Existenzgründung
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Coworking und Mietadresse – die beiden günstigen Helfer für Existenzgründer

Coworking

Existenzgründer, Freiberufler, kleinere Startups, die sich mit einer innovativen Dienstleistung oder einem Produkt selbständig machen, stehen oft vor einem Problem. Sie brauchen geeignete Büroräume mit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur. Das Geschäftsvolumen gibt es aber nicht her, sich eigenen Büroraum anzumieten.

Und die Entwicklung der Büromieten in Deutschland macht solchen Existenzgründern wenig Hoffnung. „Das Büroflächenangebot sinkt weiter auf breiter Front“, teilt die Immobilien-Beratung Jones Lang LaSalle (JLL) in ihrem jüngsten Report „Büromarktüberblick Big 7“ vom Juli 2017 mit. Der Report erfasst die Situation an den sieben größten deutschen Standorten. Das sind Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart.

Der Trend der Büroraum-Verteuerung hält an

Das Frankfurter Bankenviertel führt demnach die Rangliste mit Spitzenmieten von bis zu 38,50 Euro pro Quadratmeter Büroraum an, gefolgt von der Münchner Innenstadt mit bis zu 37,50 Euro.

Als absolute Boom-Town in Sachen Büroraum erweist sich die Hauptstadt. In der Lage Berlin Mitte schossen die Spitzenmieten seit 2016 von 25,90 Euro auf 31,50 Euro.

Die Situation in den „Big 7“ bildet natürlich die Spitze. Aber der Trend gilt bundesweit. Die Leerstands-Quote ist wegen überbordender Nachfrage nach Büroraum überall drastisch gesunken. Gleichzeitig verteuert sich der Neubau, unter anderem wegen des energetischen Aufwands. Immobilien-Experten rechnen daher nicht mit einer Trendwende.

Wenn die Wohnadresse zum Wettbewerbs-Hindernis wird

Wenn man aus finanziellen Gründen nun sein Geschäft von der privaten Wohnadresse aus betreibt, ist das im besten Falle lästig. Sämtliche Geschäftspost kommt nach Hause. Und mit Aufbau und Wartung der nötigen technischen Infrastruktur ist man auf sich allein gestellt.

Und soll wirklich jeder Kunde oder Geschäftspartner wissen, wo man wohnt? Wenn’s blöd läuft kann das ausschließliche Home-Working aber sogar geschäftsschädigend sein. Machen Kunden oder Lieferanten eine private Wohnadresse als Firmensitz aus, kann das als unprofessionell und unseriös wirken. Sogar auf die Kreditwürdigkeit kann das Einfluss haben.

Die vielen Vorteile von Coworking

Die professionelle und gleichsam kostengünstige Lösung für dieses Problem sind sogenannte „Coworking-Spaces“ ­– also Büroräume, die sich mehrere Nutzer verschiedener Unternehmen teilen.

Der Anbieter stellt den Nutzern hochwertige Büro-Arbeitsplätze nach dem individuellen Bedarf zur Verfügung. Das können ein paar Stunden pro Woche sein oder eben zehn Tage pro Monat.

Der größte Vorteil für den Nutzer: Er zahlt für den eigenen Büroarbeitsplatz ausschließlich für die Zeit der Nutzung. „Coworking-Spaces“ entfalten darüber hinaus noch ein Bündel weiterer Vorteile:

  • Der Nutzer findet eine perfekte Büro-Infrastruktur mit Highspeed-Internet, W-LAN, Druckern, Telefon und vielem weiteren vor.
  • In Coworking-Spaces treffen sich Anbieter anderer innovativer Leistungen. Dadurch kann man gegenseitig vom Knowhow profitieren und womöglich gemeinsame Projekte anstoßen.
  • Coworking-Spaces sind oft aufwändig und modern designt und schaffen ein harmonisches Arbeitsumfeld.
  • Viele Anbieter bieten darüberhinaus Besprechungsräume, ein Speisenangebot oder gar Wellness-Leistungen wie Massage an.
  • Coworking-Spaces finden sich oft in repräsentativen Gebäuden in bester Lage. So eine Geschäftsadresse wirkt bei Kunden und Geschäftspartnern stets seriös.

Coworking ist ein sich weiter entwickelnder Trend. Laut dem JLL-Report gibt’s in den „BIG 7“ aktuell 430 solcher Coworking-Spaces von 240 Betrieben. 60 weitere seien in Planung. Auf 764.000 Quadratmetern Bürofläche gebe es dann 77.000 Arbeitsplätze.

Eine seriöse und professionelle Geschäftsadresse mieten

Man muss aber nicht zwingend Coworking-Büroraum mieten, um an eine professionelle und Geschäftsadresse zu gelangen. Briefkastenfirmen mögen verdächtig wirken, wenn ihr Sitz auf den Caymans ist. In Deutschland ist nichts Unseriöses dabei, wenn man sich als kleines Startup oder Existenzgründer eine Geschäftsadresse mietet.

Für eine kleine monatliche Miete bekommt man eine Büroadresse und einen Briefkasten an einer repräsentativen Adresse. Das steigert Image und Kreditwürdigkeit des Unternehmens.

Weil die gemietete Geschäftsadresse auch zur Eintragung etwa ins Handelsregister oder für das Finanzamt dient, handelt es sich um eine ladungsfähige Adresse. Zum Service gehören ein Firmenschild mit Logo und auf Wunsch auch das Nachsenden der Post oder gar eine eigene Telefonnummer mit beliebiger Rufumleitung.

Kategorie: Existenzgründung

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