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Weiterbildung, aber bei wem?

Weiterbildung

Der Zeitgeist, die Digitalisierung in Wirtschaft und privatem Umfeld und die stetig höheren Anforderungen im Job bringen es mit sich, dass der Bedarf an Weiterbildungen steigt.

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Der Seminarmarkt wächst und wird zu einem unüberschaubaren Dschungel. Neben seriösen Anbietern tummeln sich auch selbsternannte Spezialisten, die mit teuren Webinaren Bildung versprechen, im Grunde aber nur ihr Buch, sich selbst oder ein Produkt verkaufen wollen.

Wie sind gute Anbieter zu erkennen und die richtigen Entscheidungen zu treffen?

Den konkreten Bedarf feststellen

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Vor der Suche nach einem Bildungsdienstleister, muss der genaue Bildungsbedarf festgestellt werden. Geht es um fachliche Themen, technische Fragen oder persönliche Skills? Was soll vermittelt werden, wieviel Zeit darf dies kosten und vor allem, wie umfangreich soll das Wissen am Ende sein? Soll sich das Bildungsangebot an Einzelpersonen oder Gruppen richten und wie viele Personen aus dem Unternehmen betrifft die Weiterbildung? Erst mit konkreten Bildungszielen lassen sich die passenden Anbieter finden.

Wer sich privat weiterbilden möchte, kann sich natürlich auch von den Seminarangeboten inspirieren lassen. Grundsätzlich aber sollte vor der Anmeldung immer klar sein, welches Ziel mit der Teilnahme erreicht werden soll.

Schnupperkurs bedeutet – schnuppern. Es gibt ein paar Basics, die meisten anderen Teilnehmer sind allenfalls Interessierte, Fachwissen kann nicht vorausgesetzt werden. Dies kann frustrierend sein, wenn Grundkenntnisse vorhanden sind, weil nichts Neues vermittelt wird.

Softskills nicht unterschätzen

Ob Führungskraft oder Einzelhandelskaufleute – Kommunikation, Konfliktlösung, Stressresistenz und Kritikfähigkeit sind Skills, die gebraucht werden. Seminare, die zur Stärkung der persönlichen berufsrelevanten Fähigkeiten beitragen, sind stark nachgefragt und überaus hilfreich.

Letztendlich tragen die Soft Skills signifikant zum beruflichen Erfolg bei. Ein Leader, der Konflikte scheut oder Mitarbeitergesprächen aus dem Weg geht, kann nicht führen. Er muss sich entscheiden, ob er sich eine andere Position sucht, oder seine Schwächen angeht und sich Führungsqualitäten aneignet.

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Unabhängige Weiterbildungsdatenbanken

Steht der Bildungsbedarf fest, sind unabhängige Weiterbildungsdatenbanken gute Anlaufstellen, um einen Anbieter zu finden. Im beruflichen Bereich gilt die Kurssuche der Arbeitsagentur als gute Quelle, vor allem wenn die berufliche Weiterbildung der Mitarbeiter gefördert werden soll. Hier gelten strenge Richtlinien, es müssen Zertifizierungen nachgewiesen werden etc. Kleinere private Anbieter können die kostenintensiven Zertifizierungsverfahren nicht durchlaufen und können dann nicht über Fördertöpfe bezahlt werden.

Die Plattform Seminarmarkt bietet ebenfalls Zugriff auf Daten von vielen Themen, Anbietern und Dozenten. Hier ist es sogar möglich, Locations zu finden. Dies kann bei Seminaren rund um Themen wie Teambuilding, Stressabbau o.ä. ganz hilfreich sein. Für Inhouseseminare reicht es ggf. auch einen Dozenten zu finden. Auch hierfür gibt es unabhängige Datenbanken. (Dozentenbörse, Dozentenpool24)

Wirtschaftsverbände und Kammern haben oft regionale oder themenspezifische Seminardatenbanken. Die Einträge hier sind in der Regel geprüft und halten den Anforderungen der Institutionen stand. Denn nicht nur der Inhalt ist wichtig, auch die Qualität des Seminars und der Teilnahmenachweis.

Zertifizierte Anbieter und Wert der Zertifikate

Bildungsanbieter, die zertifiziert sind, haben mit viel Aufwand und oft unter hohen Kosten, sowohl den Träger, wie auch die einzelnen Bildungsangebote von einer unabhängigen Stelle prüfen und bewerten lassen. Für die berufliche Bildung sind diese Zertifikate unter AZAV-Aspekten vergeben worden. Doch es gibt auch andere Zertifikate, die als hochwertig betrachtet werden. Welche das konkret sind, ist meist über Berufs- oder Branchenverbände in Erfahrung zu bringen.

Hinter jeder zertifizierten Bildungseinrichtung und -maßnahme stehen ein Konzept und ein Qualitätsmanagement. Bildungsziele werden im Vorfeld definiert und Konzepte sind üblicherweise so aufgestellt, dass unterschiedliche Bildungsstände ein gemeinsames Bildungsziel nicht gefährden.

Die Teilnahme an Weiterbildungen wird mit Zertifikaten belegt, die ebenfalls sehr unterschiedliche Werte haben. Es gibt auf dem Arbeitsmarkt sehr viele Tätigkeiten, die streng reguliert sind. Für diese ist es nötig, spezielle Lizenzen oder Seminare nachzuweisen. Es versteht sich von selbst, dass Bildungsanbieter hierfür auch von einer zuständigen Stelle für tauglich befunden werden. Im Zweifelsfall ist zu empfehlen vorab zu klären, ob die vorschreibende Stelle, die Zertifikate anerkennt.

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Was ist AZAV – und was bedeutet dies für die Förderfähigkeit

AZAV steht für Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Diese Zulassungsverordnung enthält die Richtlinien, nach denen Träger oder Maßnahmen zertifiziert werden können, damit sie von öffentlicher Hand gefördert werden können.

Maßnahmen erhalten die Zertifizierung nur, wenn der Träger ein gültiges Zertifikat besitzt. Die Erstzertifizierung ist sehr aufwendig und zeitintensiv. Es muss ein QM Handbuch geschrieben werden, das letztendlich darüber bestimmt, wie Träger Kurse organisieren, wer unterrichten darf, wo Seminare stattfinden, wie mit Reklamationen umgegangen wird. Es sind namentlich Sicherheitsbeauftragte, QM Beauftragte und Ersthelfer im Träger zu benennen. Die Räume müssen bestimmte Größen und Einrichtungen haben usw. Hier geht es in erster Linie um Organisation und Sicherheit. Maßnahmen, die zertifiziert werden, müssen inhaltlich durchgeplant werden. Tatsächlich sollte sich an diese Pläne auch gehalten werden, allerdings sind die meisten Konzepte inzwischen so geschrieben, dass ein Schieben von Inhalten bei Dozentenausfall o.ä. eingeplant wird.

Lehrende, die in AZAV-Seminaren unterrichten, müssen ihre Qualifikationen einreichen, die von der Zertifizierungsstelle und ggf. auch vom Regionalen Einkaufszentrum der Arbeitsagenturen geprüft werden. Erst wenn die Genehmigungen vorliegen, dürfen die Lehrenden eingesetzt werden.

Wenn ein Träger zertifiziert ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass jedes seiner Bildungsangebote dies auch ist. Darauf sollte geachtet werden!

Im Grunde ist die AZAV ein ziemlich bürokratischer und finanzieller Aufwand. Für die Kunden ist dies aber immer auch ein Qualitätsmerkmal. Denn die Zertifizierungsstelle muss öffentlich bekannt gemacht werden und wäre ein Ansprechpartner bei Unzufriedenheit mit dem Bildungsangebot. Bei Beschwerden wird eine Prüfung vorgenommen und die Zertifizierung im schlimmsten Fall entzogen. Das riskiert kein Träger.

Kostenlose Beratungsgespräche

Für die endgültige Entscheidung empfiehlt es sich, eine kostenlose Beratung in Anspruch zu nehmen. Je engagierter auf Kundefragen eingegangen wird und je mehr Service der Träger anbietet, desto eher spricht es für einen guten Bildungsanbieter. Bei voll zu zahlenden Kursen, die keiner Fördermöglichkeit unterliegen, spricht die „Geld zurück Garantie“ für Qualität. Denn die würden Träger nicht anbieten, wenn sie tatsächlich oft Erstattungen zu leisten hätten.

Für Unternehmen ist die Suche nach einem Bildungsanbieter gut vergleichbar mit der Suche nach einem Arzt. Wer einmal vertrauensvoll behandelt wurde, wechselt so schnell nicht oder nur zu Fachärzten. Bildungsträger wissen dies und optimieren ihre Angebote und ihren Service stetig. Das kommt den Kunden zugute und sie müssen die Suche nicht allzu häufig durchlaufen.

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