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Die Digitalisierung als Chance begreifen – nicht als Bedrohung

Digitalisierung

Der Verdacht, dass man vor dem technologischen Fortschritt Angst haben muss, findet sehr oft in Filmen Eingang. Ob die angsteinflößend empfindsame Künstliche Intelligenz Skynet in James Camerons The Terminator-Reihe oder Will Smiths Alleingang gegen eine Horde rebellischer Roboter im Film I, Robot: Hollywood ist voll von Beispielen, die zeigen, wie vom Menschen geschaffene Innovationen sich gegen ihre Schöpfer auflehnen.

Ungehorsame Roboter sorgen für großes Kino, aber inwieweit ist die Sorge, dass Technologie eine Bedrohung für uns darstellt, auch in Wirklichkeit vorhanden? Auch wenn man wahrscheinlich nicht um sein Leben bangt, nimmt sicherlich die Angst davor zu, dass intelligente Technologien unsere Arbeit bald besser erledigen können als wir es tun.

Laut der 2018 veröffentlichten PwC-Studie Workforce of the Future fürchten 37 Prozent der Arbeitskräfte aufgrund der Automatisierung langfristig um ihren Arbeitsplatz. Selbst Daten sind heutzutage nicht neutral besetzt; die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU ist die jüngste Maßnahme, die den Fokus auf den Datenschutz richtet und nicht die Vorteile von Datenerhebungen aufzeigt. Auch wenn Datenschutz zweifellos notwendig ist, lässt er darauf schließen, dass digitale Informationen möglicherweise gefährlich sind – etwas, das leicht gegen uns verwendet werden kann.

Historisch betrachtet, brachte jede wesentliche technologische Veränderung ein gewisses Maß an Befürchtungen hervor, aber muss dies immer so sein? Können wir unsere Wahrnehmung verändern und die Digitalisierung als Chance und nicht als Bedrohung begreifen?

Automatisierung und der Unterschied zwischen „Arbeitsstellen“ und „Aufgaben“

Man kann nicht bestreiten, dass intelligente Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen und Robotik unsere Herangehensweise an zahlreiche Aufgaben von Arbeitern und Angestellten revolutionieren. In der Baubranche können sogenannte Semi-Automated Masons (halbautomatische Maurer) bis zu 3.000 Backsteine am Tag verlegen, während Personalbeschaffer den KI-gestützten Assistenten Mya verwenden, um eine Bewerbervorauswahl per Chatbot zu treffen.

Diese Technologien erbringen mehr Leistungen als Menschen in kürzerer Zeit, werden nicht müde und machen keine Fehler, aber ihre Aufgabenbereiche sind eng gefasst. Im Großen und Ganzen schaffen Entwickler automatische Anwendungen für einzelne und sehr spezifische Aufgaben ohne Abweichungen, wie z. B. zum Verlegen von Backsteinen. Selbst wenn eine Anwendung im Laufe ihrer Tätigkeit intelligenter wird – wie die KI-gestützte Marketingplattform Albert – konzentriert sich ihre Lernfähigkeit auf einige nützliche, jedoch beschränkte Aufgaben und versetzt sie nicht in die Lage, all das zu tun, was wir vielleicht von ihr verlangen.

Wichtig ist es, sich diese „Aufgaben“ ins Bewusstsein zu rufen. Während wir eine Vielzahl von Tätigkeiten in unserem Arbeitsalltag durchführen, trägt viel mehr dazu bei, dass wir eine Stelle erfolgreich besetzen, einen Beruf ausüben oder eine Karriere verfolgen. Die tatsächliche Grundlage für unsere Tätigkeit bilden Ermessensentscheidungen, Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick – die interpersonellen und sehr menschlichen Kompetenzen, bei denen Anwendungen keine Chance haben, sie zu imitieren.

Der Wert des menschlichen Aspekts im Geschäftsalltag

Nur wenn wir unsere menschlichen Fähigkeiten annehmen, können wir die Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung in eine neue Richtung lenken. Wenn wir erkennen, dass unser Beitrag zum Geschäftsleben ganz erheblich auf unserer Fähigkeit beruht, Probleme zu lösen, Innovationen zu schaffen und Einfühlungsvermögen zu zeigen, stellt die Digitalisierung nicht länger eine Bedrohung dar. Das alte Sprichwort, das besagt, dass Geschäfte auf Beziehungen beruhen, trifft immer noch zu, und um Beziehungen aufzubauen, sind Menschen erforderlich.

Tatsächlich sind die intelligenten Technologien weit davon entfernt, uns überflüssig zu machen. Vielmehr können sie uns administrative Tätigkeiten abnehmen, die sich wiederholen und so viel Arbeitszeit in Beschlag nehmen. Und damit können sie es ermöglichen, dass wir uns auf die kreativen, strategischen und emotionalen Aspekte unserer Arbeit konzentrieren. Entsprechende Anwendungen geben uns die Möglichkeit an die Hand, uns selbst und unser Geschäft voranzubringen, und entlasten uns von mühseligen Aufgaben. Somit haben wir die Chance, unsere geschäftlichen, sozialen und kulturellen Kenntnisse zu verbessern.

So wie wir es uns mittlerweile nicht mehr vorstellen können, auf Smartphones und Computer zu verzichten und zur Schreibmaschine zurückzukehren, können automatische Technologien unsere Geschäftstätigkeit so erleichtern, dass wir einfach nicht mehr ohne sie auskommen.

Kompetenzentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung

Wenn wir also erkennen, dass wir uns gerade durch unsere menschlichen Kompetenzen von der mechanischen Produktivität intelligenter Technologien unterscheiden, wie können wir diese Kompetenzen bestmöglich weiterentwickeln? Die persönliche Weiterentwicklung ist zweifellos ein lebenslanger Prozess, doch mit der richtigen Führung können wir Verfahren und Methoden erlernen, bei denen die persönliche Entwicklung während der gesamten beruflichen Laufbahn im Vordergrund steht.

Die Wirtschaftspädagogik von heute hat bei Weitem mehr zu vermitteln als reine Managementkenntnisse; ein Studienprogramm sollte folgende Aspekte vereinen: modernste wirtschaftliche Kenntnisse, erstklassige Networking-Kompetenzen neben einem gezielten Fokus auf die berufliche Weiterentwicklung. Im Zuge der kontinuierlichen Veränderung der globalen Wirtschaft durch die Digitalisierung trägt die Ausbildung der Zukunft dazu bei, dass wir stetig wachsende Führungskompetenzen, Kreativität, Innovationen, Einfühlungsvermögen und ein soziales Bewusstsein fördern und entwickeln. Mit diesen Fähigkeiten halten wir uns beruflich an der Spitze, während die Digitalisierung uns dabei helfen kann, größere Fortschritte zu erzielen, da sie uns mehr Zeit und Raum für die persönliche Entwicklung einräumt.

Die digitale Welt bietet uns auch eine Plattform, mit der wir Lernprozesse so gestalten können, dass sie mit unserem Leben im Einklang stehen. Mit einem Online MBA stehen uns nicht nur die effektiven Bildungsinstrumente zur Verfügung, die wir benötigen, ohne dass wir dafür unseren Standort wechseln oder unsere Karriere unterbrechen müssen. Damit verfügen wir auch über eine Grundlage, mit der wir unseren natürlichen Geschäftssinn weiterentwickeln können.

Eine veränderte Einstellung ist alles andere als eine Bedrohung für unseren Erfolg, sondern lässt uns möglicherweise erkennen, dass die Digitalisierung bei unserer Entwicklung zu besseren und letztendlich auch menschlicheren Führungskräften eine wichtige Rolle spielen muss.

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