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Gesundheitsmanagement im Betrieb

Gesundheitsmanagement

Das Personal ist mitunter das wichtigste Gut in einem Betrieb, denn: Ohne Personal laufen Kundenanfragen ins Leere, werden keine Neukunden geworben, keine Ware geordert und verschickt, … kurz um: Ein Unternehmen, das mehr ist als eine Ich-AG, braucht Mitarbeiter.

Und eben diese Mitarbeiter müssen nicht nur fachlich versiert sein, sondern sollten tunlichst auch fit und gesund sein. Jegliche Bemühungen dieser Art laufen in der Praxis unter der Überschrift „Gesundheitsmanagement“ zusammen.

Was sich dahinter verbirgt und welche aktuellen Trends diesen Unternehmensbereich durchziehen, verrät dieser Beitrag.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement fußt auf mehreren Säulen

Das betriebliche Gesundheitsmanagement hat mehrere Säulen, die berücksichtigt werden wollen, um sich auf den Weg zu machen zu einem gesunden Unternehmen mit vitalen, gesunden Mitarbeitern.

Die Hauptbereiche des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind Personalpflege, Personal- und Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Gesundheitsförderung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Dahinter verbergen sich diverse Ansätze, Themen und Herausforderungen, die mitunter auch ineinander verzahnt sind bzw. deckungsgleich sind:

  • Personalpflege: Alternde Belegschaft (Ageing), Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Work-Life-Balance), Vielfältige Belegschaft (Diversity), Erfolgsbeteiligung, Beschäftigungssicherheit.
  • Personal- und Organisationsentwicklung: Alternde Belegschaft (Ageing), Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Work-Life-Balance), Vielfältige Belegschaft (Diversity), Arbeitsgestaltung, Führung, Erfolgsbeteiligung, Mitarbeiterbeteiligung, Mobbing.
  • Unternehmenskultur: Alternde Belegschaft (Ageing), Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Work-Life-Balance), Vielfältige Belegschaft (Diversity), Arbeitsgestaltung, Führung, Mitarbeiterbeteiligung, Mobbing.
  • Gesundheitsförderung: Alternde Belegschaft (Ageing), Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Work-Life-Balance), Vielfältige Belegschaft (Diversity), Arbeitsgestaltung, Führung, Mitarbeiterbeteiligung, Ergonomie, Entspannung, Bewegung, Arbeitsmedizinische Vorsorge, Ernährung, Nichtraucherschutz, Raucherentwöhnung, Psychische Belastungen, Burnout, Mobbing, Alkohol- und Drogenprävention.
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz: Alternde Belegschaft (Ageing), Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Work-Life-Balance), Vielfältige Belegschaft (Diversity), Arbeitsgestaltung, Ergonomie, Arbeitsmedizinische Vorsorge, Nichtraucherschutz, Psychische Belastungen, Mobbing, Alkohol- und Drogenprävention.

Hinter diesen vielfältigen Ansätzen und Themen steckt die Intention, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden, Arbeitsunfähigkeiten zu überwinden, Fehlzeiten zu vermeiden, chronisch kranke Mitarbeiter zu integrieren, das Personalmanagement unter diesen Faktoren zu betrachten sowie Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden einzuläuten.

Unternehmer zwischen Pflicht und Kür

Die Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements kann für Unternehmer keine „Good-Will“-Aktion sein, sondern ist sogar gesetzlich verbrieft. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz sind in den jeweiligen Gesetzen niedergeschrieben (Arbeitsschutzgesetz, Arbeitssicherheitsgesetz). Darüber hinaus gilt die Pflicht, ein Eingliederungsmanagement im Betrieb zu verfolgen. Das wiederum steht im Sozialgesetzbuch.

Die aktive Gesundheitsförderung im Betrieb ist hingegen keine Pflicht, sondern eine freiwillige Leistung des Unternehmens. Immer häufiger jedoch werden die Maßnahmen der aktiven Gesundheitsförderung dafür verwandt, motivierte und ambitionierte Fachkräfte mit Benefits zu locken, die sie davon überzeugen, dass sie im Betrieb eine rosige Zukunft haben.

Die Mitgliedschaft im Fitnessstudio auf Kosten des Unternehmens, Zuschüsse für Sport- und Entspannungskurse sowie ergonomisch gestaltete Arbeitsbereiche sind nur einige Beispiele, wie aus der Idee der aktiven Gesundheitsförderung ein Benefit für interessierte Mitarbeiter oder zum Geschenk fürs Personal werden kann.

Der aktuelle Trend: Corporate Wellness anstatt betriebliches Gesundheitsmanagement

Natürlich muss in Unternehmen heute jeder Teilbereich und jede Abteilung mit dem Beiwort „-management“ bezeichnet werden, um up-to-date zu sein. Dennoch geht die Verjüngungskur des sperrigen Begriffs des „betrieblichen Gesundheitsmanagements“ (kurz: BGM) noch einen Schritt weiter. Im Personalmanagement heißt es sogar, das klassische BGM sei „tot“, stattdessen werde künftig das „Corporate Wellness“ gelebt. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Es bezeichnet das, was viele Unternehmen bereits tun, ohne dafür die Bezeichnung „Corporate Wellness“ zu bemühen. Es geht um die Weiterentwicklung einer passiven, präventiven Gesundheitsförderung hin zu einem bedürfnisorientieren Gesamtkonzept, das Fitness, Gesundheit und Wellness umfasst. Das Angebot darf deutlich in die Breite gehen. Das erhöht den Akzeptanzlevel in der Belegschaft.

Beim Corporate-Wellness steht der Mensch im Fokus mit der Befriedigung der Bedürfnisse, die ihm schlichtweg gut tun. So gibt es neben Sportangeboten auch Yoga-Kurse sowie einen Obstkorb im Büro. Saunabesuche und Massagetermine auf Kosten des Unternehmens können weitere Bausteine im Corporate Wellness sein.

Corporate Wellness funktioniert vor allem dann, wenn

  • es vielfältige Angebote gibt, die am Arbeitsplatz, in den Pausen und in der Freizeit genutzt werden können. Darüber hinaus müssen die Angebote alle Sinne ansprechen und sowohl das Thema Ernährung als auch Bewegung und Entspannung aufgreifen.
  • die Angebote analog angeboten und mit digitalen Helferlein verknüpfbar sind. So manch einer sieht seine tagtägliche Challenge darin, einen bestimmten Bewegungsrekord zu brechen – im Battle mit der eigenen Tracking-App.
  • es ein breites Angebot an Kooperationen gibt, die den Mitarbeitern viele Möglichkeiten bieten. Betriebe tun gut daran, mit Fitnessstudios, Personal Trainerin, Ernährungsberatern und anderen Profis Kooperationen einzugehen, die ihren Mitarbeitern eine punktuelle Nutzung ermöglichen – je nach den individuellen Bedürfnissen.
  • die aktive Form der Gesundheitsförderung in sportlichen Team-Challenges weiterlebt. So wird das Sport-Match in der Mittagspause zur teambildenden Maßnahme und zum sportlichen Workout gleichermaßen.
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