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Online-Auktionen: Spezialisierte Parallelwelt zu eBay

Online-Auktionen

Tempo ist ein Synonym für Papiertaschentücher, eBay steht für Online-Auktionen. Aber: Die Nase muss man sich nicht mit Tempos putzen, und online gibt’s jenseits von eBay interessante und hochspezialisierte Auktions-Aktivitäten.

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Die Atmosphäre einer „echten Auktion“ sei etwas ganz Besonderes, befand David Bassenge, Chef des gleichnamigen Berliner Hauses für Kunst-, Buch- und Fotoauktionen. Das mögen sich auch die Babylonier gedacht haben, die etwa 500 v. Chr. quasi als Erfinder dieses Distributionsformats Interessenten und Anbieter an einem Ort zusammenbrachten. Damals ging es um ein sehr menschliches Bedürfnis mit heute mehr als zweifelhaften Methoden: Die babylonischen Väter versteigerten ihre Töchter für den Bund der Ehe.

Was die alten Römer mit eBay gemeinsam haben

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Noch unrühmlicher agierten die antiken Griechen, die Menschen beiderlei Geschlechts in Auktionen als Sklaven feilboten. Die Römer dachten als erste – wie Jahrhunderte später eBay – in Richtung Kaufhaus und vergoldeten die Beute ihrer vielen Feldzüge auf Auktionen.

eBay war zwar nicht die erste Auktions-Plattform im Internet, aber die mit dem eindrucksvollsten Momentum. Was dann folgte, glich ebenfalls einem Feldzug: Der Weltmarktführer kaufte große Teile der Konkurrenz auf und festigte damit seine Position. Doch drumherum kopierten Spezialanbieter mit individualisierten Konzepten das Prinzip Online-Auktion und belegten Nischen, die eBay nicht bediente.

Das Salz in der Suppe: der unbekannte Mitbieter

Am naheliegendsten war das vielleicht bei Kunstauktionen, bei denen der ominöse Bieter am Telefon schon immer etwas Prickeln ins Geschehen brachte. Das geschichtsträchtige Auktionshaus Sotheby’s verkaufte z. B. 2019 weltweit in ca. 400 Saal- und Online-Auktionen mehr als 55.000 Objekte.

Die Zahl der Objekte macht sich bescheiden aus im Vergleich zum Giganten eBay mit 180 Millionen Käufern in 190 Ländern. Aber beim 1744 in London gegründeten Traditionshaus kommt nichts aus dem Euro-Shop unter den Hammer. Der dickste Deal im vergangenen Jahr waren mit einem VK von 110,7 Millionen Dollar (inkl. Aufschlag) Claude Monets „Meules“.

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Auktionshäuser für Spezialmaschinen, – fahrzeuge und -geräte

Secondhand-Kunst alter Meister sinkt beim Eigentümerwechsel bekanntlich selten im Preis, aber außerhalb der Bildenden Künste kann gutes Gebrauchtes Geschäftsmodelle retten. Wer Spezialmaschinen, -fahrzeuge und -geräte für Handwerk, Produktion, Land- und Forstwirtschaft sucht, muss sich nicht durch den Kleinanzeigenteil von Fachzeitschriften wühlen, sondern bekommt in darauf spezialisierten Auktionshäusern eine umfassende Übersicht darüber, was der Gebrauchtmarkt aktuell hergibt.

Punktgenau auf die Zielgruppe auch B2B

Auch der B2B-Gebrauchtwagenhandel und das Flottenmanagement großer Unternehmen wird heute größtenteils über darauf spezialisierte Auktions-Portale abgewickelt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Anbieter treffen punktgenau die Zielgruppe und können den aktuell bestmöglichen Preis erzielen – auch B2B. Umgekehrt gilt das natürlich auch.

Wer auf dem Immobilienmarkt bezahlbare Objekte sucht, ist bei Zwangsversteigerungen traditionell an einer guten Adresse. All das geht natürlich auch online. Und wer sich informieren will, wo welche Versteigerung von welchem Objekt ansteht, findet auch dafür die passende Übersicht im Netz – bequem zu filtern nach Objektart, PLZ-Gebiet und Verkehrswert. Komfortabel.

Präsenz-Auktionen mit schwieriger Zukunft

Die klassische Präsenz-Auktion ist entweder nicht nur ethisch überholt (s. Babylon, Athen und Rom), sondern wird in einer globalisierten (und neuerdings auch infizierten) Welt immer schwieriger. Das gilt auch für den ganz eigenen Kunstmarkt. Robert Ketterer, Chef von Ketterer Kunst, Deutschlands größtem Kunsthaus, erhält schon heute 90 Prozent der Gebote von außerhalb des Saals.

Egal, ob online oder im Saal, keine Verkaufsform demonstriert derart anschaulich ein Grundgesetz der freien Marktwirtschaft: Ein Produkt ist das wert, was ein Käufer bereit ist, dafür zu bezahlen.

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Kategorie: Marketing & Vertrieb

von

Holger Schöttelndreier

Freier Journalist und Autor. Jahrelange Erfahrung in Führungspositionen (Print und Online). U. a. Büroleiter BILD, Chefreporter Hamburger Morgenpost, Ressortleitung und Chefredaktion TV Hören + Sehen, Chefredakteur WOM Magazin, Objektleiter Wirtschaftsmedien online Heinrich Bauer Verlag.

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