Personal & Weiterbildung
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Personalleasing heute

Personalleasing
Gastbeitrag von Oliver Schwirz

Recruiting – die große Herausforderung

Der Jobmarkt in Deutschland ist so heiß wie seit 20 Jahren nicht mehr. Mit einer Arbeitslosenquote welche gegen null tendiert, also Vollbeschäftigung, wird es gerade für Personaler immer schwieriger gutes Personal auf dem Markt zu finden. Selbst bei der klassischen Helfertätigkeit (Entgeltgruppe 1 oder 2) sind Bewerber rar und wenn, dann wissen diese ebenfalls bereits, dass sie mehr Geld verlangen können.

Das bringt jede Firma in eine schwierige Situation. Denn wenn ich heute als Unternehmen die Mitarbeiter aufgrund der aktuellen Situation überteuert einkaufe, kann das in den nächsten Jahren, wenn der Markt sich wieder dreht, zu einem Kostenproblem werden.

Der Personaldienstleister – die passende Lösung?

Eine Möglichkeit, diese finanziellen Risiken zu umschiffen, ist das Recruiting mithilfe von Personaldienstleistern. Der Vorteil liegt auf der Hand. Mit Personalleasing bin ich flexibel genug um auf den Markt zu reagieren. Beziehungsweise muss ich mich nicht an Personal binden, das ich zu teuer eingekauft habe.

Klar, natürlich kann ein Unternehmen auch befristete Verträge anbieten. Aber erstens ist das in aller Regel kein Lockargument für Einstellungen und zweitens muss das Thema bei vielen Firmen durch den Betriebsrat.

Hinzu kommt: Personalkosten über Zeitarbeit entstehen dem Unternehmen nicht. Denn die Kosten für das Personalleasing sind als Sachkosten in der BWA ausgewiesen. Je nach Unternehmensart kann sich dies sehr positiv auswirken.

Zu bedenken ist jedoch die maximale Leasingdauer von 18 Monaten. Danach muss ein Mitarbeiter entweder übernommen werden oder an das Leihunternehmen zurückgeführt werden. Wer jetzt denkt: OK, dann gebe ich den zurück und stell ihn nächste Woche wieder ein, der irrt. Denn zwischen „Rückgabe“ und erneuter Einstellung müssen mindestens 6 Monate liegen.

Nachteile beim Personalleasing

Ein konkreter, messbarer Nachteil ist in den meisten Betrieben, insofern Befragungen zu dem Thema durchgeführt wurden, das Gefühl der Leiharbeiter nicht zum Unternehmen zu gehören. Das kann sich durchaus auch auf Arbeitsleistung auswirken. Hinzu kommen evtl. Unsicherheiten bzgl. der Übernahme.

Andere Nachteile gibt es nicht. Zumindest in der breiten Masse. Im Einzelfall liegt es natürlich immer am Personaldienstleister und wie der mit seinen Mitarbeitern umgeht.

Hierzu die Meinung von Oliver Schwirz, HR Manager und Recruiter bei einer großen Zeitarbeitsfirma in München: „Die große Herausforderung als Personaldienstleister ist es, gewonnenes Personal gut zu betreuen. Denn nur Personal, welches sich mit seinem Arbeitgeber (PDL) und dem Kundenunternehmen identifiziert, ist motiviertes Personal mit wenig Fehlzeiten und guter Leistung. Daher legen wir bei unseren Geschäftspartnern großen Wert auf die Möglichkeit, mit unseren Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben und regelmäßig in den Kundenbetrieben zu besuchen. Insbesondere in Zeiten, in denen Personal schwer zu bekommen ist, muss man noch mehr darauf achten die Menschen bei sich zu halten. In Zeiten wie diesen trennt sich die Spreu vom Weizen bei den PDL.“

Kurze Meinung

Personalleasing bringt heute für Unternehmen eine Vielzahl von Vorteilen mit sich. Insbesondere die Einsparung einer eigenen Recruiting-Abteilung mit allen dazugehörenden Vorteilen, die im Unternehmen gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Hinzu kommen Kostenvorteile bzgl. Fehlzeiten sowie die Möglichkeit einen Bewerber über einen längeren Zeitraum kennenzulernen ohne sich zu früh zu binden. Moderne Zeitarbeit ist für Unternehmen heute einer der Schlüssel zur erfolgreichen Personalgewinnung.

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