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Baulohn: Lohn für Mitarbeiter im Baugewerbe

Baulohn
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Baulohn ist ein wenig anders aufgebaut als der allgemeine Lohn, was sich auch auf die Lohnbescheinigung auswirkt. Erfahren Sie in diesem Beitrag, was Baulohn überhaupt ist und welche Aspekte eine Rolle spielen.

Warum Baulohn?

Dass der Lohn für einen Bauarbeiter anders berechnet wird als der Lohn für zum Beispiel Mitarbeiter in einem Büro liegt darin begründet, dass Bauunternehmen vom Wetter abhängig sind. Je länger ein Winter dauert, umso weniger Aufträge können angenommen bzw. ausgeführt werden. Auch Ausfälle aufgrund langanhaltender schlechter Witterungsbedingungen, die unabhängig von der Jahreszeit ebenso auftreten können, müssen vom Bauunternehmen abgefedert werden. Kurzarbeit und Ausfälle zählen dazu.

Bestandteile des Baulohns

Der Bruttolohn eines Arbeitnehmers im Baugewerbe richtet sich nach dem Gesamttarifstundenlohn und besteht aus

  • Tarifstundenlohn, Höhe abhängig von der Lohngruppe
  • und Bauzuschlag.

Weitere Informationen was Tariflohn bedeutet, finden Sie beispielsweise auf gehalt.de.

Dieser Zuschlag wird Arbeitnehmern im Baugewerbe gewährt, die hauptsächlich draußen, also außerhalb einer Halle oder eines Büros, arbeiten.

Er soll die permanent entstehende Belastung ausgleichen und teilt sich wie folgt auf:

  • 2,9 % für Ausgleich wegen witterungsbedingter Belastung
  • 2,5 % wegen häufigem Wechsel der Baustellen und damit verbunden einem wechselnden Anfahrtsweg oder neuen Begebenheiten bei der Arbeit.
  • 0,5 % Lohnausgleich bei Schlechtwetterzeiten im Winter.

So weit so gut, doch Baugewerbe ist nicht gleich Baugewerbe, wie der folgende Abschnitt zeigen wird.

Was gehört zum Baugewerbe?

Die Frage zu beantworten, ist insofern wichtig für jedes Unternehmen, weil sich mit diesem Ja oder Nein entscheidet, ob SOKA-Pflicht besteht oder nicht.

Warum ist dieser Tatbestand so wichtig? Unternehmen, die SOKA-pflichtig sind, sind jene, die ihren Mitarbeitern Baulohn zu zahlen haben.

Sollte es sich bei einer Firma um ein SOKA-pflichtiges Unternehmen handeln, muss diese Tatsache bei der Lohnberechnung Berücksichtigung finden. Eingeteilt sind Baulohn zahlende Unternehmen in:

  • Bau-Hauptgewerbe
  • Maler- und Lackierfirmen
  • Dachdeckerbetriebe
  • Gerüstbau
  • Landschaftsbau

Um herauszufinden, ob Ihr Unternehmen SOKA-pflichtig ist, gibt es mindestens diese beiden Möglichkeiten:

  • im Bundesrahmentarifvertrag Bau, kurz BRTV, prüfen, ob die eigenen Leistungen dazu gehören
  • den (Verfahrens-)Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV) durchstöbern, ob die eigenen Leistungen dort aufgeführt werden.

Unter diesem Link zum Beispiel finden Sie Einblick in den BRTV für Berlin (Stand Jan. 2013). Je nach Bundesland können sich die RRTV unterscheiden.

Was ist SOKA?

SOKA oder ausführlicher: SOKA Bau nennt sich ausgeschrieben Sozialkassen für das Baugewerbe und ist eine übergeordnete Marke der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft, kurz ULAK genannt, sowie der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG, kurz ZVK.

Warum diese Zusatzkassen?

Aufgrund der witterungsabhängigen und den daraus erschwerten Bedingungen für Lohn und Arbeiter soll mit diesen Kassen sichergestellt werden, dass Arbeitnehmer zum Beispiel sowohl im Urlaub als auch bei witterungsbedingten Ausfall ihren ihnen zustehenden Lohn bekommen.

Um dies zu gewährleisten, sind SOKA-pflichtige Unternehmen dazu gesetzlich aufgefordert, den Beitrag zum Urlaubsentgelt an die Urlaubskasse (ULAK) zu übergeben. Nachdem der Arbeitnehmer seinen Urlaub genommen hat, bekommt der Arbeitgeber das Geld wieder zurück. Bis dahin wird der Betrag von der ULAK verwaltet.

Baulohn bestimmen und berechnen lassen

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Gerade für KMU ist es von größter Wichtigkeit, sich in der Baulohnberechnung und ihrer Definition auszukennen. Gehört man dem Baugewerbe an, sind diese Zusatzleistungen zu zahlen. Allein das Wissen um eine allgemeine Lohnabrechnung genügt in dieser Branche und ihren Nebenbranchen nicht mehr. Oft genug ist es vorgekommen, dass die SOKA nachträglich ihre Beiträge einfordert. Das Recht hierzu bekommt die SOKA Bau durch den VTV. Im Paragraph 25, Absatz 4 heißt es, dass Rückforderungen noch vier Jahre im Nachhinein geltend gemacht werden können.

Aufgrund der zahlreichen Spezifika, die den Begriff  „Baulohn“ umgeben, haben sich einige Unternehmen speziell diesem Thema angenommen. So finden Sie beispielsweise auf www.lohnexperte.de einen detaillierten Ablauf einer Baulohnabrechung als Muster (PDF) sowie weitere Informationen zum Baulohn.

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