Existenzgründung
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Selbstständig mit der Wohnmobilvermietung

Wohnmobilvermietung

Raus aus der Abhängigkeit, hinein in die Selbstständigkeit! Die eigene Wohnmobilvermietung ins Rollen zu bringen ist nicht schwer. Denn viele Camper, die ein eigenes Fahrzeug besitzen, nutzen dieses nur für den Urlaub.

Die meisten Wochen im Jahr steht das Mobil in der Garage, dabei könnte es anderweitig profitabel genutzt werden. Da kann eine eigene Wohnmobilvermietung ein lukratives Geschäft sein – wenn man es richtig angeht.

Testphase: Shareconomy

Interessierte sollten sich zunächst langsam an das Thema herantasten und austesten, ob eine eigene Wohnmobilvermietung für sie geeignet ist. Das können sie tun, indem sie zunächst mit dem eigenen Camper anfangen.

Im Internet bietet die Plattform Campanda die Möglichkeit, kostengünstig das eigene Wohnmobil zu vermieten. Man meldet sich und das Fahrzeug einfach als Vermieter an, lädt Details wie Fotos und Preisvorstellungen hoch, fertig. Abzüglich der Provision für die Plattform kann man dann die ersten Gewinne einfahren und Erfahrungen mit Markt und Konkurrenz sammeln.

Achtung aber: Die gelegentliche Vermietung des Fahrzeugs fällt unter den Begriff Shareconomy und unterliegt bereits besonderen steuerlichen Aspekten.

Erster Schritt: Businessplan

Wer sich unternehmerisch mit dem Wohnmobil selbstständig machen will, muss sich über Kosten, Markt und Anforderungen im Klaren sein. Ein gut durchdachter Businessplan ist deshalb unumgänglich. Beratungsstellen wie die Industrie- und Handelskammer sind gute Ansprechpartner für die Aufstellung des Plans.

Er ist einerseits notwendig, um einen strategischen Grundriss für das Vorhaben zu besitzen, der Organisatorisches und Finanzielles im Detail vorausberechnet. Er ist aber ebenso nötig, um Geldgeber wie Banken oder andere Finanzinstitute vom Konzept und den Gewinnaussichten zu überzeugen.

Im Businessplan sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:




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  • Eine genaue Beschreibung der Wohnmobilvermietung und eine detaillierte Auflistung der Alleinstellungsmerkmale sind notwendig. Was hat man, was will man wie erreichen und was ist bei der eigenen Vermietung anders als bei der Konkurrenz?
  • Eine genaue Marktanalyse, die Konkurrenten, deren Strategien und eigene Lösungsansätze aufzeigt. Auch das Potenzial der Kunden muss betrachtet werden: Welche Zielgruppen verfolgt man, wie einkommensstark sind diese und wie hoch ist die Chance, dass eben jene Zielgruppen die Vermietung nutzen werden?
  • Chancen sind die eine Seite, Risiken die andere. In einen Businessplan gehört deshalb die realistische Einschätzung der Risiken, und zwar nicht alleine der finanziellen, sondern auch der zielgruppen- und branchenspezifischen. Ebenfalls wichtig: eine realistische Schätzung für die Startphase. Denn vor allem in der Anfangszeit bleiben die geplanten Einkünfte meist noch aus.
  • Die Zahlen im Businessplan sollten niemals schöngerechnet werden, da Vorhaben und Realität sonst zu weit auseinanderdriften. Ein Businessplan sollte deshalb immer auch einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben beinhalten. Zu bedenken ist dabei, dass Wohnmobile viele Verschleißteile haben. Reparaturen und auch ein weniger gut laufendes Geschäft während der Wintermonate beispielsweise sind unbedingt miteinzukalkulieren.

Nächster Schritt: Bürokratie

Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert viel Bürokratie. Zunächst benötigt man einen Gewerbeschein. Aufgrund der Gewerbefreiheit in Deutschland sind für diesen Schein keine vorausgegangenen Zulassungstests oder Ähnliches notwendig.

Neben der Gewerbeanmeldung braucht man allerdings verschiedene Genehmigungen und Zulassungen. Für die eigene Wohnmobilvermietung sind das zum Beispiel:

  • Spezielle Gutachten vom TÜV, die jährlich fällig werden
  • Autoversicherung für Mietfahrzeuge

Als Selbstständiger sollte man auch die richtigen Versicherungspolicen abschließen. Dazu zählen unter anderem die Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung. Sie sollten privat sowie für das Gewerbe abgeschlossen werden.

Foto: Eugene Quek / unsplash.com

Kategorie: Existenzgründung

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Dieses Fachmagazin richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige und Existenzgründer, die nicht für jedes Thema eine Fachabteilung haben. Hier gibt es praktische Tipps zur Unternehmensführung, die selbständig umgesetzt werden können.

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