Management & Controlling
Schreibe einen Kommentar

Innovative Geschäftsmodelle von OPEN BUSINESS MODEL bis ORCHESTRATOR

Geschäftsmodelle

Ooooohhhhh – heute geht es um drei innovative Geschäftsmodelle mit O! Natürlich auch aus der Reihe der 55 Modelle, auf deren Rekombinationen laut einer Studie der Uni St. Gallen über 90 Prozent aller Geschäftsmodellinnovationen basieren.

Da mir die in der Studie genannten 55 innovativen Geschäftsmodelle bzw. ihre Namen erst einmal nichts sagten, habe ich Google angeschmissen und das Buch gekauft. Und da es anderen vielleicht ebenso geht wie mir, teile ich mein neues Wissen in meinem Unternehmerhandbuch.

Heute: Innovative Geschäftsmodelle von OPEN BUSINESS MODEL bis ORCHESTRATOR

Ein Geschäftsmodell ist darüber definiert, wer die Kunden sind, was verkauft wird, wie man es herstellt und wie man einen Ertrag realisiert. Kurz gesagt, das Wer-Was-Wie-Wert? definiert ein Geschäftsmodell, wobei die ersten beiden „W“ die externe Dimension eines Geschäftsmodells adressieren und die letzten beiden „W“ die interne Dimension. (Quelle: Geschäftsmodelle entwickeln*)

Geschäftsmodell Open Business Model

Dieses Geschäftsmodell nutzt Hebeleffekte durch kollaborative Wertschöpfung. Super Satz, aber was heißt das?

Damit ist gemeint, dass man offen und kooperativ mit externen Partnern arbeitet und das auch in Bereichen, die von Unternehmen sonst eher mit den strengsten Geheimhaltungsstufen geschützt werden. Forschung und Entwicklung zum Beispiel. Man lässt bewusst zu, dass fremde Firmen innerhalb des eigenen Geschäftsmodells profitable Nischen finden und benutzen, um selbst erfolgreich zu werden.

Warum? Das Ziel ist, durch die Öffnung die eigene Effizienz zu steigern, von entstehenden neuen Märkten einen Teil zu sichern oder strategische Vorteile zu erlangen. Also alles nicht so ganz uneigennützig, aber das wäre im Wirtschaftsleben ja auch ungewöhnlich, oder?

Wichtig: bei der Öffnung des eigenen Geschäftsmodells muss man sicherstellen, dass zumindest ein Teil des nun entstehenden Mehrwerts auch beim eigenen Unternehmen landet. Gleichzeitig muss man natürlich darauf achten, dass die Nische auch für den Partner attraktiv ist, sonst findet sich keiner. Klassische Win-Win-Situation also!

Beispiele: Procter & Gamble (Connect + Develop – Suche nach Produktideen und Wissen von Partnern, um diese gemeinsam zur Marktreife zu bringen), Eli Lilly (InnoCentive – Plattform auf der Wissenschaftler aus aller Welt aufgerufen werden, gegen Entlohnung zur Lösung aktueller Forschungsfragen der Firma beizutragen), IBM (beteiligt sich an der Entwicklung von Linux), Valve Corporation (Egoshooter Half-Life – bewusst so gestaltet, dass Ableger des Spiels von anderen produziert werden konnten, Steam – Plattform zum Vertrieb von Computerspielen über das Internet)

Geschäftsmodell Open Source

Bei diesem Geschäftsmodell wird gemeinsam eine freie Lösung gesucht. Hier wird das Produkt nicht von einem einzelnen Unternehmen entwickelt, sondern von einer öffentlichen Community. Das Endprodukt gehört daher auch allen Beteiligten und wird meist kostenfrei angeboten.

Der Vorteil für den Unternehmer: er muss keine Ressourcen in die Entwicklung des Grundprodukts investieren. Forschung und Entwicklung werden von der Community kostenfrei geleistet.

Aber wie verdient man dann damit Geld?

Indem man nicht mit dem Produkt selbst, sondern mit darauf aufbauenden Produkten oder Dienstleistungen handelt.

Ein gutes Beispiel: WordPress, ein Content Management System, welches auch ich für das Unternehmerhandbuch nutze! Die Software selbst ist kostenfrei, aber für PlugIns, Themes oder Programmierung von individuellen Lösungen bezahlt man manchmal schon ein paar Euro.

Beispiele: IBM (Share Usergruppe), Mozilla (Firefox), Red Hat (Serviceverträge und komplementären Software-Anwendungen für das Betriebssystem Linux), Wikipedia, mondoBIOTECH (Wirkstoffe für seltene Erkrankungen), Local Motors

Geschäftsmodell Orchestrator




WERBUNG

Dieses Geschäftsmodell lebt vom Dirigieren der Wertschöpfungskette. Hierbei konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf seine Kernkompetenzen, alles andere wird an externe Dienstleister und Lieferanten ausgelagert.

Das Unternehmen agiert dabei wie der Dirigent eines Orchesters, der sich darum kümmert, die einzelnen Beteiligten bestmöglich zu koordinieren.

Die Vorteile: das Ausnutzen von eigenen Spezialisierungsvorteilen ermöglicht Kostenersparnisse, die enge Zusammenarbeit mit den Partnern lässt einen von deren Innovationskraft profitieren und für sich selbst nutzen.

Der Nachteil: durch den hohen Koordinationsaufwand ergeben sich erhebliche Transaktionskosten.

Beispiele: Li & Fung (Fertigungs- und Entwicklungsaufträge für Kunden wie Toys“R“Us, Abercrombie & Fitch oder Walmart mit Hilfe von über 10 000 Zulieferfirmen), Nike (Auslagerung der Produktion in Niedriglohnländer), Bharti Airtel (Qualitätsservices und IT sowie die gesamte Infrastruktur wurden an Unternehmen wie Ericsson, Nokia, Siemens und IBM auslagert)

Alle 55 Geschäftsmodelle im Überblick

Add-On Affiliation Aikido Auction Barter Cash Machine Cross Selling Crowdfunding Crowdsourcing Customer Loyalty Digitalization Direct Selling E-Commerce Experience Selling Flatrate Fractionalized Ownership Franchising Freemium From Push-to-Pull Guaranteed Availability Hidden Revenue Ingredient Branding Integrator Layer Player Leverage Customer Data License Lock-In Long Tail Make more of it Mass Customization No Frills Open Business Model Open Source Orchestrator Pay per Use Pay what you want Peer-to-Peer Performance-based Contracting Razor and Blade Rent instead of Buy Revenue Sharing Reverse Engineering Reverse Innovation Robin Hood Self-Service Shop-in-Shop Solution Provider Subscription Supermarket Target the Poor Trash-to-Cash Two-sided-Market Ultimate Luxury User designed White Label

Mehr Informationen zum Thema Geschäftsmodell

Die ganze Studie

Geschäftsmodelle entwickeln: 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator (*Amazon Partner Link)

Geschäftsmodelle entwickeln*

Titel: Geschäftsmodelle entwickeln: 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator*

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (6. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446435670
ISBN-13: 978-3446435674
Preis: 39,90 EUR

Leseprobe: http://bilder.buecher.de/zusatz/36/36861/36861454_lese_1.pdf

Beispiele bekannter Geschäftsmodelle

http://articles.bplans.co.uk/starting-a-business/examples-of-well-known-business-models/1040

Foto: vladimir salman / shutterstock.com

*Alle mit Sternchen gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links, d.h. wir bekommen eine kleine Provision, wenn ihr darüber bestellt. Für euch kostet es natürlich keinen Cent mehr 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.