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Passend schenken: Werbeartikel müssen zu den Kunden passen

Werbeartikel

Durch den Fortschritt der Globalisierung entsteht ein internationaler Markt, der keine Grenzen mehr kennt. Verbraucher kaufen dort ein, wo sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten – auch wenn das Unternehmen seinen Firmensitz in China, Indien oder einem anderen fernen Land hat.

Diese Erkenntnis bedeutet, dass deutsche Unternehmen nicht länger nur mit Firmen aus der Bundesrepublik und ihrer Umgebung konkurrieren, sondern praktisch jedem Betrieb der Welt. Um gegen eine wachsende Konkurrenz anzutreten, müssen Unternehmen bestehende Kunden sichern und Neukunden gewinnen. Eine seit Jahren erprobte Methode ist der Einsatz von Werbeartikeln.

Einfallslosigkeit hemmt den Erfolg

Dass Werbeartikel eine gute Werbewirkung haben können, hat der Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft mit seiner 2014 publizierten Wirkungsstudie demonstriert. Leider ignorieren viele Unternehmen, dass der bloße Einsatz von Werbeartikeln kein Erfolgsgarant ist. Die meisten Unternehmen scheitern an ihrer Einfallslosigkeit.

Laut der GWW-Studie Werbewirkung von Werbeartikeln 2014 lauten die beliebtesten Werbeartikel (in chronologischer Reihenfolge):

  1. Büro- und Schreibwaren
  2. Haushalt
  3. Werkzeug
  4. Textilien
  5. Lebensmittel

Der Spezialist für Werbegeschenke schneider.de empfiehlt Unternehmen, sich bei der Wahl eines Werbeartikels oder einer -Kategorie die Frage zu stellen: Passt das Produkt zum Kunden und hat es für ihn einen Mehrwert?

Viele Unternehmen sind der Ansicht, dass jeder Mensch Kugelschreiber und Notizblöcke braucht. Das mag sein, gerät der Artikel aber nicht bald in Vergessenheit, wenn der Kunde 20 Kulis zu Hause liegen hat und nicht nutzt? Gibt es nicht bessere Produkte, die der Kunde täglich benutzt, aber kaum ein Unternehmen als Werbeartikel verschenkt?

Inspirationen aus dem Guerilla-Marketing

Dass Einfallslosigkeit ein Problem ist, haben viele Unternehmen selbst erfahren müssen. Ihre Werbegeschenke haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht und die Schuld wurde dieser Marketingmethode zugeschrieben, nicht der falschen Auswahl der Werbeartikel.

Dabei zeigen Methoden wie Guerilla-Marketing, dass Firmen mit wenig Geld und etwas Einfallsreichtum auf sich aufmerksam machen können. Einige Beispiele:

  • eine Agentur hat in Moskau drei riesige Plakate für eine Biermarke in Echtzeit bemalen lassen



  • WERBUNG
  • ein Möbelunternehmen ließ von zwei Künstlern ein 3D-Bild aus Kreide in Sydney erstellen
  • für den Start einer Vampir-TV-Serie verwandelte ein Sender einen Springbrunnen in Bukarest in ein blutiges Spektakel

Diese und viele weitere Guerilla-Marketing-Methoden sind täglich im Umlauf, erfordern jedoch ein wenig Innovationsgeist. Dasselbe gilt bei der Wahl von Werbemitteln.

3 Fehler, die Unternehmen bei der Auswahl von Werbeartikel machen

Einfallslosigkeit ist nicht das einzige Problem, mit dem sich Unternehmen beim Thema Werbeartikel konfrontiert sehen. Weitere Fehler:

  1. Qualität: Quantität statt Qualität hat noch keinem Unternehmen geholfen. Das gilt insbesondere bei Werbeartikeln. Ein billiger Kugelschreiber, der nicht nur günstig aussieht, sondern innerhalb von Tagen den Dienst verweigert, macht keinen guten Eindruck. Unternehmen sollten bei der Wahl von Werbeartikeln auf Qualität achten.
  2. Gelegenheit: Laut dem GWW verschenken zwei Drittel der Unternehmen Werbeartikel, wenn der Kunde das Unternehmen besucht oder die Firma beim Kunden ist. Überraschenderweise verschenkt nur jedes vierte Unternehmen Werbeartikel als Präsente zu Weihnachten oder Ostern und nur 18 Prozent zu Geburtstagen oder ähnlichen Anlässen. Ein verschenktes Potenzial.
  3. Image: Viele Firmen verschenken Werbeartikel, weil die Produkte ihr Firmenimage verbessert und eine nachhaltige Wirkung entsteht. Kein Wunder, dass die Wahl der Werbeartikel so lieblos ausfällt. Von der Werbewirkung von Werbeartikeln sind nach wie vor zu wenige Firmen überzeugt. Deshalb wissen auch nur 39 Prozent aller Unternehmen, dass sie mit Werbeartikeln Neukunden gewinnen können.

Kunden und ihre Bedürfnisse in einem CRM festhalten

Um passende Werbeartikel auswählen zu können, müssen Unternehmen ihre Kunden kennen. Bei Bestandskunden ist die Aufgabe etwas einfacher als bei Interessenten. Durch den Einsatz eines CRM-Systems erfassen Firmen alle notwendigen Daten über ihre Kunden und können anhand dieser ermitteln, welche Bedürfnisse und Vorlieben der Kunde hat.

  • Jugendliche und Studenten sind technikaffin und interessierten sich für den Bereich Elektronik; ein mögliches Geschenk wäre eine solarbetriebene Powerbank, mit der die Zielgruppe ihr Smartphone oder Tablet aufladen kann
  • Blogger, die um die Welt reisen, benötigen eine gute Reisetasche; als Werbeartikel kommt ein hochwertiger Reisetrolley mit TSA-Schloss infrage

Schwieriger wird es, wenn es darum geht, Neukunden zu gewinnen. In diesem Fall stehen wenige Informationen über die Person und ihre Interessen zur Verfügung. Dennoch gibt es Möglichkeiten, passende Werbeartikel auszuwählen. Onlineshops beispielsweise können das Kaufinteresse von potenziellen Kunden analysieren. Angenommen der Interessent hat nach einem Tablet gesucht. Der Onlineshop könnte den Kunden werben, indem er ihm einen passenden Sleeve für das Tablet anbietet.

Das Interesse und Bedürfnis des Kunden steht im Mittelpunkt

Viele Unternehmen blicken leider nicht über den Tellerrand hinaus, wie die Autorin dieses Artikels erkannt hat. Sie schenken Produkte, die Menschen bereits zu genüge besitzen oder ausschließlich zu ihrem Unternehmen passen. Dabei ist es weitaus wirksamer, einer Frau eine Wimperntusche zu schenken, auch wenn man nicht ein Konzern der Kosmetikbranche ist. Der Grund: Frauen brauchen Wimperntusche. Gerade weil ein Unternehmen, welches nichts mit der Branche zu tun hat, diesen Artikel geschenkt hat, bleibt er der Beschenkten im Untergedächtnis.

Foto: Shumskaya Tatiana / shutterstock.com

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