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Marketing-Mix einfach erklärt

Marketing-Mix

Der Marketing-Mix umfasst verschiedene Marketing-Tools, mit denen Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen an ihre Zielkunden verkaufen.

Erfahren Sie jetzt mehr über die einzelnen Elemente eines Marketing-Mix und wie Sie sie effektiv einsetzen.

Was ist ein Marketing-Mix?

Unternehmen haben technisch gesehen schon immer Marketing-Tools verwendet, um ihre Produkte zu bewerben und zu verkaufen. Der Begriff „Marketing-Mix“ wurde jedoch erst Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt. In einer Ansprache an die American Marketing Association von 1953 erklärte der Harvard-Professor und Marketingexperte Neil Borden als Erster, wie Marketingfachleute einen erfolgreichen Marketingplan entwickeln und umsetzen.

Das Erkennen und Anordnen der Elemente im Marketing-Mix ermöglicht es einem Unternehmen, auf jeder Ebene rentable Marketingentscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen helfen dem Unternehmen:

  • Stärken auszubauen und Schwächen zu begrenzen
  • wettbewerbs- und anpassungsfähiger auf dem Markt werden
  • die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Partnern zu verbessern

Seit den 1950er Jahren haben die Elemente des Marketing-Mix als Reaktion auf neue Technologien und andere Änderungen bei den bewährten Marketing-Praktiken verschiedene Anpassungen erfahren.

Was sind die vier Säulen im Marketing-Mix?

Seit den 1960er Jahren wird der Marketing-Mix mit den vier P assoziiert: Preis, Produkt, Promotion und Platzierung.

1. Preis

Die Kosten für den Kauf eines Produkts.

Der Preis hängt vom Kunden wahrgenommenen Wert des Produkts ab und kann Ihre Marketingstrategie dramatisch verändern. Ein niedrigerer Preis macht ein Produkt für mehr Kunden zugänglich, während höhere Kosten Käufer ansprechen, die Exklusivität suchen.

In jedem Fall muss der Verkaufspreis höher sein als die Produktionskosten, damit Ihr Unternehmen einen Gewinn erzielen kann.

2. Produkt

Was wird verkauft?

Vermarkter müssen den Lebenszyklus des Produkts berücksichtigen. Zum Beispiel hatte die früheste Version des iPod ein Problem mit der Akkulaufzeit, das erst nach einer bestimmten Zeit spürbar wurde. Apple musste Wege entwickeln, um dieses Problem zu beseitigen.

3. Promotion

Werbung, Direktmarketing und Verkaufsförderung, Fernsehwerbung, Internetwerbung, Kataloge, Messen, Werbetafeln und sogar Werbebanner auf Taxis gehören alle unter den Deckmantel „Marketing“. Diese Kategorie beinhaltet auch Öffentlichkeitsarbeit wie die Verbreitung von Pressemitteilungen oder die laufenden Beziehungen zu Medien.

Promotion umfasst, was kommuniziert wird, mit wem es kommuniziert wird, wie dieses Publikum erreicht wird und wie oft die Promotion stattfindet.

4. Platzierung

Jeder physische Ort, an dem der Kunde ein Produkt verwenden, darauf zugreifen oder es kaufen kann. Dies umfasst Distributionszentren, Transport, Lagerhaltung, Bestandsentscheidungen und Franchise.

Einen Überblick der Marketinginstrumente zu diesen 4 P findet ihr hier:

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Die sieben Säulen im Marketing-Mix

Zusätzlich zu den üblichen vier P umfassen die sieben P auch Personen, Prozesse und physische Ausstattung.

5. Personen

Mitarbeiter, einschließlich derer, die direkt mit Kunden interagieren (z. B. Vertrieb, Kundendienst oder Zusteller) sowie Mitarbeiterrekrutierung und -schulung.

Diese Kategorie umfasst, wie gut Mitarbeiter ihre Arbeit verrichten, wie sie den Kunden erscheinen (z. B. wie ihre Uniformen aussehen) und wie Käufer ihre Erfahrungen bewerten.

6. Prozesse

Alles innerhalb der Organisation, was Auswirkungen darauf hat, wie ein Produkt oder eine Dienstleistung von Mitarbeitern gehandhabt und an Verbraucher geliefert wird.

Einige Beispiele sind die Reihenfolge, in der Mitarbeiter Aufgaben ausführen müssen, wie viele Anfragen Vertriebsmitarbeiter erhalten und wo sie Kunden um Hilfe bitten oder wie die Leistung nachverfolgt und gemessen wird.

Es wird zudem behandelt, welche Teile des Prozesses standardisiert sind und welche kundenspezifisch angepasst werden können.

7. Physische Ausstattung

Alles Greifbare in Bezug auf ein Produkt oder die physische Umgebung, in der eine Dienstleistung stattfindet.

Physische Ausstattungen können Produktverpackungen, Lieferscheine, Beschilderungen oder das Layout eines physischen Geschäfts sein.

Was beinhaltet ein digitaler Marketing-Mix?

Mit einem digitalen Marketing-Mix erreicht ein Unternehmen seine Marketingziele mithilfe digitaler Technologien. Da immer mehr Geschäfte online getätigt werden, sind digitale Marketinginstrumente für alle Arten von Unternehmen essenziell, nicht nur für Firmen in der Technologiebranche.

Ein digitaler Marketing-Mix folgt den gleichen Grundsätzen wie ein traditioneller Marketing-Mix. Diese Elemente sind jedoch an die Art und Weise angepasst, wie das Internet neue Technologien und das Verbraucherverhalten beeinflusst.

Die 4 C im Marketing-Mix

In den neunziger Jahren wurden die vier P an die vier C angepasst, um Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und weniger das reine Geschäft. Die vier C sind Customer (Verbraucher), Cost (Kosten), Convenience (Bequemlichkeit) und Communication (Kommunikation).

In einigen Fällen können die vier C für einen digitalen Marketing-Mix geeigneter sein als die vier P.

1. Customer (Verbraucher)

Die Wünsche und Bedürfnisse des Verbrauchers – nach diesem Modell sollte sich ein Unternehmen darauf konzentrieren, Probleme für die Verbraucher zu lösen, anstatt Produkte zu entwickeln.

Dies erfordert die Untersuchung des Verbraucherverhaltens und der Bedürfnisse sowie die Interaktion mit potenziellen Kunden, um herauszufinden, was sie wollen.

2. Cost (Kosten)

Die Gesamtkosten für den Erwerb eines Produkts oder einer Dienstleistung, die über den Preis hinausgehen. Die Kosten umfassen die Zeit, die für die Recherche und den Kauf eines Produkts benötigt wird.

Dies kann auch den Preis für Kompromisse einschließen, die Verbraucher eingehen müssen.

3. Convenience (Bequemlichkeit)

Wie einfach oder schwierig es für Verbraucher ist, ein Produkt zu finden und zu kaufen.

Der Aufstieg des Internet-Marketings und -Einkaufs hat die Bequemlichkeit bei Kundenentscheidungen wichtiger gemacht als den physischen Ort.

4. Communication (Kommunikation)

Ein Dialog, der sowohl vom Verbraucher als auch vom Verkäufer abhängt. Dies schließt Werbung, Marketing und Medienauftritte ein.

In der digitalen Welt umfasst es jedoch auch E-Mails, Markenbotschafter, Blogposts, Websites, gesponserte Produktplatzierungen und Social-Media-Kanäle.

So identifizieren Sie Ihren Marketing-Mix

Um frühzeitig Umsätze zu erzielen und einen Kundenstamm aufzubauen, muss jedes Unternehmen zunächst seinen Marketing-Mix ermitteln. Der erste Schritt in diesem Prozess ist die Identifizierung Ihres Zielkunden.

Sobald Sie wissen, wer Ihr idealer Kunde ist, können Sie auch seine Beziehung zu Ihrem Unternehmen zu verstehen. Folgende Fragen helfen:

  • Welches Problem hat Ihr Zielkunde?
  • Was hindert Sie daran, dieses Problem zu lösen?
  • Wie geht Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung darauf ein?
  • Wie steht Ihr Zielkunde zu Ihren Mitbewerbern und zu Ihnen?
  • Was motiviert Ihren Zielkunden zum Kauf?

Bestimmen Sie als Nächstes Ihre Ziele für Umsatz und Wachstum sowie Ihr Budget für Marketinginitiativen. Wählen Sie dann eine Marketingtaktik, mit der Sie Ihre Zielgruppe und Ihre vorher festgelegten Ziele erreichen können.

Wenn Sie beispielsweise 25 Leads benötigen, um ein Produkt zu verkaufen und in diesem Monat 1.000 Produkte absetzen möchten, benötigen Sie 25.000 neue Leads.

Sie wissen, dass Ihr Zielkunde sich hauptsächlich auf zwei verschiedenen Webseiten aufhält, eine mit 25.000 Besuchern pro Monat und eine mit einer Million Lesern monatlich. Die Website mit nur 25.000 Besuchern im Monat ist wesentlich billiger zu bewerben, doch es ist unwahrscheinlich, dass alle 25.000 Leser zu neuen Käufern werden.

Daher ist die Website mit einer Million monatlichen Besuchern die bessere Werbeoption, auch wenn diese wesentlich teurer ist.

Indem Sie schrittweise auf die verschiedenen Elemente des Marketing-Mix eingehen, können Sie die ideale Strategie entwickeln, um Verbraucher effektiv zu erreichen, Verkäufe zu tätigen und Ihr Geschäft auszubauen.

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Kategorie: Marketing & Vertrieb

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