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Lokalisation gehört zum guten Ton

Lokalisation

Als Sprecher (www.sprechbereit.de) und Besitzer eines Tonstudios mit Schwerpunkt Sprachproduktion (www.planet-voice.de) begegnen mir im täglichen Geschäftsalltag immer wieder die unmöglichsten Unmöglichkeiten – geboren aus Unwissen, Zeit- und Geldnot. Das ärgert mich und auch die Kunden, denn häufig entsteht so noch mehr Zeit- und Geldaufwand. Deshalb freue ich mich, wenn ich an dieser Stelle etwas Aufklärungsarbeit betreiben darf – in beidseitigem Interesse. Schließlich nehmen Audio und Video einen immer größeren Stellenwert ein, gehören mittlerweile quasi schon zum „guten Ton“.

Im Folgenden möchte ich etwas zum Thema Lokalisation bzw. Lokalisierung von Texten schreiben. Denn im Zuge der Globalisierung arbeiten immer mehr Unternehmen grenzüberschreitend, was dazu führt, dass Unternehmensfilme oder Produktpräsentationen in verschiedensten Sprachen zur Verfügung stehen müssen, um die unterschiedlichen Märkte zu bedienen.

D.h. dass z.B. der deutsche Film auch auf Englisch, Russisch und Chinesisch produziert werden muss: Typo (also Schrifteinblendungen) und der Sprechertext müssen adäquat übersetzt werden. Dabei müssen auch lokale Spezialitäten berücksichtigt werden – eine wörtliche Übersetzung kann das in den seltensten Fällen leisten.

Warum Lokalisation durch Muttersprachler?

Immer wieder wundere ich mich, wenn ich deutsche Skripte bekomme, welche die Lokalisation (deutsche Version) eines fremdsprachigen Textes darstellen sollen. Einerseits strotzen sie häufig vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern, andererseits findet man immer wieder Begriffe, die aus buchstabengetreuer Übersetzung resultieren, die es im Deutschen aber gar nicht gibt.

Zudem ist es extrem oft so, dass es völlig unmöglich ist, den betreffenden Text in der gleichen Zeit wie das Original in angemessenem Tempo und mit sinnvoller Betonung wiederzugeben. Der Übersetzer hat es einfach versäumt, das Sprechtempo und die zeitsparenden Formulierungen des beispielsweise amerikanischen Originals zu beachten.

Und dann haben wir den Salat: ich als Sprecher muss jetzt „on-the-fly“ das Skript überarbeiten.

Manche Fehler erschließen sich allerdings gar nicht auf den ersten Blick, dazu muss man häufig erst einmal das Bild sehen, das ja in vielen Fällen vom Auftraggeber gar nicht mitgeliefert wird, weil der Guide-Track, die zur Orientierung des Sprechers dienende Audiospur des Original-Films, als 64kbps-mp3 weniger Probleme bei der Übertragung per Mail macht. Also bedarf so manche Korrektur eigentlich der Rückfrage.

Aber während ich im Studio über dem Skript brüte, schläft der Auftraggeber in Seattle noch tief und fest, hätte zum Frühstück aber gern das fertige Voiceover im eMail-Postfach. Hm…

Noch blöder, wenn man nicht mal einen Guide-Track vorliegen hat. Was den Ausgleich der Überlänge angeht, so erfordert auch das eine Menge Feingefühl, 100%iges Verständnis des Ausgangstextes und vor allem Zeit. Und wenn man es dann tatsächlich geschafft haben sollte, sind schnell ein paar Stunden ins Land gegangen.

Die andere Möglichkeit: Stumpf ist Trumpf bzw. Augen zu und durch. Aber, wenn ich ehrlich bin, ist das keine Option für mich und auch für keinen anderen Sprecher, den ich kenne. Denn ist der Ruf erst ruiniert…

Oder der Mittelweg: nur die offensichtlichen Fehler korrigieren und die Überlänge ignorieren. Der Kunde darf dann von dem zu vertonenden Video eine deutsche Extended Version schneiden und hoffen, dass sich nicht irgendwelche versteckten Fehler durchgemogelt haben.

Mein Ratschlag

Wie auch immer man es macht, irgendeiner der Beteiligten ärgert sich, weil es ihn auf die eine oder andere Art und Weise Zeit und Geld kostet.

Demnach gibt es nur eine vernünftige Lösung: man lasse Lokalisationen von Sprechern vornehmen, die Muttersprachler in der Zielsprache sind und in der Ursprungssprache mindestens sehr gut. Sprecher sollten sie sein, um die Sprechlänge beurteilen zu können. Und Zeit sollte man dem Ganzen lassen und nicht immer alles husch-husch über Nacht wollen.

In dieser Kombination lassen sich wirklich gute Übersetzungen oder besser gesagt Adaptionen anfertigen, die allen Ansprüchen gerecht werden.

Und genau nach diesem Prinzip verfahren wir bei Planet Voice® – und konnten so schon viele Kunden begeistern.

Lokalisation

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