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Highspeed-Internet als harter Standortfaktor für Unternehmen

Highspeed-Internet

Ein mittelständischer Maschinenbauer im ländlichen Ostsachsen wurde im Zuge der Wiedervereinigung als eines der wenigen ostdeutschen Unternehmen ein Wende-Gewinner. Das Unternehmen stellt Fräsmaschinen her, vornehmlich solche zur Holzbearbeitung.

Mit günstigen Förderkrediten konnte das Unternehmen in die damals neueste Technologie einsteigen, während sich bei Mitbewerbern teilweise die Investitionen in die Vorgänger-Technologie noch nicht amortisiert hatten. Dieser Wettbewerbsvorteil verschaffte dem Unternehmen über die Region hinaus eine marktführende Stellung.

Wettbewerbsvorteile mit leistungsfähigem Breitband

Doch in jüngster Zeit droht der mittelständische Maschinenbauer ins Hintertreffen zu geraten. Der Grund: leistungsschwaches Internet.

Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet rasend voran. Highspeed-Internet ist zu einem harten Standort-Faktor für Unternehmen geworden, um in diesem Wettbewerb bestehen zu können. Doch gerade im ländlichen Raum lahmt der Ausbau von Breitband-Netzen.

Im Falle des Fräsmaschinenbauers ist die Leistungsfähigkeit des für ihn verfügbaren Internets längst hinter den technischen Möglichkeiten der von ihm angebotenen Technologie zurückgeblieben.

Theoretisch könnte das Unternehmen die Maschinen seiner Kunden per Internet fernwarten und dabei zum Beispiel ein Software-Update aufspielen. Aber das gibt die Leitungskapazität nicht her. Deshalb muss das Unternehmen regelmäßig Wartungsteams zu seinen Kunden schicken.

Das ist nicht bloß aufwändig, teuer und langsam. Es bedeutet auch einen existenziell bedrohlichen Wettbewerbs-Nachteil. Schnell könnte ein Mitbewerber mit leistungsfähigem Breitband-Service die Lücke füllen.

Auf die richtige Internet-Technologie kommt es an

Unternehmen haben regelmäßig andere Anforderungen an Highspeed-Internet als private Haushalte.

Deutschland weist zum Beispiel schon eine recht hohe Versorgungsdichte privater Haushalte mit Internet nach dem schnellen DSL-Standard aus. Beim herkömmlichen DSL ist aber die Datenübertragungsrate im Download um ein Vielfaches schneller als im Upload.

Für viele Unternehmen ist DSL aber nur dann sinnvoll, wenn es in beide Richtungen Highspeed bietet – etwa zur Übertragung großer Datenmengen bei der Fernwartung einer Maschine oder für die weltweite Echtzeit-Übertragung von Video-Konferenzen.

Sie benötigen einen SDSL-Anschluss. Das „S“ steht hier für „symmetrisch“, also eine gleich hohe Datenübertragungsrate im Down- und Upload.

Dazu kommt: Die tatsächlich zu erzielende Übertragungsrate hängt bei der DSL-Technologie extrem von der Entfernung des Anschlusses von der DSL-Verteilstelle des Anbieters ab. Nur wenige Meter können darüber entscheiden, ob etwa bloß 16 oder 50 und mehr Mbit/s anliegen.

Vergleichen und Informieren bei der Netz-Optimierung

Beim Ausbau des Highspeed-Internets in Deutschland mische nicht nur Netzriesen wie Telekom oder Vodafone mit, sondern auch regionale Anbieter. Bei der Standortwahl oder Optimierung des Internetanschlusses am bestehenden Standort kann es für Unternehmen ratsam sein, sich über die tatsächlichen Leistungen verschiedener Anbieter und das tatsächlich vorhandene Angebot verschiedener Highspeed-Internet-Technologien zu informieren.

Neben DSL gibt es zum Beispiel noch kabelgebundene Netze über das TV-Kabel oder Funkstandards wie LTE. Die höchsten Übertragungsraten bieten Glasfasernetze (FTTH/FTTB). Der „Breitbandatlas“ des Bundesverkehrsministeriums zeigt stets nahezu straßengenau die aktuelle Versorgung von Highspeed-Internet-Technologien für Unternehmen und kann eine wertvolle Hilfe sein.

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