Existenzgründung
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Step by Step zum Solopreneur – Der Mittelweg zwischen Selbstständigkeit und Unternehmertum

Solopreneur
Gastbeitrag von Moritz Winter

Viele Menschen setzen ein Solopreneurship mit einer Selbstständigkeit gleich. In der Realität ist diese Annahme jedoch inkorrekt.

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Vielmehr kombiniert der Solopreneur Eigenschaften eines Selbstständigen und eines Unternehmers miteinander. Dadurch entsteht ein Mittelweg, der gerade im digitalen Zeitalter enorm an Popularität gewonnen hat.

Im Folgenden werden die wesentlichen Unterschiede und Steps erläutert.

Was definiert einen Solopreneur?

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Der Selbstständige tauscht seine Zeit gegen Geld. Egal, ob er ein Produkt herstellt und vertreibt oder eine Dienstleistung anbietet, er kann maximal 24h am Tag arbeiten. Die Arbeitskraft kann ab einem bestimmten Punkt nicht mehr gesteigert werden. Eine Skalierung ist somit kaum möglich.

Der Unternehmer tauscht nicht mehr Zeit gegen Geld. Auf der einen Seite kann der Unternehmer Mitarbeiter einstellen und so seine Arbeitskraft vervielfachen. Er könnte sogar einen Mitarbeiter einstellen, der das Unternehmen leitet und sich somit komplett von der Arbeit zurückziehen. Auf der anderen Seite kann der Unternehmer aber auch mehrere Unternehmen gründen, in denen er wiederum Mitarbeiter einstellt.

Wie ein Unternehmer verkauft auch der Solopreneur seine Arbeitszeit nicht mehr an andere. Er muss nun stattdessen über seine Produkte skalieren können, weil er wie der Selbstständige keine Mitarbeiter hat. Er setzt ein automatisiertes System auf, was ihm nicht unbedingt mehr Geld, aber dafür mehr Unabhängigkeit und Zeit einbringt. Die Art und Weise, wie das Geld verdient wird, ist hier wichtiger als die Geldsumme an sich.

#1 Step:  Das richtige Geschäftsmodell wählen

Nach dem Vorbild von Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg, stehen fünf Konzepte für ein Solopreneurship zur Auswahl.

  • Sie gehören zur Kategorie „Experte“, wenn Sie Wissensprodukte herstellen, die ohne Ihr Zutun beliebig oft gekauft werden können. Z. B. Bücher, E-Books, Videokurse, aufgezeichnete Seminare und Tutorials.
  • Sie gehören zur Kategorie „Vermittler“, wenn Sie mit einer automatisierten Lösung Nachfrager und Anbieter zusammenbringen. Z. B. Vergleichsseiten und -portale, Affiliate-Seiten und Buchungsplattformen.
  • Sie gehören zur Kategorie „Produzent“, wenn Sie ein festes Produkt haben und dieses online zum Kauf anbieten. Wichtig ist, dass Herstellung, Lagerung, Versand, Zahlungsabwicklung und Retoure an externe Dienstleister ausgelagert werden.
  • Sie gehören zur Kategorie „Creator“, wenn Sie ein Erlebnisprodukt anbieten, dass ohne Ihr Zutun erlebt werden kann. Z. B. Hörbücher, Bücher, Filme, Reisen und Veranstaltungen.
  • Sie gehören zur Kategorie „Händler“, wenn Sie nicht nur eines, sondern mehrere physische Produkte zu einem Themenbereich anbieten. Die Bedingungen sind dieselben wie beim Produzenten, nur können Sie als Händler verschiedene Marken gleichzeitig anbieten.
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#2 Step: Vermeidbare Arbeitsschritte aufdecken

Ein Solopreneur strebt durch seine gewählte Arbeitsweise mehr Unabhängigkeit an, weshalb es so viele Prozessschritte wie möglich zu vermeiden gilt. Vermeiden meint in diesem Fall nicht, dass diese nicht mehr getan werden, sondern dass diese nicht mehr von Ihnen selbst getan werden.

Egal, für welches Geschäftsmodell Sie sich entschieden haben, schlüsseln Sie alle einzelnen Arbeitsschritte der Reihe nach auf.

  • Wer stellt mein Angebot her?
  • Wie kommt das Angebot zum Kunden?
  • Wo kann das Angebot gelagert werden?
  • Wie wird die Bezahlung abgewickelt?
  • Wer übernimmt anfallende Rücksendungen?
  • Wer sorgt für die technische Infrastruktur?
  • Werbung, Kundensupport, Buchhaltung, Steuererklärung

Versetzen Sie sich zudem in die Customer Journey und gehen Sie in Gedanken jene Schritte durch, die auch ein Kunde durchlaufen würde. Ziel dabei ist es, alle Prozesse aufzudecken, die essenziell sind oder auch nur gelegentlich anfallen werden. Im nächsten Step gilt es Lösung für diese zu finden.

#3 Step: Die Automatisierung vorantreiben

Als Solopreneur streben wir einen hohen Grad der Automatisierung an. Weil aber nicht alle Prozesse automatisiert werden sollten und andere nicht automatisiert werden können, müssen wir in drei Kategorien denken.

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Als Erstes die Ausmusterung

Gibt es Prozessschritte, die Sie gefunden haben, die aber überhaupt nicht getan werden müssen?

Wenn der Aufwand zu hoch ist, die Aufgabe sinnlos erscheint oder weder für den Kunden noch für Sie einen Mehrwert bietet, dann kann überlegt werden, den Prozess einfach wegzulassen.

Als Zweites die Automatisierung

Gibt es Prozessschritte, die mithilfe eines Systems automatisiert werden können?

Welche Komponenten kann ich in meine Prozesskette eingliedern, die meine Arbeit ersetzen? Z. B. E-Mail-Systeme, Sales Funnels, digitale Anzeigen, Produkt- und Erklärvideos, fremde Marktplätze (Ebay, Amazon…).

Als Drittes die Abgabe

Gibt es keine passende Automatisierungslösung, dann kann der Prozessschritt an andere abgegeben werden, die diese Aufgabe besser, schneller oder effizienter erledigen als Sie. Für physische Produkte bieten sich klassische Fulfillment Unternehmen an. Für Dienstleistungen dagegen Freelancer oder Plattformen wie fiverr.com.

Um es sich selbst einfacher zu machen, sollten Sie nie etwas abgeben, dass Sie  automatisieren können.

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Fazit Solopreneur

Ein Solopreneurship ist nicht nur eine Unternehmensform, sondern wird immer mehr zu einer Art Lebensform. Eine Lebensform, die Zeit und Geld voneinander trennt und für viele ein ortsunabhängiges Leben und Arbeiten ermöglicht.

Auch wenn sich die Vorstellung für viele erst mal spannend anhört, so ist die Arbeit nicht zu unterschätzen. Die Startphase ist mit hohem zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden, um alles zum Laufen bringen.

Grundsätzliche Marketingfragen wie „Wer ist meine Zielgruppe?“ und „Was ist mein USP?“ sind auch für den angehenden Solopreneur essenziell. Ansonsten haben Sie ein automatisiertes Produkt, das am Ende niemand kauft.

Der Autor

Moritz WinterMoritz Winter ist Redaktionsleiter und Head of SEO beim MONEDOS Magazin. Als ehemaliger Fashionblogger mit viel Marketing Know-how übernimmt er die strategische Leitung der Redaktion. Zusätzlich ist er auch Mitbegründer der SEO-Freelancer Seite hausamseo.de.

Er sagt von sich „Wenn meine Texte auch nur einen einzigen Menschen da draußen inspirieren oder motivieren, dann habe ich alles richtig gemacht“.

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