Existenzgründung
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Gründerfahrplan (11): Break-even-Point berechnen

Break-even-Point
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„Er ist nicht das Ziel, nur ein Meilenstein in der Gründung“, sagt Jan Evers, Business-Experte der Gründerplattform des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der KfW. „Das ist der Point, der Tag, der Break-even-Tag.“ Vor diesem Tag hat das Unternehmen nur Verluste gemacht.

Das bedeutet: Die für das Start-up erforderliche Kapitalmenge errechnet sich aus der Dauer der Zeit, die es braucht, bis der Break-even-Point oder die Gewinnschwelle erreicht ist.

Investitionen sind fast immer erforderlich

Nur die wenigsten Jung-Entrepreneure werden das Glück haben, vom ersten Tag der Gründung an mit ihrem Unternehmen mehr Geld zu verdienen als sie ausgeben. Fast immer sind Investitionen in das Unternehmen erforderlich – und sei es nur ein Computer.

In den meisten Fällen werden Miete, Mitarbeiter und Produktionskosten die größten Kapitalfresser im neuen Unternehmen sein. Höhe und Anteil variieren je nach Geschäftsmodell.

Das alles ist schon Teil eines soliden Businessplans, aber jetzt geht es darum, möglichst genau den Monat zu berechnen, in dem der herbeigesehnte Break-even-Point erreicht ist. Jeder Tag vorher kostet Geld, und diese Durststrecke sollte im Vorfeld finanziert sein, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Auch gute Kunden können säumige Zahler sein

Aber ein Businessplan kann nur funktionieren, wenn alle Annahmen erfüllt werden. Säumige Zahler sind zum Beispiel ein Problem, das eine Kalkulation schnell obsolet werden lassen kann.

Diese Erfahrung hat auch Christoph Kahl machen müssen, der eigentlich in eine Wachstumsbranche mit sehr verlässlichen Geschäftspartnern investiert hat. Als Franchise-Unternehmer hat er einen ambulanten Pflegedienst aufgebaut: Home Instead Seniorenpflege Segeberg. Bezahlt wird er von den Krankenkassen. Eine sichere Bank, möchte man meinen.

Christoph Kahl kann sich nicht über zu wenig Arbeit beklagen. Die Kassen zahlen zwar, aber: „Sie zahlen sehr schleppend, teilweise acht Wochen später.“ Acht Wochen, die gerade in der Anfangsphase überbrückt werden müssen. Fast zwei Monate auf offene Rechnungen warten zu müssen, kann einer jungen Firma, die zu knapp kalkuliert und den Break-even-Point zu früh angesetzt hat, das Genick brechen.

Kahls Fazit: „Wichtig ist, dass man immer genügend Liquidität für den nächsten Monat hat.“ Er hatte.

Banken haben in der Regel weniger Geduld als Privatinvestoren

Ein einfaches Tool für die Berechnung des Break-even-Points findet sich auf der Gründerplattform von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und KfW.

Kein Geldgeber erwartet, dass die Gewinnschwelle schon nach wenigen Monaten oder gar Wochen erreicht wird. Das ist illusorisch und deswegen macht es überhaupt keinen Sinn, potenzielle Investoren oder Kreditgeber damit beeindrucken zu wollen. Banken gehen in der Regel von einem Break-even nach einem oder spätestens zwei Jahren aus.

Investoren oder Business Angels dagegen haben oft einen längeren Atem – wenn sie davon überzeugt sind, dass das Geld später umso reichlicher ausgeschüttet wird.

Das eigene Gehalt nicht zu hoch ansetzen

Liegt das angestrebte Zeitziel zu weit in der Zukunft, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass das Geschäftsmodell nicht lauffähig ist. Eventuell können auf der Kostenseite noch Einsparungen vorgenommen werden. Das ist bei kleinen, praktisch nur aus dem Inhaber bestehenden Gründungsteams zum Beispiel auch das eigene Honorar oder Gehalt.

Wer seine privaten monatlichen Fixkosten kennt, weiß, was er monatlich aus der Firmenkasse holen muss, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Es gab zwar schon Gründer, die wochenlang im abgeklebten Schaufenster geschlafen haben, um die Miete für die Privatwohnung zu sparen, aber das dürfte nur für einen sehr kleinen Bruchteil der Menschen interessant sein, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

Trotzdem sollte man, um den Break-even-Point nicht unnötig weit nach hinten zu verschieben, gerade in der Anfangszeit Abstriche bei den eigenen Einkünften machen – auch wenn man dann vielleicht weniger verdient als einer der Angestellten.

Weitere Inspirationen für Gründer

Das ganze Gründer-Interview mit Christoph Kahl findet ihr hier:

Link zum Gründer-Interview

Hier der Link zum Break-Even-Rechner der Gründerplattform von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und KfW:

Break-even-Point berechnen

Wenn ihr außerdem noch eine Checkliste benötigt für die einzelnen Steps eurer Gründung, lest gerne hier weiter:

Die ultimative Start-Up-Checkliste

Wir wünschen euch viel Erfolg und einen baldigen Break-even-Point!

Der Gründerfahrplan

In Zusammenarbeit mit der gruenderplattform.de von KfW und BMWi begleitet der Gründerfahrplan Unternehmer auf dem Weg in die Selbstständigkeit. In 15 Beiträgen werden die wichtigsten Stationen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen erläutert.

Vom ersten Gedanken bis zum ersten Kunden, vom Business-Plan bis zur Gewerbeanmeldung – Step by Step in die Selbstständigkeit, wir helfen euch dabei!

Den kompletten Gründerfahrplan findet ihr hier:

Gründerfahrplan

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