnung zu drücken. Verlangt ein Notdienst die Barzahlung, ist Skepsis angebracht. Eine ordnungsgemäß ausgestellte Rechnung MUSS sein.
Schlüsseldienst-Betrug

Für die komplette Infografik bitte auf das Vorschaubild klicken (via www.betrugstest.com)

Ein wesentliches Kriterium bei der Bewertung eines Notdienstes ist dessen Identitäts-Prüfpflicht. Wenn es dem Schlüsseldienst scheinbar egal ist, wem Zutritt zu Geschäftsräumen verschafft wird, müssen die Alarmglocken schrillen.

Auf der sicheren Seite sind Unternehmer, wenn sie sich im Vorfeld mit dem Thema Türöffnung beschäftigen – und vielleicht schon die eine oder andere Notfallnummer ins Handy einspeichern.

Chefbetrug: Millionenbeträge erbeutet

Eine Masche, die gerade in Unternehmen für Stirnrunzeln sorgt und bereits zu Millionenschäden geführt hat, ist der Chefbetrug. Bekannt ist dieses Muster auch als CEO Fraud. Medienberichten zufolge schrecken Betrüger hier inzwischen nicht einmal mehr davor zurück, sich als Mitglieder der Bundesregierung auszugeben.

Wie läuft der Chefbetrug ab?

Im Detail sehen die Maschen individuell natürlich unterschiedlich aus. Allerdings lassen sich einige Gemeinsamkeiten finden. Adressiert werden die Nachrichten meist an Mitarbeiter, die Überweisungen autorisieren können.

Neben einer freundlichen, ja fast schon vertraulichen Atmosphäre, bauen Betrüger zudem meist auch Druck auf. Überweisungen müssen:

  • umgehend
  • vertraulich
  • ins Ausland

erledigt werden.

Klar, dass die genannten Konten nicht zum Unternehmen gehören, sondern den Betrügern. Sobald das Geld ankommt, ist es auch schon wieder verschwunden. Teils werden die betroffenen Firmen um einen niedrigen bis mittleren Millionenbetrag erleichtert.

Hiergegen hilft am Ende nur, Beschäftigte zu sensibilisieren. Technisch ist dem CEO Fraud eher schwer beizukommen. Parallel ist es hilfreich, für Überweisungen ab einer gewissen Größenordnung (oder wenn es um Auslandskonten geht) das 4-Augen-Prinzip einzuführen.

Phishing: Auch in Unternehmen Thema

Cyberkriminalität ist Teil der Wirtschaftskriminalität. In den letzten Jahren versuchen Kriminelle, immer neue digitale Wege in Unternehmen zu finden. Ein Teil dieser Versuche steht mit Wirtschaftsspionage in Verbindung. Oft geht es jedoch schlicht und ergreifend um Geld.

Bei einem Diebstahl Mitarbeiter zu verdächtigen geht schnell, trifft oft aber nur zum Teil zu. Gerade im Zusammenhang mit Phishing ist meist eine fehlende Sensibilisierung für das Thema und eine unzureichende Absicherung der eigenen IT schuld.

Phishing zielt auf sensible Daten ab, die sich – wie beispielsweise Informationen zur dienstlich genutzten Kreditkarte – anderswo einsetzen lassen. Unternehmen müssen in diesem Zusammenhang an mehreren Punkten ansetzen. Eine entsprechend hochwertige Firewall gehört genauso dazu wie die ständige Überwachung der Kontobewegungen.

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