Management & Controlling
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Grundlagen des Rechnungswesens

Grundlagen des Rechnungswesens

Das Rechnungswesen (RW oder auch REWE) oder (seltener) Unternehmensrechnung ist ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre und dient der systematischen Erfassung, Überwachung und informatorischen Verdichtung der durch den betrieblichen Leistungsprozess entstehenden Geld- und Leistungsströme. Wikipedia

Hier nun ein Überblick, aus welchen Bereichen das Rechnungswesen besteht, wozu die einzelnen Teilgebiete dienen und an wen sich die gewonnen Informationen richten.

Aufgaben & Adressaten des Rechnungswesens

Wie die allgemeine Definition schon besagt, dient das Rechnungswesen der zweckorientierten Erfassung und Auswertung von mengen- und wertmäßigen Zahlen über vergangene, gegenwärtige und zukünftige Bestände und Vorgänge im Betrieb und seinem Umfeld.

Informationen aus dem Unternehmen werden dabei erfasst, verarbeitet und sortiert, um diversen Stellen zielgerichtet Auskünfte über betriebliche Vorgänge bereit zu stellen.

An wen sich die so erzeugten Auswertungen richten, seht ihr in dieser Übersicht:

Aufgaben & Adressaten des Rechnungswesens

Aufgaben & Adressaten des Rechnungswesens

Teilgebiete des Rechnungswesen

Das betriebliche Rechnungswesen besteht aus 4 großen Kernbereichen:

  • externes Rechnungswesen = Finanzbuchhaltung & Bilanz
  • internes Rechnungswesen, bestehend diesen 3 Bereichen:

Externes Rechnungswesen

Das externe Rechnungswesen dient (wie der Name schon sagt) dazu, die finanzielle Situation des Unternehmens nach außen darzustellen. Vor allem das Finanzamt möchte ja schrecklich gerne wissen, wie erfolgreich ein Unternehmen im letzten Jahr war, denn auf Basis des Gewinns berechnen sich schließlich die zu zahlende Steuern. Aber auch Anteilseigner, Kunden und Lieferanten möchten sich gerne über das Unternehmen informieren, mit dem sie es da zu tun haben.

Erfasst werden dafür die Vermögens- und Kapitalbestände und deren Veränderung in einer bestimmten Periode um den Erfolge des betrachteten Zeitraums zu ermitteln. Vermögen und Kapital werden dabei in Art, Menge und Wert aufgezeichnet, der sich ergebende Erfolg kann Gewinn oder Verlust sein.

Dazu werden im der Finanzbuchhaltung die folgenden Instrumente genutzt:

Ziel: Das externe Rechnungswesen dokumentiert Geschäftsvorfälle, die während einer bestimmten Zeitperiode stattgefunden haben, nach außen. Die chronologische Dokumentation der Vergangenheit an externe Adressaten steht also im Fokus. Daher spricht man hier auch von einer Zeitraumrechnung.

Das externe Rechnungswesen zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens für eine bestimmte Periode. Die rechtliche Grundlage dafür bilden das Handelsgesetzbuch (HGB) und die diversen Steuergesetze.

Natürlich lassen sich die so entstandenen Daten auch ganz wunderbar für interne Zwecke nutzen :-)

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Internes Rechnungswesen

Das interne Rechnungswesen dient, wie der Name schon sagt, internen Zwecken. Sein Ziel ist die Planung, Kontrolle und Koordination bewerteter Unternehmensprozesse im Hinblick auf die Maximierung des Unternehmenserfolgs.

Ziel: Im Gegensatz zum externen Rechnungswesen richtet sich das interne Rechnungswesen auf die Zukunft und an interne Adressaten. Sein Hauptzweck ist es, das Management bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen und ihm fundierte Daten zu liefern, auf deren Basis das Unternehmen in eine (hoffentlich erfolgreiche) Zukunft gesteuert werden kann.

Da das interne Rechnungswesen nicht an die Vorschriften des HGB gebunden ist, kann es mit abweichenden und zusätzlichen Bewertungsansätzen arbeiten (Stichwort: kalkulatorische Kosten). Neben den Ist-Daten aus der Finanzbuchhaltung kommen hier also auch errechnete Standardwerte, Kennzahlen und Planungswerte zum Einsatz.

Kosten- und Leistungsrechnung

Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) betrachtet nur den Bereich der betrieblichen Leistungserstellung, betriebsfremde oder außerordentliche Geschäftsvorfälle bleiben (im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung) außen vor.

In der Kostenrechnung werden die folgenden Instrumente genutzt:

  • Betriebsabrechnung (Betriebsbuchhaltung)
  • Selbstkostenrechnung (Kalkulation)

Um die Kosten möglichst genau auf die einzelnen Betriebsbereiche, Produkte und Dienstleistungen zu verteilen, werden zunächst alle Kosten mit Hilfe der Kostenartenrechnung sortiert. Mittels der Kostenstellenrechnung werden sie dann auf die einzelnen Kostenbereiche verteilt. Zum Abschluss sorgt dann die Kostenträgerrechnung für eine genaue Zuordnung der einzelnen Kosten zu den Leistungen der jeweiligen Periode.

Die einzelnen Stufen der Kostenrechnung zeigt diese kleine Übersicht:

Stufen der Kostenrechnung

Stufen der Kostenrechnung

Auf Basis der Kostenarten- und Kostenstellenrechnung kann man mit Hilfe der Selbstkostenrechnung (Kalkulation) in Form einer KostenträgerSTÜCKrechnung die Kosten den einzelnen Produkten & Dienstleistungen zuordnen. So erhält man eine solide Basis für die Entscheidungen der Preispolitik.

Ziel: Durch den Vergleich der Kosten mit den erzielten Leistungen, d.h. durch die Feststellung des Erfolgs, erfolgt eine Kontrolle der Wirtschaftlichkeit des Betriebsprozesses. Dies dient z.B. dem Management als Basis für eine sinnvolle Disposition.

Die mittels der Kalkulation errechneten Sollkosten und die Feststellung der Preisuntergrenze des jeweils betrachteten Produkts bzw. der analysierten Dienstleistung bilden die Basis für eine sinnvolle Preisgestaltung. Ebenfalls eine extrem wichtige Information für die Betriebsleitung.

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Statistik und Vergleich

In diesem Bereich des Rechnungswesens werden die ganzen Zahlen, die aus der Finanzbuchhaltung,  der Bilanz und der Kostenrechnung kommen ausgewertet und aufbereitet. Hinzu kommen noch viele weitere Daten aus anderen Bereichen sofern dies nötig ist, um valide Auswertungen zu erhalten.

Die ganzen Daten werden gegliedert, analysiert und in Form von Kennzahlen, Tabellen und Grafiken dargestellt. Immer mit dem Ziel neue, zusätzliche Erkenntnisse über das Unternehmen und die Vorgänge darin zu erhalten. Auch dies dient, wie das gesamte Rechnungswesen, der betrieblichen Kontrolle, Planung und Disposition.

Ziel: Die betriebswirtschaftliche Statistik versucht durch den von betriebswirtschaftlicher Tatbestände oder Entwicklungen hilfreiche Kennzahlen zu ermitteln, um die Unternehmensführung zu unterstützen. Auch die Ermittlung von Beziehungen und Zusammenhängen zwischen betrieblichen Größen gehört dazu.

Heraus kommen dabei so spannende Sachen wie zum Beispiel Rentabilitätsbetrachtungen, Liquiditätsgrade oder Fluktuationsquoten :-)

Innerbetrieblicher Vergleich

Die Vergleichsrechnung wird in zwei Betrachtungsweisen durchgeführt: innerbetrieblich und zwischenbetrieblich.

Im innerbetrieblichen Vergleich werden meist diese Vergleiche genutzt:

  • Zeitvergleich: hierbei werden Kennzahlen aus vergangenen Zeiträumen mit dem aktuellen Zeitraum verglichen. Entwicklungen und Veränderung werden so sichtbar.
  • Soll-Ist-Vergleich: der Abgleich der Ist-Zahlen mit den Soll–Zahlen zeigt zum Beispiel betriebliche Schwachstellen auf.
  • Verfahrensvergleich: meist gibt es ja mehrere Wege zu Ziel, aber welcher ist der besser? Genau das zeigt der Vergleich unterschiedlicher Verfahren. Das kann zum Beispiel Themen betreffen wie unterschiedliche Fertigungsverfahren, verschiedene Vertriebswege oder auch die Entscheidung zwischen der Eigen- oder Fremdfertigung. Ein Vergleich der Effektivität und Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Möglichkeiten bringt da oft Klarheit.

Zwischenbetrieblicher Vergleich (Betriebsvergleich)

Nicht zuletzt sollte ein Unternehmer auch immer mal wieder über den Tellerrand schauen. Was macht die Konkurrenz? Wie hat der Markt sich verändert? Laufen meine Filialen unterschiedlich?

Alles das wird beim Vergleich des eigenen Betriebs mit Unternehmen gleicher oder ähnlicher Branchen überprüft. Auch ein Abgleich mit den eventuell vorhandenen anderen Betrieben des eigenen Unternehmens ist oft erhellend!

Planungsrechnung bzw. Planungswesen

Im vierten Bereich des Rechnungswesens geht es ausschließlich um die Zukunft! Und da wir dorthin nicht einfach blindlings loslaufen möchten, versuchen Unternehmen sich mit Hilfe der Planungsrechnung ein möglichst genaues Bild der Zukunft zu errechnen.

Ziel der Planungsrechnung ist es, die Zukunft durch mengen- und wertmäßige Schätzungen die erwartete betriebliche Entwicklung zahlenmäßig so zu konkretisieren, dass die Unternehmensführung vernünftige Entscheidungen treffen kann.

Genutzt werden dafür einerseits natürlich alle Daten, die aus den anderen Bereichen des Rechnungswesens verfügbar sind. Hinzu kommen aber auch noch Zukunftserwartungen, die möglichst genau geschätzt und eingerechnet werden müssen. Denn je vollkommener die Informationen sind, die dem Management zur Verfügung stehen, umso bessere Entscheidungen kann es treffen.

Aus den diversen Planungsrechnungen wird dann ein Gesamtbetriebs- oder Rahmenplan erstellt. Aus diesem müssen dann in den einzelnen Bereichen des Unternehmens Teilpläne abgeleitet werden, damit alle Bereiche in die richtige Richtung marschieren und zum Gesamtplan beitragen.

Je nach Unternehmensgröße variieren natürlich die Anzahl und Komplexität dieser Planungen – klar, oder?

Zusammenfassung

Grundlagen des Rechnungswesens

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Auch wenn sich das Rechnungswesen in vier Teilgebiete gliedert, hängt doch alles irgendwie miteinander zusammen. Schließlich basiert vieles auf dem gleichen Zahlenmaterial, welches lediglich unterschiedlich genutzt und bewertet wird.

Außerdem fließen die Ergebnisse und Verfahren der einzelnen Teilbereiche immer mal wieder in einem anderen Bereich des Rechnungswesens ein. Der Soll-Ist-Vergleich der Statistik nutzt zum Beispiel die Soll-Zahlen, die aus der Planung kommen, und die Kostenrechnung bedient sich statistischer Verfahren, um kalkulatorische Kosten zu ermitteln.

Eine Übersicht der verschiedenen Zusammenhänge seht ihr hier:

Zusammenhänge Rechnungswesen

Zusammenhänge Rechnungswesen

Noch mehr Wissen zum Thema Rechnungswesen gibt es hier:

Rechnungswesen

Wer eher ein visueller Typ ist, dem kann ich dieses Video über die 4 Bestandteile des Rechnungswesens empfehlen:

Grundlagen Rechnungswesen – Die 4 Bestandteile des Rechnungswesens unterscheiden

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