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Innovative Geschäftsmodelle von SELF-SERVICE bis SUPERMARKET

innovative Geschäftsmodelle

Ssssssssspitze – heute geht es um fünf innovative Geschäftsmodelle mit S! Natürlich auch aus der Reihe der 55 Modelle, auf deren Rekombinationen laut einer Studie der Uni St. Gallen über 90 Prozent aller Geschäftsmodellinnovationen basieren.

Das Buch “Geschäftsmodelle entwickeln“* zur Studie der Universität St. Gallen über 55 innovative Geschäftsmodelle gefällt mir so gut, dass ich euch nach und nach in Kurzform die dort beschriebenen Geschäftsmodelle vorstellen möchte. Natürlich immer mit ein paar Beispielen. Die ausführlichen Beschreibungen der Modelle, deren Erfinder und wo sie überall genutzt werden findet ihr natürlich nur im Buch selbst.

Heute: Innovative Geschäftsmodelle von SELF-SERVICE bis SUPERMARKET

Ein Geschäftsmodell ist darüber definiert, wer die Kunden sind, was verkauft wird, wie man es herstellt und wie man einen Ertrag realisiert. Kurz gesagt, das Wer-Was-Wie-Wert? definiert ein Geschäftsmodell, wobei die ersten beiden „W“ die externe Dimension eines Geschäftsmodells adressieren und die letzten beiden „W“ die interne Dimension. (Quelle: Geschäftsmodelle entwickeln)

Geschäftsmodell Self-Service

Bei diesem Geschäftsmodell muss der Kunde selbst arbeiten. Heißt also, dass der Kunde selbst Teile der Wertschöpfungskette übernimmt. Egal ob er nur die Waren aus dem Regal holt, diese selbst transportiert oder sogar komplexe Planungsaufgaben in Eigenregie durchführt – der Kunde selbst wird Teil der Wertschöpfungskette.

Die Vorteile für den Unternehmer liegen auf der Hand: er spart durch diesen Kundeneinsatz enorme Kosten. Vor allem im Personalbereich lassen sich immense Einsparungen erzielen. Für den Kunden ergibt sich durch die (teilweise) Weitergabe dieser Einsparungen ein deutlich reduzierter Preis gegenüber Full-Service-Anbietern. Zudem geht es oft schneller, wenn der Kunde selbst arbeitet und z.B. die Möbel selbst transportiert und nicht auf einen freien Termin bei der Spedition des Möbelhändlers warten muss. So profitieren beide Seiten vom Self-Service.

Begonnen hat der Trend zum Self-Service zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA. Aus Tante-Emma-Läden wurden Selbstbedienungsläden, in denen sich der Kunde eigenhändig an den Regalen bedienen durfte.

Beispiele: McDonald’s, IKEA, Accor (Ibis Budget bzw. F1), BackWerk, Car2Go

Geschäftsmodell Shop-in-Shop

Bei diesem Geschäftsmodell eröffnet das Unternehmen einen Laden innerhalb eines Ladens. Er ist also Untermieter in einem bestehenden Geschäft oder gibt sein Konzept als Franchise-Geber weiter. Präsentation und Sortiment des Shops im Shop sind dabei frei gestaltbar.

Die Vorteile für beide Parteien sind eindeutig: der Untermieter erhält Zugang zu besten Lagen und muss nicht aufwendig selbst Geschäftsräume anmieten, außerdem garantiert ihm der „alte“ Shop Kunden frei Haus. Der Vermieter kann sein Angebot erweitern und seine Verkaufsfläche optimal nutzen. Die Vertragsgestaltung zwischen den beiden Parteien ist vielfältig: von klassischen Mietverträgen bis hin zu innovativen Franchising-Konzepten ist alles dabei.

Bereits im alten Rom gab es diese Form der Kooperation von Händlern. Die Trajansmärkte beherbergten schon damals eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmer, die sich ein Bauwerk teilten.

Beispiele: Tchibo (Tchibo-Welt in Bäckereien, Konditoreien oder Supermärkten), Deutsche Post (Annahmestellen in Supermärkten oder Einkaufszentren), Bosch (eigene Verkaufsflächen in Baumärkten)

Geschäftsmodell Solution Provider

Bei diesem Geschäftsmodell wird das Unternehmen zum „Alles-aus-einer-Hand-Anbieter“. Der Kunde kann also nicht ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Dienstleistung beziehen, sondern erhält ein Gesamt-Lösungs-Paket. Beispiele hierfür sind Produkte mit integrierten Sevice- oder Beratungsverträgen. Gerade im IT-Bereich findet man das sehr häufig. Auch Verbrauchsmaterialien und Ersatzteile können Teil eines solchen Rundum-Glücklich-Pakets sein.

Diese enge Verbundenheit nutzt beiden Parteien: der Kunde kann sich komplett auf sein Kerngeschäft konzentrieren und der Anbieter seine Kundenbeziehung deutlich intensivieren.

Der Ursprung dieses Geschäftsmodells liegt in der Maschinenbaubranche.

Beispiele: Lantal Textiles (Herstellung und Vermarktung von Textilien und Dienstleistungen für den internationalen Luft-, Bus-, Bahn- und Kreuzfahrtschiffverkehr), Heidelberger Druckmaschinen (Druck-Equipment inkl. Monitoring- und Beratungsdienstleistungen), Würth (120 000 Produkte im Bereich Befestigungs- und Montagematerial sowie Werkzeuge), Tetra Pak (breites Portfolio an Produkten und Dienstleistungen für die Verarbeitung, Verpackung und Distribution von Lebensmitteln), Geek Squad (umfassender Support für technische Geräte aller Art wie zum Beispiel Computer, Mobiltelefone, Drucker, Spielekonsolen, DVD-Player, MP3-Player oder Webcams), 3M Services (3M Services GmbH)

Geschäftsmodell Subscription

Bei diesem Geschäftsmodell kauft der Kunde Leistungen und Produkte in Form eines Abonnements.

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Da der Kunde sich damit verpflichtet eine bestimmte Leistungen regelmäßig abzunehmen, räumen die Anbieter meist eine Preisreduktion ein. Außerdem muss der Käufer sich bei diesem Modell nicht mehr um eine regelmäßige Nachbestellung der Ware / Leistung kümmern, er bekommt sie in regelmäßigen Abständen einfach geliefert. Der Anbieter profitiert natürlich ebenfalls von diesem Geschäftsmodell: die Abonnements machen seinen Umsatz viel planbarer. Er selbst kann nun ebenfalls langfristigere Verträge mit Subunternehmern und Lieferanten eingehen und so von dadurch reduzierten Kosten profitieren.

Seinen Ursprung hat dieses Geschäftsmodell im 17. Jahrhundert im deutschen Buchhandel. Mehrbändigen Enzyklopädien oder Fachbüchern wurden vor dem Druck per Abonnement verkauft, um die Auflagenhöhe genauer bestimmen zu können und so diese teuren Werke nicht „für die Tonne“ zu produzieren.

Beispiele: Blacksocks (Abo-Modell für Socken), Netflix (Verleih und Produktion von Filmen), Salesforce (Software-Anbieter), Spotify (Musik-Plattform), Dollar Shave Club (Rasierklingen)

Geschäftsmodell Supermarket

Bei diesem Geschäftsmodell geht es vor allem um große Auswahl und kleine Preise. Dabei soll die große Produktvielfalt viele Kunden anziehen.

Das Unternehmen profitiert dabei vom hohen Absatzvolumen, der gebündelten Nutzung von Vertriebskanälen, betrieblicher Infrastruktur und anderer Ressourcen. So kann es Kosten sparen und daher die Preise niedrig halten.

Begonnen hat dieses Geschäftsmodell im Lebensmitteleinzelhandel. Michael J. Cullen gründete 1930 den ersten Supermarkt weltweit.

Beispiele: King Kullen Grocery Company (omplettes Lebensmittelangebot bei gleichzeitig niedrigen Preisen), Merrill Lynch (Financial Supermarket), Toys“R”Us (Spielzeugwarenhändler), The Home Depot (Baumarktkette für Hobbybastler sowie für professionelle Handwerke), Fressnapf (Tiernahrung und -zubehör), Staples (Bürobedarf)

Alle 55 Geschäftsmodelle im Überblick

Add-On Affiliation Aikido Auction Barter Cash Machine Cross Selling Crowdfunding Crowdsourcing Customer Loyalty Digitalization Direct Selling E-Commerce Experience Selling Flatrate Fractionalized Ownership Franchising Freemium From Push-to-Pull Guaranteed Availability Hidden Revenue Ingredient Branding Integrator Layer Player Leverage Customer Data License Lock-In Long Tail Make more of it Mass Customization No Frills Open Business Model Open Source Orchestrator Pay per Use Pay what you want Peer-to-Peer Performance-based Contracting Razor and Blade Rent instead of Buy Revenue Sharing Reverse Engineering Reverse Innovation Robin Hood Self-Service Shop-in-Shop Solution Provider Subscription Supermarket Target the Poor Trash-to-Cash Two-sided-Market Ultimate Luxury User designed White Label

Mehr Informationen zum Thema Geschäftsmodell

Die ganze Studie

Geschäftsmodelle entwickeln: 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator (*Amazon Partner Link)

Geschäftsmodelle entwickeln*

Titel: Geschäftsmodelle entwickeln: 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator*

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (6. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446435670
ISBN-13: 978-3446435674
Preis: 39,90 EUR

Leseprobe: http://bilder.buecher.de/zusatz/36/36861/36861454_lese_1.pdf

Beispiele bekannter Geschäftsmodelle

http://articles.bplans.co.uk/starting-a-business/examples-of-well-known-business-models/1040

Foto: vladimir salman / shutterstock.com

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