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Solche Kunden brauche ich nicht!

Fairness

Ich bin mal wieder zu einer Blogparade eingeladen worden. Diesmal von Nicole Y. Männl mit dem Thema „Fairness im Business“.

Worum geht es?

„Kennen Sie die Blogs, in denen Kunden aus der Hölle und die Kollegen aus der Hölle beschrieben werden? Darüber lachen wir alle gern. Doch was ist, wenn uns mal etwas ähnliches passiert? Fairness im Business ist längst nicht selbstverständlich. Immer wieder begegnen einem kleine oder größere Ungerechtigkeiten oder Frechheiten.“

So viel zum Thema der Blogparade bei „Meine Firma & Ich“.

Auch ich habe natürlich in den 8,5 Jahren meiner Selbständigkeit den einen oder anderen getroffen, der sagen wir mal eine „andere“ Auffassung vom Verhalten im Business hatte als ich. Und natürlich habe auch ich mich hier und dort ganz schrecklich darüber aufgeregt.

Die meisten Erlebnisse dieser Art liegen aber schon so lange zurück, dass ich die jetzt gar nicht wieder hervorkramen möchte. Daher hier nur ein paar Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit.

Urlaub machen

Im Sommer dieses Jahres habe ich drei Wochen Urlaub gemacht. Ich habe allen meinen Kunden Bescheid gesagt und einen Autoresponder eingeschaltet. Kein Projekt wurde mittendrin unterbrochen oder später begonnen, kein Kunde wartete auf Antwort. Eigentlich alles soweit gut vorbereitet.

Dachte ich…

Was ich nicht wusste: anscheinend gibt es Menschen, die denken, bloß weil man im Online-Business tätig ist, muss man rund um die Uhr jeden Tag erreichbar sein.

Wohlgemerkt, keiner meiner Bestandskunden dachte so. Es war ein potentieller Neukunde.

Dieser wollte gerne einen Text im Unternehmerhandbuch veröffentlichen. Er fragte auch gar nicht erst an, ob das überhaupt möglich sei. Er sandte den Text einfach zu. Der Text war schlecht, extrem schlecht. Noch dazu wollte er natürlich einen Rabatt. Begründung: er habe doch schon die Texterstellung bezahlen müssen.

Ich habe ihm dann nach meinem Urlaub freundlich mitgeteilt, dass ich diesen Text nicht veröffentlichen werde, da er meinen Qualitätsansprüchen nicht genügt. Er schlug daraufhin vor, dass ich den Text doch mal schnell überarbeiten könne, selbstverständlich ohne Bezahlung, denn die hatte ja schon der ursprüngliche Texter erhalten.

Daraufhin habe ich zum Hörer gegriffen, um die Sache schnell zu klären, denn auf weitere 50.000 Mails hatte ich keine Lust. Das Gespräch war sehr unangenehm und letztlich hat er mich beschimpft.

Weil ich es wage Urlaub zu machen. Weil ich es wage aus dem Urlaub nicht auf seine Mail zu antworten. Weil ich mir diesen Luxus herausnehme, was er sich nicht erlauben könne. Und vor allem, weil ich es wage, die kostenfreie Überarbeitung eines extrem schlechten Textes, den er sich vorher noch nicht einmal durchgelesen hatte (keine Zeit), abzulehnen. Er habe doch schließlich schon Kosten gehabt. Und ich solle mich nicht so anstellen und den Text veröffentlichen, denn sein Kunde sei mittlerweile auch schon sauer.

Ich glaube, was ihn sehr aufgeregt hat, war der Satz: „Das ist aber doch nicht mein Problem.“ 🙂

Mal ehrlich, da beauftragt einer einen Text um ihn bei mir zu veröffentlichen, ohne mich vorher zu fragen. Der Text wird extrem schlecht geschrieben, er liest ihn aber einfach nicht, denn das kann ich doch übernehmen, zu fragen, ob das für mich in Ordnung ist, hält er nicht für nötig. Dann geht er davon aus, dass er einen Rabatt bekommt, denn er hat ja nicht mehr Geld – wieder ohne mich zu fragen. Und dann pampt er mich an, dass ich im Urlaub für ihn nicht erreichbar bin? Nee ehrlich. So nicht!

Erstkontakt aufnehmen

Mittlerweile ist es bei mir ganz normal, dass die ersten Kontakte via Mail stattfinden. Gerade für das Unternehmerhandbuch ist das auch irgendwie logisch.

Was mich aber zunehmend stört, sind Menschen, die einfach keine Signatur in ihren Mails haben. So altmodische Angaben wie Firmenname, Adresse und Telefonnummer. Nachnamen haben die meisten übrigens auch nicht. Wenn ich diese Menschen darauf anspreche, dann wissen sie häufig noch nicht einmal, was ich mit Signatur meine …

Ich finde das nicht gut. Das ist kein Privatvergnügen, das ist Business. Und ja, ich möchte schon gerne wissen, mit wem ich da Geschäfte mache bzw. machen soll und da reicht mir hans_82@gmail.com (oder so ähnlich) einfach nicht aus. Das finde ich unseriös. Denn gerade diese Menschen gehören leider auch häufig zur nächsten Kategorie.

Rechnungen bezahlen

Mein Verständnis von fairer Zusammenarbeit ist wie folgt: der Kunde bestellt eine Leistung, ich erbringe diese, schreibe eine Rechnung und der Kunde bezahlt sie dann innerhalb der angegebenen Frist. Klingt einfach, oder?

Ist es aber nicht. Zumindest bei manchen Menschen.

„Ach, hatten wir Ihnen nicht gesagt, dass wir immer erst nach zwei Monaten zahlen?“ kommt dann auf meine Nachfrage, warum denn die Rechnung noch offen sei. „Oh sorry, mein Fehler, ich habe die Rechnung aber heute sofort an die Buchhaltung weitergeleitet, die zahlt dann bestimmt nächste Woche.“ Klar, die Rechnung liegt ja auch erst seit einem Monat dem Account Manager vor.

Alle wollen, dass ich pünktlich und sorgfältig meine Leistung erbringe – das erwarte ich dann aber im Gegenzug auch bei der Bezahlung der Rechnung. So sieht mein Verständnis von Fairness aus.

Zwischenmenschliches

Zu guter Letzt noch ein Erlebnis, welches zum Glück schon zwei Jahre zurück liegt:

Was ich gar nicht mag ist, wenn man mich anschreit. Ja genau: Anschreien!

Es mag Gründe geben mich anzuschreien. Wenn ich kleine Kinder schubse, mutwillig etwas kaputt mache oder so. Aber im Job? Nein. Im Job lasse ich mich nicht anschreien. Niemals! Ich kann mir wirklich keinen Grund vorstellen, der Anschreien im beruflichen Kontext rechtfertigt.

Gut, dass ich selbständig bin. Da gehe ich dann nämlich einfach nicht wieder hin.

Und nun?

Ich finde, dass ich in mit meinen Kunden enormes Glück habe. Es sind Wunschkunden. Alle. Die obigen Beispiele stammen nämlich alle von Kunden, die sicher nicht in meine Bestandskundenliste aufgenommen werden. Und vor solchen Kunden beschütze ich mich selbst, denn das bringt auf Dauer nichts.

Wer nicht fair ist fliegt raus – ganz einfach!

Foto: marekuliasz / shutterstock

2 Kommentare

  1. Ricardo Sesselmann sagt

    Ja, solche Kunden kennen wir auch, Gott sei dank tauchen davon nur etwa alle 3 Jahre einer auf, weil wir im Vorfeld schon auswählen.
    Wer die Leistung im Vorfeld erbringen muss wartet in der Regel immer auf sein Geld, ja, auch dies kennen wir in einigen Bereichen unserer Arbeit.
    Aber unterm Strich läuft es doch mit der großen Anzahl der guten Kunden super. Daran sollte man auch denken, wenns mal wieder, wie oben beschrieben, „dicke“ kommt.

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